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Banken erheben Online Gebühren für Glücksspiel-Überweisungen

Martin Hill, 30. April 2018, Steuern

Kreditkarte mit Gebühren im Online-Casino? (Bildquelle)

Haben die Banken sich, bislang mehr oder weniger verborgen von der Allgemeinheit, eine Einnahmequelle im Online-Glücksspiel gesichert? Einige Geldinstitute sollen die Gebühr für Überweisungen zu Casino-Seiten, Lotterien und sonstigen Glücksspielen bereits eingerichtet haben. Andere Banken könnten folgen. Denn in der Vergangenheit haben sich die Kredithäuser als sehr einfallsreich gezeigt, wenn es um das Erschließen neuer Einnahmequelle geht.

Der Grund für diesen Schritt, die „Casino-Gebühr“ ist an zwei Fronten zu suchen. Einerseits bekommen die Banken selber niedrige Zinsen und sehen sich daher in ihrem Einkommen beschnitten. Entsprechend werden neue Quellen in Bezug auf die Einnahmen erschlossen. Weiterhin wurden die Geldinstitute 2017 kritisiert, dass sie Überweisungen hin zu Casinos überhaupt zugelassen haben. Denn gesetzlich sind die Online-Spielbanken gar nicht erlaubt.

Was steckt hinter der Casino-Gebühr für Online-Überweisungen?

Wenn der Spieler im Casino spielt, ist die Bank letztlich immer der Gewinner. Natürlich finden regelmäßig Auszahlungen statt. Und sicherlich gibt es Personen, die mit großen Gewinnsummen den Spieltisch verlassen. In der Regel liegt die Auszahlungsquote eines Casino-Spiels jedoch unterhalb von 98%. So weiß die Spielbank, dass ihr ein sicheres Einkommen bevorsteht. Sichere Einnahmen hätten die herkömmlichen Banken ebenfalls gerne. Warum also nicht am Glücksspiel mitverdienen? Generell ist es ein gerne gesehener Trick, für kostenlose Kreditkarten zu werben und anschließend dennoch Gebühren zu erheben. Dieses Konzept lässt sich bei Online-Casinos und dem Glücksspiel im Web freilich gut anwenden. Denn die Geldwertkarten Visa und Mastercard werden dort fast überall akzeptiert.

Inzwischen ist jedoch allgemein bekannt, dass Gebühren verlangt werden können. Einige Banken bieten diesen Service noch vollständig ohne Kosten an. Andere verlangen Gebühren, unabhängig von der Art der Transaktion. Die Postbank und Consorbank erheben 2,5%, beziehungsweise einen Mindestwert von 5 Euro. Bei Comdirect sind es 3%. Nur auf den regulierten Markt in Deutschland bezogen, fließen fast 35 Milliarden Euro über die Banken, hin zu den Glücksspielseiten. Und die Transaktionen beschränken sich nicht nur auf die Anbieter mit Lizenz, sondern ebenso auf den Grau- und Schwarzmarkt. Für die Geldhäuser ist es ein lukratives Geschäft, an den Überweisungen der Kunden zu partizipieren.

Lotto, Casino und Sportwetten: Auch für einen Währungsumtausch werden Gebühren verlangt. Die Geldinstitute erklären die Glücksspiel-Überweisung ebenso – als einen Erwerb von Bargeld in einer anderen Form.

ING-Diba: Bank erhebt 3% Gebühr für Online-Überweisungen im Glücksspiel-Sektor

Gebühren im Glücksspiel belasten Spieler (Bildquelle)

Die ING-Diba ist in Frankfurt ansässig. Unter den Direktbanken handelt es sich um eine beliebte Wahl. Inzwischen haben 2,1 Millionen Bundesbürger dort ein Girokonto eröffnet. Inzwischen ist bekannt geworden, dass zum 1. Juli 2018 die Geschäftsbedingungen geändert werden. Dadurch sind einige Änderungen erst ins Licht der Öffentlichkeit gerückt worden. Neben einer Mindestabhebung an Geldautomaten (50 Euro), ist die Glücksspiel-Gebühr auffällig. Wer auf die Visa-Card der ING-Diba zurückgreift, der bezahlt künftig 3% vom Umsatz zusätzlich an die Bank. Dies gilt für den Besuch im heimischen Spielcasino, für die Abgabe eines Tipps im Wettbüro und ebenso für das Ausfällen eines Lottoscheins in der Annahmestelle.

Und die Gebühren beschränken sich nicht auf 3%. Es gibt einen Mindestbetrag von 3,90 Euro, welcher bei solchen Ausgaben immer eingezogen wird. Angeblich sind schon Beschwerden von Kunden eingegangen, welche die 3,90 Euro bei einer Überstellung von 10 Euro zusätzlich bezahlen mussten. Dem Verbraucherschutz sind jedoch keine Klagen in Bezug auf die Glücksspiel-Gebühr auf Online-Überweisungen bekannt. Aber nicht nur die „kleinen Kunden“ werden sich ärgern. Wer monatlich vielleicht 1.000 Euro im Glücksspiel investiert, der zahlt jährlich 360 Euro zusätzlich an seine Bank. Und gerade um die Willkommensangebot der Casinos vollständig zu nutzen, sind bisweilen vierstellige Summen zu überweisen.

Fokus auf die Visa-Karte: Bei der ING-Diba ist die Rede davon, sich bewusst auf die Visa fokussiert zu haben. Denn die EC-Karte ist für Inlandsüberweisungen gedacht. Dementsprechend käme sie bei vielen Anbietern von Glücksspielen im Internet gar nicht in Frage.

Tipps für Casino-Spieler: So sind Gebühren weitestgehend zu umgehen

Natürlich möchte niemand mehr Geld bezahlen, als unbedingt nötig. Die ING-Diba ist nur eine von diversen Banken, welche auf die Kreditkartenzahlung eine Gebühr erhebt. Dabei wird ausdrücklich darauf hingewiesen, „eine am Markt gängige Gebühr“ ausgerufen zu haben. Selbst der Verbraucherschutz äußert sich jedoch kritisch. Würden die Banken diese Gebühren erheben, um den Spielerschutz zu gewährleisten, wäre die Handlung nachzuvollziehen. Allerdings handelt es sich nur um eine weitere Einnahmequelle, wobei die Geldinstitute gegebenenfalls sogar von der Spielsucht seiner Kunden profitieren.

Bleibt die Frage, wie künftig bei einer Überweisung zu verfahren ist. Zunächst gilt es einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank zu werfen. Ist die Kreditkarte mit Gebühren belegt, könnte sich ein Wechsel zu einem anderen Geldinstitut lohnen. Gegebenenfalls ist zu erkunden, ob E-Wallets, eine klassische Überweisung oder sonstige Arten des Geldtransfers günstiger vonstattengehen. Alternativ erheben andere Zahlungsweisen, wie PayPal, vielleicht niedrigere Gebühren. In jedem Fall sollten Glücksspieler ihre Kontobewegung im Auge behalten und schauen, ob zusätzliche Abgaben das Konto der Bank belasten. Dabei darf nicht vergessen werden, dass auch die Casinos Gebühren erheben können. Diesbezüglich ist auf der Homepage unter Zahlungsarten und ebenfalls in den AGBs nachzuschlagen.

Quelle: Zuerst wurde in der FAZ von den Bankgebühren auf Kreditkartenzahlungen im Online-Glücksspiel berichtet.

Banken erheben Online Gebühren für Glücksspiel-Überweisungen 1740 1660 2018-04-30 15:46:48 Online-Casino.de

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