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600 Mitarbeiter vor Aus? CASAG wirkt mit Teilzeit dagegen!

Martin Hill, 25. September 2020, Wirtschaft

Logo der Casinos Austria aus Österreich

„Dem Glück eine Chance geben“ heißt ein Slogan der Casinos Austria AG (CASAG). Ob die 600 Angestellten glücklich sind, wenn ihnen eine Kündigung in Aussicht steht? Doch tatsächlich müssen die Entlassungen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht im vollen Umfang vollzogen werden. Denn Casinos Austria hat sich ein Konzept erdacht, bei dem eine größere Anzahl von Mitarbeitern ihre Posten behalten können. Darüber hinaus ist schon spätestens seit der Verkündung vom ReFit-Sparpaket im Juli 2020 bekannt, dass es einen Stellenabbau geben wird. Doch jetzt tritt das Programm zur Neustrukturierung in seine heiße Phase.

Casinos Austria macht ernst. Denn jetzt wurden vorläufig 600 Mitarbeiter beim AMS gemeldet. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Frühwarnsystem, wo vakante Posten einzutragen sind. Dennoch betont das Glücksspielunternehmen gegenüber den Medien, dass es sich hierbei um eine maximale Anzahl von Kündigungen handelt. Weiterhin wird ausgeführt, dass die tatsächliche Anzahl von Entlassungen „deutlich“ unter dieser Anzahl ausfallen werde. Seit einigen Monaten schon ist die Sazka Gruppe aus Tschechien als Mehrheitseigner der CASAG eingetragen. Sie besitzen die Hoheit bei den Aktien. Und das ReFit-Programm trägt bereits deutlich eine tschechische Handschrift. Doch wie sollen Umbruch und Personalabbau gelingen?

Sazka-Gruppe plant bei Casinos Austria mit Teilzeit-Modell

Ein Teilzeit-Arbeitsmodell ist sicherlich der Traum vieler Angestellter. Dies gilt besonders für die jüngere Generation, die sich weniger aus Vermögen und Wohlstand macht als ihre Eltern. Doch ebenso können Angestellte kurz vor der Rente profitieren, die die letzten Jahre ihres Erwerbslebens etwas mehr Zeit für sich haben möchten. Obendrein kommt bei den Fast-Rentnern hinzu, dass sie zumindest die privaten Rentenersparnisse beisammenhaben. Die Kinder sind aus dem Haus und neue finanzielle Belastungen stehen nicht mehr an. Es gibt gute Gründe in Teilzeit zu arbeiten. Daher läuft die CASAG mit ihrem Vorstoß ein Teilzeit-Modell zu etablieren eventuell tatsächlich offene Türen ein. Doch was ist der Plan der Casinos Austria? Das ReFit-Programm sieht vor, dass die Personalkosten um ein Viertel einzusparen sind. Schon im Juli war die Rede davon, dass von derzeit 1.700 Angestellten in Vollzeit 1.200 Arbeitsplätze bleiben sollen. Es waren 500 vakante Posten. Jetzt wurden 600 Stellen zum Abbau angemeldet – vorläufig.

Doch ist von der Sazka-Gruppe deutlich herausgestellt worden, dass es sich um das Maximum – aus Arbeitnehmer-Sicht also um das schlimmste Szenario – handelt. Umso mehr Personen sich für das Teilzeit-Modell entscheiden und auf diese Art und Weise zur Reduktion der Personalkosten beitragen, desto weniger Angestellte verlieren letztlich ihre Jobs. Würde die Hälfte der Angestellten in Teilzeit gehen und dadurch beispielsweise nur noch die Hälfte verdienen, wäre die Anzahl der Kündigungen ebenfalls halbiert. Doch ist es eher unwahrscheinlich, dass sich ein Großteil der Streichkandidaten für eine solch drastische Reduzierung der Arbeitszeit und damit einhergehend des Gehalts entscheiden. Grundsätzlich sind uns die Teilzeit-Modelle, welche der Casinos Austria AG vorschweben, nicht bekannt.

400 Mitarbeiter: Hat die CASAG weltweit notiert. 1.700 davon arbeiten bei der Casinos Austria AG direkt. Und genau hier setzt der Rotstift an. Bis zu 600 Posten sind vakant. Die nächsten Wochen und Monate zeigen, wie viele Jobs verloren gehen.

CASAG: Über teures Personal und ein umsatzschwaches Jahr

Wie viele Jobs werden wirklich gestrichen? / Shutterstock.com

Warum ist diese Art Restrukturierung überhaupt notwendig? Einerseits sind hier die relativ teuren „Altlasten“ zu nennen. Gemeint sind Angestellte, die bereits vor dem Jahr 2006 bei der CASAG angefangen haben. Denn der durchschnittliche Verdienst dieser Personen liegt brutto bei 6.200 Euro monatlich. Wer nach 2006 bei Casinos Austria angeheuert hat, der verdient bereits nur noch 2.700 Euro. Hier ist schon eine enorme Differenz zu erkennen. Dies zeigt jedoch auch, dass das Modell zur Teilzeit-Arbeit bei den länger im Unternehmen angestellten Mitarbeitern eine wesentliche größere Wirkung erzielen würde. Umgekehrt ist der Verdienst bei diesen Menschen höher, so dass sie sich den Teilzeit-Job häufig auch erlauben könnten. ReFit sieht Sozialpläne, Ausstiegsmodelle für Mitarbeiter (beispielsweise über eine schrittweise Reduzierung der Arbeitszeit) und sogar Abfertigungen vor. Ziel sei es, die 150 Millionen Euro an Betriebskosten aus dem Jahr 2019, zu denen das Personal mit 64 Prozent zu Buche schlägt, drastisch zu reduzieren.

Grundsätzlich war das Jahr 2019 bereits sehr teuer – und zwar auf der Ausgabenseite. Denn Auflösungen und Verpflichtungen zu Pensionen haben der Casinos Austria AG eine Summe von 12,6 Millionen Euro gekostet – und zwar allein auf fünf Mitglieder aus dem Vorstand bezogen. 2020 hat seine ganz eigenen Herausforderungen zu bieten. Auch das aktuelle Jahr ist teuer – und zwar mit Bezug auf die Einnahmeseite. Denn die fortwährende Pandemie hat für eine vorübergehende Schließung der Spielcasinos gesorgt. Und selbst während der Öffnungszeiten sind die Besucherzahlen zurückgegangen. Gleichzeit steigt die Konkurrenz aus dem World Wide Web, welche in diesen Zeiten mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte. Vor der Corona-Pandemie verzeichneten die landbasierten Casinos der CASAG gut 2,3 Millionen Gäste jährlich.

Neues Gehaltsschema für Ende 2020 geplant: Der Plan steht. Je nach Entwicklung und Bereitschaft der Mitarbeiter in das Teilzeit-Modell einzutreten, müssen Entlassungen vorgenommen werden. Außerdem soll noch vor Jahresende das neue Gehaltsschema verkündet werden.

600 Mitarbeiter vor Aus? CASAG wirkt mit Teilzeit dagegen! 1200 1000 2020-09-25 10:15:55 Online-Casino.de

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