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Bild: Gehören Sportwetten-Berichte in Zeitungen verboten?

Sollte BildBet nicht auf der Bild-Zeitung beworben werden? Quelle: Axel Springer Verlag

Im Fokus steht der Axel Springer Verlag. Konkret geht es um die Bild-Zeitung. Denn dort erscheinen regelmäßig Beiträge zum Thema Sportwetten. Hier ist das Interesse der Leser groß. Die Bild geht dabei soweit, durch Experten zum Thema Wettvorschläge zu hinterlassen. Kritisch wird dies besonders deshalb gesehen, weil es sich um versteckte Werbung handeln könnte. Denn unter dem Namen BildBet ist Ende 2020 ein Buchmacher online gegangen. Hier hat der Axel Springer Verlag bzw. die Bild-Zeitung ebenfalls seine Finger im Spiel. Sollten Sportwetten-Themen in Zeitungen also verboten werden?

Zunächst einmal reden wir in erster Linie von Online-Medien. Und hier gibt es natürlich über die Bild hinaus sehr viele Adressen, die sich dem Thema Sportwetten annehmen. Ganze Internetseiten drehen sich um diese Thematik. Dabei geht es um Ratgeber zum Abgeben einer Wette, über Info-Artikel zum Verstehen einer Quote, bis hin zu einem konkreten Wett-Tipp. Und diese Seiten machen das auch nicht aus Lust und Laune. Sie haben entsprechende Buchmacher als Partner und profitieren von der Anmeldung ihrer Leser ebenfalls finanziell. Wo lässt sich also die Grenze ziehen? Welche Art von Berichterstattung ist online gestattet? Oder sollen sich nur die Medienhäuser beim Thema Sportwetten zurücknehmen?

Sollte die Bild-Zeitung nicht mehr über Sportwetten berichten dürfen?

Die Pressefreiheit garantiert den Medien die Veröffentlichung von Nachrichten und Meinungen. Dabei hat sich der Staat für gewöhnlich herauszuhalten. Die Bild veröffentlicht nun Einzelmeinungen zum Thema Sportwetten. Für gewöhnlich basieren diese auf Analysen und Statistiken. Weiterhin kommen regelmäßig Infos zum Thema auf der Homepage zum Vorschein. Kritik kann es eigentlich nur deshalb geben, weil es mit BildBet einen Wettanbieter gibt, der mit der Zeitung in Verbindung steht. Umgekehrt hat BildBet jedoch von deutschen Behörden eine Lizenz zur Veranstaltung von Sportwetten erhalten. Damit ist das Angebot legal. Und warum sollten Zeitschriften nicht über ein legales Hobby berichten dürfen? Auch das Interesse der Allgemeinheit ist ohne jeden Zweifel vorhanden. Thematisch sind die Berichte sehr sachlich verfasst. Dennoch kommt auf der Seite von Bild Werbung vom hauseigenen Wettbüro zum Vorschein. Daher ist es in der Tat nicht leicht eine Abgrenzung vorzunehmen.

Positiv ist anzumerken, dass die Bild-Zeitung am Ende eines jeden Artikels auf Adressen verweist, die bei einer drohenden Spielsucht helfen. Sogar eine Telefonnummer wird mit ausgegeben. Dass zeigt eigentlich, dass der Axel Springer Verlag sich nicht nur für seine eigenen Sportwetten einsetzt, sondern auch die Gesundheit seiner Leser schätzt. Viele Zeitungen berichten zum Beispiel auch über die Lotto-Ziehungen. Dabei geht es nicht nur immer um die Zahlen, sondern ebenso um die Höhe des Jackpots und die Ausschüttungen. Doch hier ist noch nie jemand auf den Gedanken gekommen, den Zeitungen Werbung für das staatliche Lotto zu unterstellen. Natürlich profitieren die Medienhäuser in diesem Beispiel nicht direkt vom Lotto. Doch das Thema bringt ihnen Klicks und diese lassen sich in Werbeeinnahmen oder Abos ummünzen.

Bild prüft Beschwerde: Generell nimmt die Bild den Einwand ernst und will ihn intern prüfen. Bislang ist noch nicht herausgekommen, was diese Prüfung ergeben hat. BildBet betreibt der Axel Springer Verlag übrigens gemeinsam mit dem Traditionsbuchmacher Betvictor.

Ist Glücksspiel-Werbung auf den Homepages von Medienhäusern ein Problem?

Fernsehwerbung ist gestattet / Shutterstock.com

Erneut wollen wir etwas weiter fassen. Denn natürlich sind die Thema Sportwetten und Online-Casinos auch auf anderen Plattformen präsent. Lediglich die Verbindung zu einem Buchmacher, den die Bild-Zeitung hat, fehlt. Im konkreten Fall müsste also nicht die Werbung selber das Problem sein, sondern die Verbindung von Bild mit BildBet. Eventuell gibt es noch eine Kompromisslösung. So könnte Bild die entsprechenden Artikel sogar als „Anzeige“ ausweisen und sie auf diesem Weg zumindest offiziell als Werbung kennzeichnen. Aber trifft dies wirklich auf jeden Artikel mit Bezug zu Sportwetten zu?

Ansonsten gilt es zu differenzieren. Denn Glücksspiel-Werbung ist der neuen Gestaltung des Glücksspielstaatsvertrages nach inzwischen erlaubt. Und dies gilt nicht nur für Sportwetten, sondern ebenso für Online-Casinos. Es ist laut Gesetzestext ebenso gestattet, Dritte mit der Werbung zu beauftragen. Allerdings dürfen die Ziele des Staatsvertrages (z.B. das Entstehen einer Wettsucht verhindern) nicht unterlaufen werden. Erneut ist die Abgrenzung schwierig. Wenn die Medien zwar über Sportwetten berichten, gleichwohl aber auch auf die Gefahren hinweisen, haben diese Artikel dann eine aufklärende oder gefährdende Wirkung? Generell hat die Werbung jedoch einen klar positiven Aspekt. Denn längst nicht alle Wettanbieter haben eine deutsche Lizenz ausgestellt bekommen. Werben dürfen jedoch nur die legalen Buchmacher. Folglich findet durch die Werbung eine Kanalisation auf die erlaubten Online-Wettbüros und –Casinos statt.

Umgekehrt stehen die Medienhäuser natürlich in der Verantwortung gegenüber ihren Lesern. Es bleibt also eine Abwägung: Ist die Aufklärung durch Sportwetten-Themen höher zu gewichten als die Gefahr einer drohenden Spielsucht? Gerade die Bild-Zeitung verweist akribisch in jedem Artikel auf Adressen, an die sich Leser bei einer vermeintlichen Spielsucht wenden können.

Bild-Zeitung verweist auf Behörde: Tatsächlich schickt die Zeitung Problemspieler über einen eigenen Absatz in jedem Sportwetten Artikel zur „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“. Gleichwohl ist dort ein Verweis zu finden, dass sich dort auch Angehörige melden können.

Bild: Gehören Sportwetten-Berichte in Zeitungen verboten? 1200 1000 2021-07-28 07:33:10 Online-Casino.de

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