Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Apple entfernt Glücksspiele privater Entwickler aus dem Store

Martin Hill, 10. August 2018, Technik

Glücksspiel-Apps als Streitthema (Bildquelle)

Apple geht gegen simuliertes Glücksspiel vor. Dass Unternehmen mit dem Apfel-Logo möchte sein Image aufpolieren und hat kurzerhand Apps, die Glücksspiele simulieren, aus dem Programm verbannt. Allerdings wird dabei mit zweierlei Maß gemessen. Warum Einzelentwickler betroffen sind und große Glücksspielfirmen weiterhin ihre Minianwendung feilbieten dürfen, darüber möchten wir nachfolgend berichten.

Egal ob Apple, Google oder Windows, wenn wir in die jeweiligen Stores schauen, entdecken wir auf den vorderen Plätzen viele Glücksspiel-Angebote. Dies zeigt einerseits, wie beliebt entsprechende Spiele bei den Kunden sind. Allerdings werden Smartphones inzwischen auch schon von Kindern genutzt. Somit kommt in einer Zeit, wo Spielhallen aus der Nähe von Kinder- und Jugendeinrichtungen verbannt werden, praktisch trotzdem jeder mit dem Konsum von Glücksspielen in Kontakt.

Geht Apple bei der Verbannung von Glücksspielen einen Schritt zu weit?

Die Maßnahme Glücksspiele aus dem Store zu schmeißen teilt die Apple-Fangemeinde. Viele Betroffene fühlen sich um ihr Lieblingsspiel betrogen. Dies gilt natürlich auch für diejenigen, welche die Games nur zum Zeitvertreib und ohne den Einsatz von echtem Geld in Verwendung hatten. Andere sprechen sich für die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen aus. Es stellt sich durchaus die Frage, warum die Nutzer nicht selbst über die von ihnen in Anspruch genommenen Apps entscheiden dürfen. Wiederum andere freuen sich über den späten Frühjahrsputz im App Store, welcher kürzlich 10 Jahre alt geworden ist. Denn durch die Streichung der Glücksspiel-Angebote landen andere Anwendungen weiter oben im Katalog. Und bei Glücksspielen gewinnt ohnehin hauptsächlich der Betreiber, oder? Doch sind Lotto, Sportwetten und Casinos von Staat genehmigt oder werden zumindest toleriert. Natürlich erst ab 18 Jahren. Aber hier wird mit der Moralkeule weniger fest zugeschlagen.

In der Vergangenheit hat Apple häufig die vorhandenen Apps gar nicht entfernt, sondern deren Verbreitung über Vorgaben eingeschränkt. So hätten Entwickler bei Updates bestimmte Anforderungen zu erfüllen. Dadurch wären bestimmte Programme automatisch immer weniger beliebt geworden. Doch bei der aktuellen Änderung der Richtlinien sind Minianwendungen strikt entfernt worden. Aktuell sind Glücksspiel-Apps betroffen. Doch nicht alle Anwendungen sind aus dem Store geflogen. Renommierte Anbieter und große Unternehmen dürfen weiterhin auf die Unterstützung von Apple zählen, während die kleinen Einzelentwickler bei dieser Entscheidung das Nachsehen haben. Ziel sei es illegales Glücksspiel zu bekämpfen und betrügerische Aktivitäten zu verringern. Betroffen sind daher Programme, wo um echtes Geld gespielt wird, aber eben auch solche, die nur eine Glücksspiel-Erfahrung simulieren.

Über das Glücksspiel hinaus: Apple hat mit seiner Säuberungsmaßnahme tatsächlich hauptsächlich Glücksspiel-Apps erwischt. Doch bei einigen Anwendungen schoss die Firma über das Ziel hinaus. So wurde ein Würfelsimulator verbannt, der eine Zufallszahl zwischen 1 und 6 ausgibt. Eine App, um Videos auf der Apple Watch zu starten, wurde beispielsweise ebenso verbannt.

Einzelentwickler haben das Nachsehen wo große Unternehmen jubeln

Pokerspiele von der Säuberung betroffen (Bildquelle)

Ein Entwickler aus Chicago hat sich zu Wort gemeldet. Sein Name: Patrick McCarron. Er hat sich via Twitter beschwert, dass Apple sein Programm mit Namen Blackjack21 aus dem Angebot geschmissen hat. Die Begründung leuchtet in diesem Fall ein: Die App simuliert ein Glücksspiel. Außerdem war die Anwendung nie für iOS 11+ optimiert. Doch war die Programmierung schon über 11 Jahre im Store vertreten. Der Verweis, warum die Minianwendung von McCarron gesperrt, andere Apps dieser Art jedoch verbleiben dürfen, folgt auf dem Fuße. Apple verweist darauf, dass Einzel-Entwickler betroffen sind, wohingegen eingetragene Unternehmen von dieser Maßnahme verschont bleiben.

Die Bekämpfung illegaler Glücksspiele kann zur Kanalisierung auf Angebote eingetragener Glücksspiel-Unternehmen führen. Wer seine Standard-App jetzt nicht mehr vorfindet, der sucht sich vermutlich Ersatz. Da die Angebote hauptsächlich auf die großen Namen der Glücksspiel-Branche reduziert sind, ist ein Echtgeldeinsatz dort in der Regel möglich. Dies war bei vielen der verbotenen Apps jedoch gar nicht der Fall. Denn schließlich wurde dort die Glücksspielerfahrung nur simuliert. Jetzt werden die Nutzer gegebenenfalls jedoch zu den professionellen Firmen der Branche geführt, wo ein echter Geldeinsatz üblich ist.

Poker-Entwickler betroffen: Anscheinend sind insbesondere Poker-Apps vom „Frühjahrsputz“ bei Apple betroffen. Wer aussortiert wurde, kann seine App einfach erneut einreichen. Ob dann jedoch die Zustimmung erteilt wird, ist fraglich.

Warum gibt es für die Store-Benutzung bei Apple keinen Alters-Filter?

Warum sollen Glücksspiele verboten sein? Lotto, Sportwetten, Casinos – alle diese Angebote existieren. Um einen Lottoschein abzugeben, muss der Spieler 18 Jahre alt sein. Wer ein Casino oder eine Spielhalle betritt wird diesbezüglich kontrolliert. Und wer online beim Wetten oder im Online-Casino auszahlen möchte, der muss seinen Personalausweis einscannen und zuschicken. Was haben diese Angebote gemeinsam? Richtig, es findet eine Altersverifikation statt. Anstatt jedoch eine Art von Altersfilter einzubauen, wird der Kunde entmündigt. Programme freier Entwickler wurden aus dem Store gestrichen. Der Zugriff darauf ist nicht mehr möglich. Die eigene Entscheidungsfreiheit, ob ein solches Programm genutzt werden soll, entfällt.

In-App-Käufe weiter erlaubt: Spiele, die sich auch an Kinder und Jugendliche wenden, finanzieren sich häufig mit sogenannten In-App-Käufen. Dabei können Vorteile im Spiel durch Geldeinsatz erlangt werden. Sich auf diese Art einen Vorteil gegenüber Mitspielern zu verschaffen, wird von Apple generell jedoch nicht als dubios angesehen.

Apple entfernt Glücksspiele privater Entwickler aus dem Store 1200 1000 2018-08-10 09:26:29 Online-Casino.de

Weitere Casino News