Automatenverbot in Wien befeuert Casinos

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Automatenverbot in Wien befeuert Casinos

Martin Hill, 12. Mai 2016, Wirtschaft

Das Aufstellen von Automaten in der Gastronomie Wiens ist verboten. Aber hält dies die Österreicher in ihrer Hauptstadt davon ab, Geld in die Slot-Spiele zu werfen? Ja und Nein. Tatsächlich haben sich die Spieler mehr in die tatsächlichen Casinos verlagert.

Aber nicht nur die Spielcasinos haben an Umsatz zugelegt. Auch andere Bereiche des Glücksspiels haben ein Wachstum erfahren. Hier sind insbesondere das Online-Gaming und noch mehr die Sportwetten zu nennen.

Weniger Automaten, mehr Glücksspielausgaben

Die Anzahl der Spielautomaten hat abgenommen. Dennoch beziffern sich die Netto-Erlöse für Glücksspiel und Wetten auf 1,551 Milliarden Euro. Dies geht aus einer Berechnung des Beraters Kreutzer Fischer & Partner hervor. Es handelt sich somit um einen Anstieg um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wo ein Gesamtanstieg zu vermelden war, hat der Automatenzweig um 10 Prozent verloren. 338 Millionen Euro wurden dennoch an den Spielautomaten und Lotterie-Terminals umgesetzt. Des einen Pech ist des anderen Glück. Die Casinos sind um über 25 Prozent auf 212 Millionen Euro angestiegen. Hier sind besonders die Standorte Wien und Baden hervorzuheben, welche 80 Prozent des Anstiegs zu vermelden hatten.

Wo ein Rückgang bei den Automatenspielen zu erkennen war, haben Casinos, Sportwetten und Online-Gaming zugelegt. Auf einem stabilen Niveau hielten sich die Lottospiele. Andreas Kreutzer brachte es in seiner Studie auf den Punkt: „Eine geglückte Reform sieht anders aus.“

Probleme sind noch immer vorhanden, auch oder gerade weil das Glücksspielgesetz (GSpG) schon oftmals überarbeitet wurde. Juristisch hat dies gleich mehrfach für Arbeit gesorgt. Denn verhängte Strafen gegen Betreiber von Automaten wurden höchstrichterlich bisweilen aufgehoben. Automatenbetreiber zeigte Beamte an, welche Geräte beschlagnahmten. Weiterhin hat der Europäische Gerichtshof Österreich wegen des Casino-Monopols ins Visier genommen.

Bisherige Änderungen haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Noch immer ist daher der Ruf nach einem vollständig neuen Glücksspielgesetz präsent.

Sportwetten sind in Österreich kein Glücksspiel

Hier wird es ein wenig konfus. Denn in Österreich fallen die Sportwetten nicht in die Glücksspielgesetzgebung. Vielmehr ist jedes Land für eigene Regelungen verantwortlich. Verbote oder überteuerte Steuern waren die Folge.

Dennoch legten die Sportwetten ebenfalls zu. Ein Anstieg um 19 Prozent auf 186 Millionen Euro war hier zu vermelden. Diese Erhöhung wird ebenfalls auf die Reduktion des Automatenangebots zurückgeführt. So hat sich die Nutzung der Spielautomaten zwar tatsächlich verringert, die Glücksspielbranche ist aber weiterhin gewachsen.

Eine Sonderstellung nimmt das Online-Gaming ein. Die Erträge sind hier immerhin um 15 Prozent auf 152 Millionen Euro gestiegen. Hier wird auf die Verbreitung von Smartphones, die Einführung von Minimaleinsätzen und die Erschließung von Frauen als Zielgruppe und weniger auf die Reduzierung der Automaten verwiesen.

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