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Casinos Austria: Novomatic-Ausstieg besorgt Sazka Mehrheit

Dieter Maroshi, 9. März 2020, Wirtschaft

Casinos Austria jetzt unter tschechischer Führung / Shutterstock.com

In Österreich betreibt die Casinos Austria AG zwölf Spielbanken. Außerdem hält der teilverstaatlichte Konzern Beteiligungen an internationalen Glücksspielunternehmungen. Vom Stammsitz in Wien aus, wird über das Geschäft weltweit beraten. Nachdem die Staatsholding ÖBAG auf ihr Vorkaufsrecht der Aktien von Novomativ verzichtete, haben die Tschechen jetzt die Mehrheit des Konzerns erreicht. Gemeint ist die Sazka-Gruppe, die schon längere Zeit als bislang größter Aktionär mehr zu sagen haben wollte. Dank eines Syndikatsvertrages hat die ÖBAG weiterhin ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen.

Schon am vergangenen Freitag hat die Staatsholding bekanntgegeben, nicht von ihrem vertraglich fixierten Vorkaufsrecht Gebrauch machen zu wollen. Damit ist die tschechische Mehrheit beschlossen. Denn mit der Übernahme des Novomatic-Anteils kommt die Sazka-Gruppe auf mindestens 53,2 Prozent des Unternehmens. Nach einigen Querelen in der jüngeren Vergangenheit, soll der Fokus jetzt wieder auf das wirtschaftliche Wohl und weitere Wachstum der Firma gelenkt werden.

Die Spekulationen um die Zukunft der Casinos Austria sind beendet

Die Schwebepartie ist vorbei. Novomatic beschloss bereits im Dezember, bei den Casinos Austria auszusteigen. Schon damals war sofort klar, dass die Sazka-Gruppe ein starkes Interesse anmelden würde. Doch interessiert zu sein reicht alleine eben nicht aus. Als Staatsholding hätte die ÖBAG ein Verkaufsrecht geltend machen können. Der Verzicht darauf machte den Weg für Sazka frei. Doch ist der Aufkauf der Novomatic-Aktien nicht ohne Bedingungen vonstattengegangen. Denn die ÖBAG hat mit den Tschechen einen Syndikatsvertrag abgeschlossen. Sämtliche Details sind nicht bekannt. Doch ist von einem „Österreich-Paket“ die Rede, welches Arbeitsplätze vor Ort sichern soll. Damit soll gewährleistet sein, dass der Kernsitz und die steuerliche Erfassung in der Alpenrepublik verbleiben. Auch sollen die Arbeitsplätze unangetastet bleiben. Ebenfalls bestehen bleibt die Sport- und Kulturförderung. Mit einer Laufzeit von 15 Jahren, sichert der Vertrag die Zukunft des Unternehmens in Österreich ab.

Doch was hat es mit dem Syndikatsvertrag weiterhin auf sich? Die ÖBAG hätte sich die Anteile auch selber sichern können. Daran besteht jedoch kein gesteigertes Interesse. Das Wohl des Unternehmens steht im Fokus. Der Vertrag regelt das Wirtschaftsleben unter den Eigentümern. So hat die ÖBAG ebenfalls ein Nominierungsrecht für den Aufsichtsrat und den Chef des Vorstandes zugesprochen bekommen. Weiterhin ist die Rede davon, dass bei bestimmten Entscheidungen ein Vetorecht besteht. Thomas Schmidt äußert sich in seiner Rolle als ÖBAG-Vorstand so, dass „in Zukunft nicht mehr der Streit zwischen Eigentümern, sondern ausschließlich das Wohl und das weitere Wachstum des Unternehmens im Mittelpunkt stehen.“ Weiterhin führte er aus: „Dieser Vertrag wird Ruhe und Stabilität in das Unternehmen bringen.“

Rechtlich ein 50-Prozent-Eigentümer: Aus Österreich ist zu entnehmen, dass der ÖBAG die gleichen Rechte und Pflichten zukommen sollen, als würden sie die Hälfte der Anteile am Unternehmen halten.

So sind die Anteile am Unternehmen künftig verteilt

Rückzug von Casinos Austria / Bild: Novomatic Gruppe

Die Casinos Austria AG befindet sich in Sachen Eigentümerschaft im Umbruch. Was bleibt gleich? Vermutlich behalten Schelhammer & Schattera (5,3 Prozent), sowie die Privatstiftung Melchart (4,9 Prozent) ihre Anteile. Auch die Staatsholding, welche 33,2 Prozentpunkte hält, stockt die Anzahl seiner Wertpapiere nicht auf. Die Möglichkeit hätte bestanden. Doch der Syndikatsvertrag macht es aus ihrer Sicht nicht nötig. Somit sind die Anteile von Novmatic, es handelt sich um 17,2 Prozent des Unternehmens, frei für die Sazka-Gruppe. Damit steigt deren Anteil von 38,3 auf bis zu 56,5 Prozent an. Da auch andere Aktionäre auf einen Teil der Wertpapiere pochen können, ist der Anstieg auf mindestens 53,2 Prozent beschränkt. Dies ist allein dadurch möglich, dass die ÖBAG auf ihre Anteile verzichtet. Sonstige Aktionäre, die noch insgesamt zu 1,1 Prozent an den Casinos Austria beteiligt sind, sind zu vernachlässigen.

Syndikatsverträge sind für die ÖBAG nichts Neues. Ob es sich um die Telekom Austria oder den Energiekonzern OMV handelt, ähnliche Vereinbarungen wurden schon mehrfach geschlossen. Durch diesen Stimmbindungsvertrag, wie das Syndikatsvertrag auch genannt wird, behält die Staatsholding ein Mitspracherecht bei den wichtigen Entscheidungen. Darüber hinaus hat die ÖBIB durchgesetzt, dass der Hauptsitz in Österreich bestehen bleibt und die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Personalaffäre vergessen machen: Jetzt gilt es sich wieder auf die Wirtschaft und das Unternehmen zu fokussieren. Den Personalschacher gilt es hinter sich zu lassen.

Plant Casinos Austria den Börsengang?

Nach bis zum Nachmittag des vergangenen Freitags wurde sich beraten. Letztlich kamen die Entscheidungsträger jedoch zu dem Schluss, dass ein Börsengang zur jetzigen Zeit nicht die richtige Maßnahme ist. Generell stand jedoch im Raum, dass die ÖBAG ihre Anteile an Casinos Austria von einem Drittel auf ein Viertel abgesenkt hätte. Dies hätte ein wenig Geld in das Staatssäckel gespült. Langfristig scheint der Weg an die Börse noch immer eine Option zu sein. Doch kurzfristig gilt es erst einmal das Unternehmen zu stabilisieren und intern für Ruhe zu sorgen.

Freilich gibt es weitere Gründe, die gegen einen Börsengang zur jetzigen Zeit sprechen. Dazu zählen die Turbulenzen an den Aktienmärkten, die durch das Coronavirus ausgelöst wurden. Zudem bräuchte es für einen möglichen Gang an die Börse einen entsprechenden Beschluss der Regierung. Was wohl nach dem Syndikatsvertrag noch folgen wird, ist eine Verschlankung der Strukturen im Aufsichtsrat.

Casinos Austria: Novomatic-Ausstieg besorgt Sazka Mehrheit 1200 1000 2020-03-09 10:10:35 Online-Casino.de

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