PokerStars: Vor Gericht und Marktrückzug

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PokerStars: Vor Gericht und Marktrückzug

Martin Hill, 11. August 2016, Recht & Gesetze

PokerStars ist die größte Online-Poker Plattform. Jetzt sieht sich der Anbieter jedoch einer Klage gegenüber. Marcel Luske ist Klageführer gegen die Muttergesellschaft Rational Group. Streitpunkt ist das Regelwerk, welches von der Federation International de Poker Association (FIDPA) übernommen worden sein soll. Die Vermarktung fand anschließend unter dem Titel „PSLive“ statt.

Das Unternehmen PokerStars macht aber auch anderweitig Schlagzeilen. Während des Interesse am Kartenspiel, welches eine Mischung aus Glück und Strategie darstellt, ungebrochen ist, erfolgt dennoch der Rückzug von zwei Märkten. In Slowenien und Israel muss PokerStars seine Plattform aufgeben.

Hat PokerStars bei der FIDPA geklaut?

Diese Frage beschäftigt den Clark County District Court in Nevada. Marcel Luske, 63 Jahre alt, klagt gegen die Nutzung des Regelwerks der FIDPA. Bei Turnieren, wie der European Poker Tour, werden diese Regeln angewandt. Luske wurde für die Verwendung aber niemals bezahlt. Eine Handschlag-Vereinbarung hat ihm offenbar 25.000 US-Dollar jährlich zugesagt.

Weiterhin war vereinbart worden, dass sämtliche Events auch als Werbeplattform der FIDPA dienen sollten. Luske ist Niederländer und gründete vor neun Jahren die FIDPA. Wenig später brachte er die „Internationalen Poker Regeln“ auf den Markt.

Kundschaft gab es kurz darauf. Das Bellagio kaufte ihm 2008 die Rechte ab. 2012 soll es erstmals Kontakt zu PokerStars gegeben haben. Es ist von vielen Zeugen die Rede, welche die Abmachung per Handschlag gesehen haben. 2013 verkündete PokerStars doch nicht auf die Regeln zurückgreifen zu wollen.

Luske klagt nun, weil seine Regeln unter einem anderen Namen bei PokerStars Verwendung finden. Weiterhin fordert er Ersatzzahlungen für entstandenen Schaden. Denn 2013 verzichtete er auf ein Aufkaufangebot des Global Poker Index, weil ihm der Deal mit PokerStars lukrativer erschien.

Urheberrecht und Diebstahl der Regeln wird gerichtlich verhandelt. Der Ausgang ist noch offen.

PokerStars verabschiedet sich aus Israel und Slowenien

Zwei Märkte gibt PokerStars auf. Dies ist nicht auf mangelndes Interesse zurückzuführen. Poker und auch andere Kartenspiele, wie Blackjack, genießen große Popularität. Allerdings sind die Regeln und Vorschriften der Länder nicht immer mit der Unternehmensführung vereinbar.

In Israel wird seit den 70er Jahren darauf gepocht, dass Glücksspiel illegal ist. Seit dem letzten Jahr ist das Vorgehen von Seiten der Regierung konsequent umgesetzt worden, so dass PokerStars sich zurückzieht. In Slowenien werden 2017 neue Lizenzen vergeben. Ob Amaya eine Konzession erhält ist noch nicht bekannt. Fakt ist jedoch, dass nur 15 Lizenzen vergeben werden. Derzeit scheint eine Rückkehr möglich. Allerdings haben Anbieter noch das ganze Jahr Zeit, um sich um eine Erlaubnis zu bewerben.

Bildquelle: Fotolia/georgejmclittle (Bild-ID: #113534959)

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