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Australien erlaubt Glücksspiele bald nur nach Gesichtserkennung

Sabina Kugler, 30. Oktober 2019, Technik

Biometrische Gesichtserkennung / Shutterstock.com

Glücksspiele im Internet sind in vielen Ländern staatlich anerkannt. Ob nun im Online-Casino oder bei einem Buchmacher sein Glück versucht wird, ist zunächst einmal nebensächlich. Doch gibt es von Seiten des Staates auch Hürden zu überwinden. So ist der Schutz der Spieler und insbesondere der Jugend ein Anliegen, welches nach technischen Lösungen verlangt. Australien möchte diesbezüglich ein Konzept zur Verifikation des Alters nutzen, welches in Behörden in Down Under bereits zum Einsatz kommt. Gemeint ist die Gesichtserkennung.

Von dieser Regelung sollen nicht nur Glücksspiel-Seiten betroffen sein. Auch die Pornographie soll im World Wide Web hinter der Gesichtserkennung verborgen bleiben. Grundsätzlich ist der Gedanke gut, Minderjährigen den Zugang zu entsprechenden Seiten zu verwehren. Doch bleiben an diesem Punkt noch Fragen bezüglich der technischen Umsetzbarkeit offen. Und können Kinder und Jugendliche, die ohnehin als sehr erfinderisch gelten, den Prozess der Altersverifikation nicht umgehen?

So soll die Gesichtserkennung in Australien zum Jugendschutz beitragen

Tatsächlich besteht bereits ein System zur Gesichtserkennung in Australien. Doch wird dieses bislang nur von den Behörden verwendet. Jetzt gibt es Pläne die bestehende Technik auf weitere Bereiche auszudehnen. Damit würde die Gesichtserkennung freilich für die Privatwirtschaft freigegeben, was wiederum Datenschützer auf den Plan ruft. Derzeit handelt es sich nur um eine Planung. Doch gerade im Fall von Australien, welches bereits in 2008 mit einem Porno-Filter experimentiert hat, könnten die Pläne schnell konkret werden. Und die Ziele sind auch für das aktuelle Projekt klar definiert: Kindern und Jugendlichen soll der Zugang zu pornographischen Inhalten und zu Glücksspiel-Seiten im Internet erschwert werden. Derzeitige Maßnahmen fragen bestenfalls das Alter ab. Doch hier ist die Hemmschwelle niedrig, mit einer falschen Angabe dem Betreten der Seite zuzustimmen.

Doch wie genau soll die Gesichtserkennung eigentlich funktionieren? Seit 2016 ist das Konzept schon für die Behörden freigegeben. Auch an Flughäfen gibt es erste Tests, um das lästige Vorlegen von Ausweisen wegfallen zu lassen. Doch im Falle des Internets ist es nicht ganz so einfach. Um die Verifikation vorzunehmen, bedarf es zweier Bilder. Einmal ist ein aktuelles Foto nötig. Dann wiederum muss zusätzlich ein Ausweis eingescannt werden. Die beiden Bilder werden von der Gesichtserkennung abgeglichen. Gewissermaßen finden zwei Überprüfungen statt. Einerseits gilt es zu entscheiden, ob der Besucher volljährig ist. Andererseits überprüft das Programm, ob es sich bei beiden Bildern um dieselbe Person handelt.

Pleite aus 2008 ausbügeln: Der Pornofilter vor über zehn Jahren war ein Flopp. Australien versenkte damals 53 Millionen Euro.

Versteckt Australien Pornos und Glücksspiele hinter der Gesichtserkennung?

Fotos sollen Alter von Person klären. (Bildquelle)

Schon seit 2016 werden Pass- und Ausweisfotos in Australien in einer Datenbank gespeichert. Wer von Australien ausgehend eine Reise unternimmt ist sich darüber im Klaren, dass die Regierung allein anhand des Bildes eine Zuordnung in der Datenbank vornehmen kann. Dazu zählt auch die Bundespolizei, welche Fotos tauschen und abgleichen dürfen. Vorerst ist jedoch geplant, dass dort nur australische Staatsbürger hinterlegt sind. Auch das Außen- und Handelsministerium haben auf die Datenbank Zugriff. Kriminelle mit gefälschten Ausweispapieren sollen aufgespürt und ein Schutz vor Identitätsbetrug sichergestellt werden. Solange das Konzept staatlich genutzt wird, hielt sich der Wiederstand in Grenzen.

Doch jetzt findet eine Ausweitung auf das freie Internet statt. Einerseits ist nachzuvollziehen, dass Kinder und Jugendliche wirksam vor Pornos und Glücksspielen im Internet zu schützen sind. Außerdem erhält die Privatwirtschaft natürlich keinen Zugang zu den gespeicherten Daten. Damit bekämen die Betreiber entsprechender Seiten lediglich Zugriff auf die Prozedur zur Verifikation des Alters – die Gesichtserkennung. Doch sind vor der Einführung ohnehin noch Schritte zu unternehmen. Denn es gilt ein Gesetz auf den Weg zu bringen, welches erst noch vom Parlament zu verabschieden ist. Weiterhin soll die Erkennung von den Passbildern noch auf die Führerschein-Fotos ausgedehnt werden. Anhand dieser Dokumente, die nur Erwachsenen zugänglich sind oder das Alter enthalten, ist eine Verwendung entsprechender Plattformen durch Minderjährige auszuschließen.

Bequemlichkeit vs. Technik: Einmalig zwei Bilder hochladen und zur Überprüfung abschicken. Ist dieser Prozess im Sinne des Jugendschutzes zu akzeptieren? Freiheitsschützer machen sich eher über eine eventuelle Speicherung der biometrischen Daten Gedanken.

Face-Check in Deutschland: Zutrittskontrolle in Merkur Spielotheken

Um eine Gesichtserkennung zu erleben, brauchen wir unsere Aufmerksamkeit nicht um die halbe Welt schweifen zu lassen. Denn auch in Deutschland ist eine Altersverifikation auf Basis der Gesichter Erkennung im Einsatz. Die Merkur Spielotheken schließen Minderjährige auf dieser Basis aus. Vor dem Eingang sind High-Tech-Kameras angebracht. Diese erfassen das Gesicht eines potentiellen Kunden und kontrollieren die Gesichtszüge auf das erforderliche Alter. Beträgt das geschätzte Alter 25 Jahre oder jünger, so werden die Besucher gezielt vom Personal angesprochen.

Dabei kommt ein Ampel-System zum Einsatz. Draußen wird der Kunde gescannt und drinnen zeigt die Farbe an, ob der Einlass erlaubt ist. Grün besagt, dass keine Bedenken bestehen. Rot bedeutet, dass der Besucher keinen Eintritt erhält. Bei Gelb ist eine gesonderte Überprüfung vorzunehmen. Dem Konzept Face-Check von Gauselmann haben wir uns schon vor einiger Zeit gewidmet. Australien möchte ein ähnliches Verfahren auf das Online-Glücksspiel zur Anwendung bringen.

Australien erlaubt Glücksspiele bald nur nach Gesichtserkennung 1200 1000 2019-10-30 08:33:54 Online-Casino.de

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