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Casino-Werbung in Krisenzeiten: Einfach mal verzichten?

Gehört Casino-Werbung beschränkt? / Shutterstock.com

Ein Online-Casino ist heutzutage ein weltweit tätiges Unternehmen. Natürlich sind dort die Medienkampagnen bis ins kleinste Detail geplant. Doch bei den aktuell laufenden Maßnahmen, besonders hinsichtlich der Fernsehwerbung, gibt es Kritik. In Krisenzeiten, wo viele Leute an die eigenen vier Wände gebunden sind, scheint die Werbung für Online-Casinos vielen Menschen fehl am Platz zu sein. Doch beflügelt die Casinowerbung wirklich das Glücksspiel? Neben einer Pro- und Contra-Abwägung schauen wir auch nach Großbritannien. Dort kommt es allem Anschein nach zu einem Verzicht der Casino-Werbung im Fernsehen.

Insgesamt haben die Online-Casinos während der Krise ihren Werbeaufwand erhöht. Dies geht aus Beobachtungen vom Bundesverband deutscher Glücksspielunternehmen (BDGU) hervor. Dass einige Spielcasinos offiziell nur in Schleswig-Holstein legal agieren dürfen, spielt scheinbar kaum eine Rolle. Doch ob nun H. P. Baxxter für Hyperino wirbt oder du doch bitte dein Glück bei DrückGlück versuchen sollst, derzeit scheinen TV-Spots für Internet-Casinos allgegenwärtig. Ist diese Art von Werbebombardement wirklich moralisch verwerflich, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig (CSU) anmerkte?

Pro- und Contra-Argumente zur Werbung von Online-Casinos

Zunächst nehmen wir die positive Stellung gegenüber den virtuellen Spielbanken ein. Wir eingangs schon angemerkt, handelt es sich dabei um eigenständige Unternehmen. Diese sind gegenüber ihren Angestellten und bisweilen sogar gegenüber ihren Aktionären natürlich verpflichtet, die Umsätze nach Möglichkeit zu steigern. Aus wirtschaftlicher Sicht macht das Schalten von vermehrter Werbung, während einer Zeit wo sich viele Zuschauer finden, sicherlich bezahlt. Dass es bezüglich der Online-Casinos noch keine klare Regelung gibt, ist zum Teil der Politik geschuldet. Bisherige Bemühungen sind fruchtlos geblieben. Ein erneuter Anlauf findet zum 1. Juli 2021 statt. Stünde jetzt schon ein gültiges Gesetz parat, gäbe es vermutlich einen gesonderten Paragraphen zur Glücksspiel-Werbung. Aktuell ist dem aber nicht so. Und da diverse Spielbanken in Schleswig-Holstein legal ihre Produkte anbieten dürfen, Fernsehwerbung aber nicht dermaßen regional zu schalten ist, scheinen die Marketingmaßnahmen im TV – mit Verweis auf das nördliche Bundesland – nicht gegen das Gesetz zu verstoßen.

Nebenbei bemerkt ist uns noch keine Studie bekannt, welche auf eine höhere Suchtgefahr durch Online-Spiele in Krisenzeiten verweist. Bislang ist es daher nur Spekulation. Vermutlich spielen einige Leute mehr. Andere, die aktuell ohnehin weniger verdienen, haben ihr Glücksspiel eventuell sogar heruntergefahren. Und die Spielhallen in den Bundesländern, sowie die landbasierten Casinos, sind ebenfalls geschlossen. Durchaus möglich, dass die Gesundheitskrise insgesamt sogar einen positiven Einfluss bezüglich des Suchtverhaltens ausübt. Auf der Contra-Seite steht die Langeweile der Fernsehzuschauer. Diese wünschen sich Zerstreuung. Und im Online-Casinos scheinen sie diese, so suggeriert es der TV-Spot, zu finden. Ist es noch die Freiheit des Einzelnen, online spielen zu dürfen oder sind die Bürger in der Bundesrepublik hier schutzbedürftig?

Werbung nicht nur im TV: Nicht alle Online-Casinos haben eine Lizenz von Schleswig-Holstein. Wer dort nicht konzessioniert ist, der schaltet aktuell oftmals vermehrt Werbung in den sozialen Medien oder sogar auf privaten Radiosendern.

Blick nach Großbritannien: Verzicht auf Glücksspiel-Werbung

Briten verzichten auf Glücksspiel-Werbung (Bildquelle)

Nachdem die Abgeordneten in Großbritannien ein Moratorium gefordert haben, scheint sich eine Lösung zur Glücksspiel-Werbung in Großbritannien anzubahnen. Denn das Betting and Gaming Council (BGC), in welchem 90 Prozent der Glücksspiel-Unternehmen von Großbritannien vertreten sind, hat folgendes verkündet: Radio- und TV-Spots sollen eingestellt werden, sofern die Verträge mit den Rundfunkveranstaltern dies zulassen. Alternativ findet immerhin eine Nachricht mit Verweis auf Wohltätigkeitsorganisationen während der Ausstrahlung Platz.

„Vom ersten Tag dieser Krise an haben wir versucht, potenziell gefährdete Kunden zu schützen“, sagt Michael Dugher als Geschäftsführer des BGC. Weiterhin führt er aus: „Dieser jüngste Schritt der regulierten Branche unterstreicht unsere Verantwortung für sichere Wetten und Spiele, hinsichtlich vieler Menschen die sich von der Außenwelt abgeschnitten und ängstlich fühlen.“ Mit Start am 7. Mai, bis hin zum 5. Juni sollen TV- und Radio-Werbung für Glücksspiele in Großbritannien verboten bleiben. Andere Marketingkanäle über soziale Medien, E-Mail-Newsletter und Anzeigen stehen den Unternehmen weiterhin offen. Kritik gibt es beispielsweise von Carolyn Harris als Politikerin der Labour Partei. Sie hätte sich solche Beschränkungen von Beginn der Krise an gewünscht und nicht mit sechs Wochen Verzögerung. Etwas brisant ist ebenfalls, dass der nationale Lotteriebetreiber Camelot aktuell noch Werbung in Großbritannien schaltet.

Reguliert sich das Glücksspiel selber? Dugher berichtet davon, dass es keine explosionsartige Entwicklung im Online-Glücksspiel gegeben habe. Da der Live-Sport zum Erliegen gekommen ist, ist das Internet-Spiel insgesamt ebenfalls sogar gesunken.

Wo darf in die Freiheit der Spieler eingegriffen werden?

Natürlich gibt es eine Freiheit zu spielen. Aktuell entscheidet jeder Mann und jede Frau zuhause selber, ob er den Weg ins Online-Casino wagt. Einige Länder erwägen während der laufenden Krise dem Online-Glücksspiel sogar eine Zwangspause aufzuerlegen. Hier würde den Kunden die Freiheit selber zu entscheiden genommen. Typische Zerstreuungen des Lebens, wie einen Kaffee mit Freunden trinken oder abends in gemütlicher Runde etwas trinken gehen, sind aktuell nicht möglich. Ob es in dieser Situation richtig ist, die Freiheit des Menschen weiter zu beschneiden – auch wenn diese Maßnahmen unter dem Deckmantel des Spielerschutzes getroffen werden – ist zu bezweifeln.

Casino-Werbung in Krisenzeiten: Einfach mal verzichten? 1200 1000 2020-05-04 15:36:47 Online-Casino.de

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