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Casino-Werbung erscheint auf illegalen Streaming-Seiten

Martin Hill, 4. Oktober 2016, Recht & Gesetze

Online-Geschäfte mit Erfolg

Streaming ist mehr als ein Trend. Wo Anbieter wie Netflix und Amazon Prime das Geschäft jedoch legal betreiben, Rechte einholen und Kunden über Abonnements binden, gibt es viele dubiose Seiten im World Wide Web. Hier können die neuesten Filme und Serien, zumeist schon vor der deutschen Erstveröffentlichung im Fernsehen betrachtet werden.

Die Problematik ist der Politik bekannt, bisherige Versuche die illegalen Homepages und deren Betreiber zur Rechenschaft zu ziehen, brachten bislang aber nur Teilerfolge. Wie die Welt kürzlich berichtete, poppen auf den illegalen Angeboten zumeist Werbung von Porno-Anbietern oder Glücksspiel-Konzernen auf.

Werbung finanziert illegale Streaming-Portale

Wieso ist das illegale Streaming für die Betreiber lukrativ? Zunächst fallen keine Kosten für den Einkauf von Lizenzen an. Hier beginnt der Weg in die Illegalität. Aber damit sich das dubiose Geschäft lohnt, müssen auch Einnahmen erzielt werden. Wer bereits eine entsprechende Seite besucht hat, dem wird die Vielzahl an Werbeangeboten aufgefallen sein.

Häufig ist die Werbung sogar in einem Maße aggressiv, dass der User ganz automatisch und häufig sogar unabsichtlich darauf klickt. Je nach Abmachung werden die Betreiber je Klick oder je Aufpoppen bezahlt.

Eine aktuelle Studie zur Werbefinanzierung von Piraterieseiten hat ermittelt, dass allein im Juli 2016 die 24 am häufigsten genutzten Videohoster 115 Millionen Besuche deutscher Einwohner zu verzeichnen hatten. Damit lag die Anzahl der Werbeeinblendungen nur für deutsche Nutzer bei 2,4 Milliarden. Auf das Jahr hochgerechnet kommen die am häufigsten besuchten illegalen Streaming-Seiten auf Werbeeinnahmen von mehr als 33 Millionen Euro. Weltweit ist hier wohl noch eine Null hinten dran zu hängen.

Welche Werbeeinblendungen erwarten die Besucher?

Tatsächlich steht das Glücksspiel auf den illegalen Streaming-Diensten hoch im Kurs. 22,3 Prozent, so ermittelte es die obige Studie, der Einblendungen kommen aus der Glücksspiel-Branche. Es folgen die Browsergames mit 12,1 Prozent. Aber auch bekannte Namen, wie Amazon, Bonprix und Babbel sollen vertreten sein.

Die Online-Casinos haben ihren Firmensitz häufig in Malta oder Gibraltar. Dennoch liegt in dieser Form der Werbung eigentlich ein Rechtsverstoß vor. Die Behörden scheinen jedoch machtlos. Wobei es laut Volker Rieck vom File Defense Service (FDS) Angriffspunkte gibt. Denn einige der Casino-Anbieter verfügen über eine deutsche Lizenz aus Schleswig-Holstein.

Eine ähnliche Geschichte spielt sich auch in England ab. Dort möchte die Gambling Commission, die englische Lizensierungsbehörde, nur noch Unternehmen zulassen, die nicht auf illegalen Piraterieseiten Werbung schalten. Einblicke in eine entsprechende Auflistung der Polizei von London werden angestrebt. An dieser Stelle könnten die Betreiber in die Pflicht genommen werden, sich zwischen der dubiosen Werbung und der legalen Lizenz für Deutschland zu entscheiden.

Bildquelle: Fotolia/Coloures-pic (Bild-ID: #120025429)

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