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Casino und Sportwetten: Dürfen Zahlungen beschränkt werden?

Martin Hill, 3. September 2018, Sport & Spiel

Poker im Casino: Glück oder Geschick? (Bildquelle)

Die Gambling Commission im Großbritannien hat ein Machtwort hinsichtlich der Auszahlungen bei Casino- und Sportwetten-Anbietern gesprochen. Denn unter den vielen seriösen Firmen gibt es auch ein paar schwarze Schafe. Einige Unternehmen haben es mit ihren Auszahlungsrichtlinien den Kunden praktisch unmöglich gemacht, zeitnah an das eigene Guthaben zu kommen. Aus dieser Entwicklung hat die Glücksspielbehörde in Großbritannien seine Konsequenzen gezogen und Regeln erlassen.

Dass es sich die Unternehmen mit der Gambling Commission nicht verscherzen sollten, hat ein Fall aus dem letzten Jahr gezeigt. Denn damals wurde die renommierte 888 Holding zur Zahlung von 8,4 Millionen Euro verdonnert. Grund war damals das Versagen von Spielsperren und der damit nicht gewährleistete Spielerschutz. Dieses Mal geht es um Auszahlungsbeschränkungen, welche die Betreiber länger mit dem Guthaben der Kunden arbeiten lassen.

Ermittlungen stellen zwei Casinos heraus: Schindluder mit Auszahlungen?

Die Ermittlungen wurden von der Competition and Markets Authority (CMA) durchgeführt. Über Monate dauerte dieser Prozess an. Inzwischen wurden die zwei Casinos, Progress Play und Jumpman Gaming, aufgefordert die Zahlungsbeschränkung aufzuheben. Bei Zuwiderhandlung hat die Glücksspielaufsicht mit empfindlichen Strafen gedroht. Weiterhin wurden die Interessen der Spieler herausgestellt, welche durch die Verfehlungen der Betreiber nicht gewährleistet wurden. Zwei Sachverhalte stieß der Gambling Commission dabei übel auf. Diese möchten wir nachfolgend vorstellen.

Auszahlungsverzögerung: Die Casinos haben in ihren Zahlungsbedingungen oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen einen Passus verankert, welcher eine maximale Summe je Transfer vorschreibt. Dadurch wurden die Spieler in ihren Abbuchungen limitiert. Niedrige Limits führten dazu, dass die virtuelle Spielbank über einen längeren Zeitraum mit den Geldern der Kunden arbeiten konnte. Inzwischen hat die Gambling Commission ein Machtwort gesprochen: Jetzt muss eine Abbuchung des gesamten Betrages als Einmalzahlung gewährleistet werden.

Verfallende Guthaben: Noch unseriöser war jedoch die Vorschrift, dass sogar Kundengelder an das Casino fallen können. Wenn sich die Spieler über einen längeren Zeitraum nicht eingeloggt haben, so sah es der Passus der AGBs vor, geht das Guthaben automatisch an den Betreiber über. Die Glücksspielaufsicht kassierte auch diese Vorschrift ein. Gelder dürfen nicht mehr verfallen.

Tatsächlich haben sich die Anbieter einsichtig gezeigt. Die Ermittlungen sind geschlossen und sowohl Progress Play, als auch Jumpman Gaming, haben der Änderung ihrer Bestimmungen eingeleitet. Die Gambling Commission möchte diesbezüglich auch andere Wettbewerber aus dem Sektor der Sportwetten und der Casino Branche ansprechen, damit sich solche Fälle nicht häufen. Gerade in Großbritannien, wo Glücksspiel einen hohen Stellenwert einnimmt.

Casino und Sportwetten: Eine detaillierte Regulierung ist wünschenswert

Die Glücksspiel Aufsicht in U.K. reguliert den Markt

Nicht alle Casinos fallen unter die Aufsicht der britischen Glücksspielbehörde. Viele Unternehmen aus dieser Branche sind in Malta ansässig. Andere Länder haben ihre eigenen Aufsichtsbehörden. In jedem Fall gelten die hier erwähnten Vorschriften nicht für alle Casino- und Sportwetten-Firmen. Andere Anbieter können theoretisch noch mit entsprechenden Vermerken in den Geschäftsbedingungen arbeiten. Dadurch werden die Betreiber nicht automatisch unseriös. Gerade junge Casinos und Buchmacher beschränken die Auszahlungen gerne. Denn dadurch ist gewährleistet, dass ein früher Großgewinn nicht das Geschäft gefährdet. Die Gambling Commission hat hingegen den Spielerschutz an erste Stelle gesetzt. Neil McArthur ist Vorsitzender der Glücksspielaufsicht in Großbritannien. Er verweist eindringlich darauf, den Schutz der Spieler höher zu bewerten als den Gewinntrieb der Casino-Unternehmen.

Tatsächlich können mehrere Absichten hinter der verzögerten Auszahlung stecken. Einmal ist der genannte Schutz für junge Betreiber zu nennen, die sich gegen eine frühe Pleite absichern wollen. Umgekehrt können Spieler dazu verleitet werden, mit dem Guthaben weiter zu spielen. Denn wenn von einem 10.000 Euro Gewinn nur 1.000 Euro zur Überweisung in einem Monat freigegeben werden, bleiben theoretisch noch 9.000 Euro zum Spielen auf dem Konto. Viele Spieler können dieser Versuchung schließlich nicht wiederstehen und verspielen prompt einen Teil ihres Gewinns wieder.

Was Spieler tun können wenn die Casinos und Buchmacher nicht auszahlen

Zunächst einmal sollte die Frist, welche fast immer in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder auf der Seite der Zahlungsmodalitäten verankert ist, eingehalten werden. Bisweilen wird dort für die Banküberweisung ein großer Zeitrahmen von 10 Tagen und länger eingeräumt. Das wäre eigentlich nicht nötig, hat häufig etwas mit den Prozessen des Anbieters oder ebenfalls damit, dass Geld länger auf dem Spielerkonto zu halten, zu tun. Ist die Frist verstrichen, so gilt es sich an den Support zu wenden. Dies geht per Mail, Chat oder Telefon – wenngleich nicht immer alle Serviceoptionen verfügbar sind.

Tritt nach dem persönlichen Kontakt keine Besserung ein, so gilt die nächste Anfrage der Lizenzierungsbehörde. Jeder Betreiber muss auf seiner Homepage vorstellen, bei welcher Glücksspielaufsicht die Konzession ausgestellt wurde. Häufig findet sich diese Angabe im Fußbereich des Casinos oder des Sportwetten-Betreibers. Das Kürzel „mga“ gehört beispielsweise zu der Malta Gaming Authority. Schon die Kontaktaufnahme mit der Lizenzbehörde bringt oftmals spätestens Schwung in die Auszahlung. Denn hier wollen die Betreiber keine Probleme bekommen. Strafen reichen von einer Geldbuße, bis hin zur Rücknahme der Konzession. Und dann dürften keine Dienstleistungen mehr angeboten werden. Sollte die Behörde sich ebenfalls nicht rühren, bleibt nur noch der Gang vor ein Gericht. Allerdings haben fast alle Glücksspiel-Unternehmen ihre Zentrale im Ausland, was eine Klage erschwert.

Weitere Informationen zum Thema finden sich auf uk.gov.

Casino und Sportwetten: Dürfen Zahlungen beschränkt werden? 1200 1000 2018-09-05 16:11:59 Online-Casino.de

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