Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Casinos Austria: Grünes Licht für ReFit-Plan, Ärger vorprogrammiert

Dieter Maroshi, 2. September 2020, Wirtschaft

ReFit-Plan bei den Casinos Austria beschlossen / Shutterstock.com

Die Casinos Austria sind finanziell angeschlagen. Der Konzern hat zum einen mit der Corona-Krise zu kämpfen, auch vorher lief das Geschäft aber schon nicht in allen Bereichen optimal. Eine mögliche Lösung soll deshalb der sogenannte ReFit-Plan sein. Dieser hat sich in der Belegschaft quasi zum Unwort des Jahres entwickelt. Gut 500 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden, ebenso sieht der Plan Gehaltskürzungen mit den Angestellten vor.

Obwohl die Umstrukturierungspläne bereits seit mehreren Wochen für Kritik sorgen, hat der Sonderaufsichtsrat der Casag jüngst eine Einigung rund um den Plan erzielen können. Das dürfte für enorm schlechte Stimmung sorgen. Auf einer anderen Baustelle brodelt es ebenfalls. Die tschechische Sazka-Gruppe plant auch eine Neu-Ausrichtung des Portfolios. So sollen Casino- und Lotteriegeschäfte bald nicht mehr unter einem „Dach“, sondern aufgeteilt angeboten werden.

Schwere Monate für die Casinos Austria

Die Casinos Austria sind noch immer das Aushängeschild des österreichischen Glücksspielmarktes. Allerdings beginnt die Fassade so langsam, Risse anzunehmen. Die letzten Monate waren für die Casag enorm hart und haben an den Nerven gezerrt. Neben der globalen Gesundheitskrise hatten die Österreicher schon zuvor im Rahmen der „Ibiza-Affäre“ beide Hände voll zu tun, ebenso hat die Übernahme der Novomatic-Anteile durch die tschechische Sazka-Gruppe eine Menge Unruhe in den Arbeitsalltag gebracht. Das Problem: Die Entwicklungen haben die Casinos Austria nicht unbedingt in eine positive Richtung getrieben. Aus diesem Grund wurde bereits vor einiger Zeit ein sogenannter „ReFit-Plan“ erarbeitet. Wie der Name vermuten lässt, soll dieser den angeschlagenen Konzern wieder auf Vordermann bringen.

Das Sanierungskonzept ist allerdings massiv umstritten, vor allem bei der Belegschaft. Der Konzern möchte die Personalkosten um elf Prozent mindern. Das macht den Abbau von rund 500 Vollzeitstellen notwendig, selbst ganz Standorte könnten den Umstrukturierungsplänen zum Opfer fallen. Es lockt allerdings ein satter Lohn: Bis zu 40 Millionen Euro Personalkosten könnte die Casag auf diesem Wege einsparen.

Angeschlagener Gigant: Die Casinos Austria AG (Casag) ist mit zwölf Spielbanken und zahlreichen internationalen Beteiligungen einer der größten Glücksspielkonzerne Mitteleuropas. Mehr als 1.800 Menschen arbeiten für den Konzern, der zu mehr als 55 Prozent der tschechischen Sazka-Gruppe gehört.

Management vs. Betriebsrat: Ärger bei der Casag

Angestellte hoffen auf Betriebsrat. / Shutterstock.com

Dass der ReFit-Plan für eine Menge Zündstoff sorgen würde, war von Beginn an klar. Wie groß das Konfliktpotenzial aber wirklich ist, zeigt eine jüngste Entscheidung des Managements. Dieses teilte am Mittwoch mit, dass die Umsetzung des Plans beschlossene Sache sei. So wolle man mit dem ReFit-Plan den Konzern neu ausrichten und die Effizienz steigern. Zudem soll die Profitabilität gesichert und die strategische Redimensionierung ermöglicht werden. Bei den Betriebsräten allerdings stießen der Vorschlag nicht auf offene Ohren. Alle sechs Betriebsräte stimmten gegen den Plan, umgesetzt werden soll er trotzdem.

Manfred Schönbauer, der Chef des Zentralbetriebsrates, kritisierte nach der Mitteilung die Darstellung der Verlustzahlen. So würden diese weitaus höher dargestellt werden als diese in der Realität ausfallen. Darüber hinaus sei es überzogen, derart viele Mitarbeiter zu entlassen oder die Gehälter massiv zu kürzen. Sein Alternativ-Vorschlag: Teilzeitangebote für ältere Mitarbeiter. Bis 2022 könnten die Personalkosten laut Betriebsrat so um bis zu 30 Prozent reduziert werden. Zudem bemängelt der Betriebsrat, dass für die Aufstellung des Sanierungsprogramms eine externe Beraterfirma konsultiert wurde. Die hätte dem Konzern für sechs Wochen Arbeit anschließend rund 500.000 Euro in Rechnung gestellt.

Guter Rat ist teuer: Beraterfirmen wie in diesem Fall McKinsey kommen bei Sanierungsplänen, Übernahmen oder Ähnlichem üblicherweise zum Einsatz. Die teilweise horrenden Beratungskosten stehen seit vielen Jahren in der Kritik.

Management von Kündigungen ausgenommen?

Für einen weiteren faden Beigeschmack sorgt bei den Angestellten der Casag, dass bisher offenbar noch nichts über mögliche Einsparungen im Management bekannt wurde. Dabei würden viele der Mitarbeiter den Rotstift wohl zuerst hier ansetzen. Die Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremser soll jährlich bis zu 700.000 Euro brutto als Grundgehalt verdienen. Hinzu kommen Bonuszahlungen und eine Abfindung von 1,6 Millionen Euro für den Wechsel vom Finanzvorstand auf die aktuelle Position. Ähnlich spendabel waren die Casinos Austria bei zuletzt abdankenden Mitarbeitern. Alexander Labak kassierte als Ex-Vorstand eine Abfindung in Höhe von zwei Millionen Euro, Dietmar Hoscher sogar rund vier Millionen Euro. Zahlen, die eigentlich nicht sonderlich gut zu den letzten Entwicklungen des Konzerns passen. 2021 sollen sich die Verluste ohne Sanierung auf bis zu 65 Millionen Euro belaufen.

Casinos Austria: Grünes Licht für ReFit-Plan, Ärger vorprogrammiert 1200 1000 2020-09-02 09:51:07 Online-Casino.de

Weitere Casino News