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Cashpoint und Tipwin erhalten Sportwetten-Erlaubnis in DE

Sabina Kugler, 12. Oktober 2020, Sport & Spiel

Erste Sportwetten-Lizenzen erteilt / Shutterstock.com

Da Sportwetten in Deutschland in aller Munde sind, wissen viele Sport-Fans gar nicht, dass diese laut Gesetz eigentlich verboten sind. Die einzige Ausnahme wären die staatlichen Sportwetten bei Oddset. Da jedoch die Wettanbieter Werbung im Fernsehen schalten und seit inzwischen vielen Jahren Wett-Tipps platziert werden, hat sich das Fehlen einer deutschen Lizenz nie wirklich bemerkbar gemacht. Deutsche Behörden sind auch nicht gegen Anbieter vorgegangen, die sich wiederum ohnehin auf ihre Europäische Dienstleistungsfreiheit berufen haben. Doch zum Juli 2021 soll ein neuer Glücksspielstaatsvertrag gelten. Darauf arbeitet auch das Regierungspräsidium in Darmstadt hin und hat jetzt schon die ersten Konzessionen für den Vertrieb von Online-Wetten in Deutschland vergeben.

Welche Unternehmen haben also eine Lizenz für Sportwetten in Deutschland erhalten? Dabei handelt es sich einmal um Tipwin und dann um Cashpoint. Letztgenannte Firma ist eine Online-Adresse, die unter der Schirmherrschaft der Gauselmann-Gruppe (bekannt durch Merkur) betrieben wird. Dass diese Konzessionen überhaupt schon zur Vergabe stehen, liegt an der Übergangsregelung. Denn bis der neue Glücksspielstaatsvertrag Mitte 2021 greift, sollen die Anbieter, welche sich an die künftigen Regeln halten, ihr Geschäft aufrechterhalten können.

Cashpoint erhält eine Sportwetten-Lizenz aus Darmstadt

Erneut ist die Gauselmann-Gruppe in Deutschland ein Vorreiter. Dieses Mal gehören sie zu den ersten Kandidaten, die eine Sportwetten-Lizenz erhalten. Denn laut Aussage eines Gauselmann-Sprechers hat das Regierungspräsidium Darmstadt die Konzession für die Vermittlung von Wett-Tipps stationär und im Online-Business am 9. Oktober 2020 erteilt. Technisch scheint dies jedoch noch nicht umgesetzt zu sein. Denn wer aktuell versucht Cashpoint von Deutschland aus anzusteuern, der wird mit einem Vermerk auf die internationale Seite oder alternativ auf X-Tipp verwiesen. Übrigens gilt die Konzession nicht nur für Hessen, sondern ist deutschlandweit gültig. Dies sollte erwähnt sein, da 2012 auch Schleswig-Holstein mal im Alleingang Lizenzen ausgestellt hatte. Die Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Anbietern soll den Schutz der Spieler vorantreiben.

Paul Gauselmann verwies bereits darauf, dass Cashpoint bereits seit 2014 die Voraussetzungen für das erste Konzessionsverfahren erfüllt habe. „Leider hat es bis heute gedauert, diesen rechtlichen Zustand der Unsicherheit zu beenden. Umso mehr freue ich mich aber, dass wir nun endgültig mit als Erste dabei sind“, so Gauselmann. Strikt gesehen sind Sportwetten damit erstmals deutschlandweit erlaubt. Denn bislang hatten nur einige Anbieter eine Lizenz für den Vertrieb ihrer Wetten in Schleswig-Holstein. Doch diese Konzessionen erstreckten sich nie auf das gesamte Bundesgebiet – auch wenn die Seite bundesweite über das World Wide Web zu erreichen waren.

Lizenzen werden später überführt: Derzeit ist noch das Regierungspräsidium in Darmstadt für die Erteilung von Konzessionen bezüglich der Sportwetten in Deutschland zuständig. Doch soll zu diesem Zwecke und natürlich ebenso zur Überwachung, eine ganz neue Behörde eingerichtet werden. Diese Behörde soll in Sachsen-Anhalt entstehen. Dorthin würden die bereits vergebenen Konzessionen dann überführt werden.

Auch Tipwin ist mit einer Sportwetten-Konzession bedacht worden

Tipwin und Cashpoint mit Lizenz / Shutterstock.com

Die Tipwin Ltd. hat vom Regierungspräsidium in Darmstadt ebenfalls eine Lizenz zur Veranstaltung von Sportwetten ausgestellt bekommen. Ähnlich wie bei Cashpoint handelt es sich hier um ein Unternehmen mit Sitz auf Malta. Und auch Tipwin gilt als Multichannel-Anbieter. Dies bedeutet, dass der Wettanbieter nicht nur im Online-Business tätig ist, sondern seine Sportwetten ebenfalls stationär vertreibt. Und für beide Formen der Vermarktung haben sie jetzt die Konzession aus Deutschland erhalten. Von Seiten Tipwins ist zu hören, dass die Verantwortlichen erleichtert sind, dass die Hängepartie jetzt ein Ende hat.

„Die Konzessionserteilung verspricht eine große Chance für alle beteiligten Personen, Politik, Behörden, Anbieter und Verbraucher. Es ist der erste Schritt zu einer realen und verantwortungsbewussten Regulierung der Sportwette in Deutschland. Wir hoffen, dass damit ein Weg auch zum neuen GlüStV 2021, weiteren rechtlichen Verbesserungen und auch zu einem effektiven Vollzug gegenüber nicht regulierungswilligen Anbietern beschritten ist“, so lässt Tipwin verkünden. Und damit spricht das Unternehmen direkt einen wichtigen Punkt an – den Wettbewerb. Denn alle Unternehmen, die jetzt schon eine Erlaubnis erhalten, könnten direkt im Vorteil sein. Dies gilt zumindest dann, wenn in Kürze die Verfolgung der Buchmacher beginnt, die ohne Konzession Wetten im Internet vertreiben.

Antrag auf Konzession: Schon am 2. Januar 2020 hatte Tipwin sich um eine Lizenz beworben. Genau wie bei Cashpoint fand die Erteilung am 9. Oktober 2020 statt.

Haben die Behörden dieses Mal dem internationalen Wettbewerb berücksichtigt?

Bereits im April klagte Vierklee aus Österreich gegen das Konzessionsverfahren in Deutschland. Denn ausländische Operatoren wurden nicht im Vorfeld, wie in Deutschland, informiert. Vierklee bekam Recht. Wir berichteten. Jetzt mag zwar der Fall eingetreten sein, dass alle Anbieter gleichermaßen über den Prozess der Konzessionierung für Sportwetten in Deutschland Bescheid wussten. Doch könnte die Informationsweitergabe bezüglich der gewünschten Änderungen technischer Hinsicht und weiterer Regeln wieder nur einigen Auserwählten zugänglich gewesen sein. Denn nach der Verkündung des Regelwerks bis hin zur Vergabe der ersten Sportwetten-Konzessionen sind nur wenige Tage vergangen.

Hatten dennoch alle Anbieter weltweit gleichermaßen Kenntnis von den geplanten Regeln zur Duldung? Oder war dies nicht nötig? Fest steht mit Sicherheit: Die Vergabe der ersten zwei Konzessionen für Sportwetten (Cashpoint und Tipwin) wird nicht das Letzte gewesen sein, was wir von der Lizenzierung zu hören bekommen.

Cashpoint und Tipwin erhalten Sportwetten-Erlaubnis in DE 1200 1000 2020-10-12 11:32:18 Online-Casino.de

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