Berlins Spielhallen vor dem Aus

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Berlins Spielhallen vor dem Aus

Christian Webber, 11. Februar 2016, Wirtschaft

Bereits in wenigen Monaten, genauer gesagt am 31.7.2016, erlöschen sämtliche Spielhallen Lizenzen in der Metropole Berlin. Dabei nimmt das vor einigen Jahren verabschiedete Gesetze keinerlei Rücksicht auf die Dauer des Betriebs und die Seriosität der Betreiber. Schlussendlich führt dann kein Weg mehr an einer Schließung vorbei – es sei denn, die Anträge auf neue Konzessionen werden genehmigt. Bisher scheint jedoch unklar, wie das Verfahren um die Lizenzvergabe laufen soll. Wie es scheint, wird ein Zufallsgenerator über das Schicksal hunderter Mitarbeiter und Unternehmer entscheiden.

70% aller Spielhallen müssen schließen – ausgelost von einem Computer

Jeder Spielhallenbetreiber hat bereits jetzt die Möglichkeit, einen Antrag auf Fortführung der Lizenz zu stellen. Da jedoch Mindestabstände von 500 Metern zueinander sowie zu Kinder- und Jugendeinrichtungen einzuhalten sind, dürfte die Genehmigung bei vielen Unternehmen in weite Ferne rücken. Aktuell geht man davon aus, dass es künftig rund 70% weniger Spielhallen in Berlin geben wird als derzeit vorhanden. In der Praxis scheint das Ganze klar zu sein: Befinden sich drei Unternehmen in direkter Umgebung zueinander, wird der Mindestabstand durchgesetzt und zwei Spielhallen müssen damit zwangsläufig ihre Pforten schließen. Welche das sein werden, entscheidet ganz offensichtlich das Los. Eine klare Regelung dazu gibt es bislang nämlich nicht.

Wissenschaftlich fundierte Berechnungen als Lösung?

CDU und SPD haben sich dazu entschieden, ein neues Gesetz herauszubringen – um das Wirrwarr in richtige Bahnen zu lenken. Mit dem so genannten „Mindestabstandsumsetzungsgesetz“ soll für Klarheit gesorgt werden. Doch auch diese Regelung ist für die meisten Betreiber alles andere als zufriedenstellend. Ein Computer soll nämlich die Entscheidung treffen, welche zwei von drei Spielhallen im Umkreis von 500 Metern schließen müssen. Hier geht es um ein Berechnungsverfahren der Geomathematik, das die Antworten liefern soll, die das Gesetz schlichtweg nicht berücksichtigt hat. Fehlt dem Computer allerdings eine Lösung, läuft das Losverfahren. Ein echtes Glücksspiel, wenn man so will.

Das Los soll entscheiden

Die im Gesetz verankerte Berufsfreiheit scheint zumindest im Bereich der Spielhallen nicht mehr zu existieren. Sie wird schlichtweg ignoriert, denn die Politik hat es in mühevoller Kleinarbeit geschafft, den Betrieb solcher Etablissements schlecht zu machen. Immer wieder fallen Begriffe wie „Spielsucht“, und damit stellt man vor allen Dingen Bürger zufrieden, die natürlich froh sind, wenn das Übel im Land ein Ende nimmt. Sicherlich sind strikte Kontrollen zum Schutze der Spieler erforderlich, doch damit hätte man hierzulande schon vor Jahrzehnten beginnen müssen. Nur wenige schwarze Schafe existieren heute zwischen zahllosen, seriösen Spielhallen. Dass diese unter dem Druck der Politik leiden müssen, ist nicht nachvollziehbar. Faktisch wird in großen Städten wie Berlin die Arbeitslosenzahl drastisch steigen – und das bereits zum Sommer 2016. Die Zukunft tausender Mitarbeiter ist gerade jetzt so ungewiss wie selten zuvor.

Berlins Spielhallen vor dem Aus 900 409 2016-09-30 07:49:35 Online-Casino.de

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