Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Casinos Austria mit Problemen: Labak kündigt Rücktritt an

Ralf Schneider, 28. September 2018, Wirtschaft

Logo der Casinos Austria aus Österreich

Casinos Austria ist ein Glücksspielkonzern, der sich gefühlt schon viele Monate im Umbruch befindet. Der aktuelle Chef Alexander Labak ist nicht unumstritten, hat jedoch angekündigt seinen Vertrag erfüllen zu wollen. Gleichwohl ist jetzt bekannt geworden, dass der aktuelle Boss nur bis zum Ablauf der Vertragsfrist bleibt. Somit ist Labak noch bis Ende 2019 der starke Mann bei der CASAG. Und damit beginnt praktisch die Suche nach einem Nachfolger. Gleichwohl musste Casinos Austria sich eingestehen, dass die Casinos in Österreich derzeit unrund laufen.

Was ist los bei Casinos Austria? Die Analyse der Geschäftsstrukturen gestaltet sich aktuell schwierig. Denn einerseits gibt es Bereiche, gerade im Online-Segment, die im Aufschwung sind. Andererseits finden sich die physischen Casinos in einer prekären Lage. Dass jetzt zu dieser Situation noch die Suche nach einem neuen Casinos-Chef abgehalten werden muss, ist ein weiterer Baustein.

Alexander Labak tritt bei Casinos Austria Ende 2019 zurück

In der jüngeren Vergangenheit hat sich Alexander Labak vehement gegen einen frühzeitigen Abgang von Casinos Austria gewährt. Die Medien hatten schon mit einem vorzeitigen Rücktritt gerechnet. Er verwies hierbei jedoch immer nur auf seinen gültigen Vertrag. Und dieser läuft bis zum Ende des Jahres 2019. Genau an diesem Stichtag möchte er jedoch seinen Hut nehmen. Dies teilte Labak dem Aufsichtsrat am vergangenen Dienstag mit. Das Unternehmen hat daraufhin mitgeteilt, dass der Generaldirekter nach Ablauf seines Vertrages nicht mehr zur Verfügung steht. Und damit beginnt die Suche nach einem Nachfolger. Brisant ist hierbei, dass ebenfalls die Verträge der drei Vorstände Ende 2019 ablaufen. Es wird jedoch eine Vertragsverlängerung zum Ende des Jahres 2018 erwartet. Dies gilt jetzt natürlich nicht mehr für Alexander Labak, falls ihm ein neuer Kontrakt überhaupt angeboten worden wäre. Vielleicht ist er mit seiner Ankündigung Casinos Austria einfach zuvorgekommen.

Labak verkündete offensiv, dass er bis Vertragsschluss noch aktiv an der Gestaltung des Unternehmens teilhaben möchte. Unter den Vorständen befindet sich mit Bettina Glatz-Kremsner eine Kandidatin auf den Posten der Casinos-Führung. Allerdings hat die Suche erst vor wenigen Tagen begonnen, so dass konkrete Tendenzen noch nicht abzusehen sind. Weiterhin gab es zusätzliche Rochaden beim Personal. Denn der bisherige Direkter des Wiener Casinos, Reinhard Deiring, wurde die Leitung der zwölf Casinos in Österreich übertragen. Gemeinsam mit Christian Lang, der bislang das Beteiligungsmanagement geleitet hat, soll diese Aufgabe angegangen werden. Das Gespann löst Christian Schulz ab, der nach zehn Jahren in diesem Amt mit neuen Aufgaben im Konzern betraut wird. Die Änderungen treten zum 1. Oktober 2018 in Kraft.

Casinos Austria International: Auch bei der Auslandstochter gibt es Veränderungen. Helmut Wede, ehemals Manager der Schweizer Geschäfte, unterstützt Christoph Zurucker-Burda künftig in der Geschäftsführung.

Casinos Austria: In Österreich sieht es derzeit nicht gut aus!

Österreich bekommt Konkurrenz aus dem Ausland (Bildquelle)

Casinos Austria muss seine Bilanz gerade zweigeteilt sehen. Die gesamte Konzernbilanz ist sicherlich positiv zu bewerten. Dennoch stehen die Casinos in Österreich vor einer Herausforderung. Insbesondere Bregenz und Wien fehlt es an Spielern. Bei Bregenz lässt sich dies erklären. Novomatic und die CASAG selber eröffneten kürzlich zwei Casinos in Liechtenstein. Ein gewisser Besucherstrom wurde also dahin umgeleitet. Labak spricht diesbezüglich von einer Überschneidung von 60 Prozent hinsichtlich des Einzugsgebietes. Ebenso ist die Flaute des Schweizer Franken in die Überlegung einzubeziehen. Werden Bregenz und der neue Standard in Liechtenstein jedoch addiert, so übertrifft die Bilanz das Vorjahresergebnis.

Ein weiteres Problem wurde jedoch diagnostiziert. Es fehlt an sogenannten Highrollern. Dabei handelt es sich um Besucher, die sich durch große Einsätze von der regulären Kundschaft abheben. Der Casinos-Boss sieht hier die Regulierung als einen Grund. Denn gerade Besucher aus dem Ausland schrecken verschärfte Rahmenbedingungen ab. Auch hat das Unternehmen seine Bemühungen beim Marketing zurückgefahren. Diese Strategie diente jedoch dazu, Mittel für eine neue Kampagne zu sammeln. Eine entsprechende Werbeoffensive ist seit vergangenem Sonntag in Betrieb. Ebenfalls werden größere Rücklagen für Pensionäre benötigt, um der steigenden Lebenserwartung Rechnung zu tragen.

Bilanz-Retter: Casinos Austria International, das einstige Sorgenkind, läuft sehr gut. Weiterhin sind die Lotterien win2day und die WINWIN-Spielhallen zu nennen. Labak spricht hier sogar von einem „Rekordkurs“.

Zur Personalie Labak und der Suche nach dem Spitzel

Alexander Labak hat seinen Rücktritt angekündigt. Jetzt bleiben ihm noch gut 15 Monate als Boss von Casinos Austria. In einer hausinternen Mitteilung ließ er folgendes in Hinblick auf seinen Abschied verkünden: „Weil ich, zusammen mit meiner Frau, für danach schon konkrete Pläne habe. Es war nie mein Ziel, bei der CASAG in Pension zu gehen“, erklärt Labak seine Beweggründe. Doch hat der Generaldirekter vor kurzem eine weitere Baustelle geöffnet. Er unterstellte zwei Betriebsräten interne Informationen an die Medien gegeben zu haben. Eine „renommierte Anwaltskanzlei“ wurde jetzt mit der Untersuchung des Sachverhalts beauftragt. Nachdem die Fachleute eine Empfehlung ausgesprochen haben, sollen Maßnahmen ergriffen werden. Labak verweist auch auf die guten Beziehungen zwischen Betriebsräten und Management beim Lotterie-Part und spielt gleichzeitig auf das derzeitige Dilemma bei den Casinos an: „ein partnerschaftlicher Umgang ist auch bei den Casinos in Österreich eine Grundvoraussetzung, denn gerade wenn man eine Position im Zentralbetriebsrat einnimmt, trägt man eine Verantwortung, zum Wohle der Unternehmensgruppe zu handeln“.

Casinos Austria mit Problemen: Labak kündigt Rücktritt an 1200 1000 2018-09-28 10:58:16 Online-Casino.de

Weitere Casino News