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Casinos Austria: Novomatic und Sazka kämpfen um Aufsichtsrat

Logo der Casinos Austria aus Österreich

Die tschechische Sazka-Gruppe ist derzeit mit 38 Prozent der Hauptaktionär bei Casinos Austria. Neben der Staatsholding ÖBIB, hat ebenso Novomatic ein Wörtchen mitzureden. Kürzlich sollten die Posten der Aufsichtsräte neu besetzt werden. Innerhalb eines Vertrages zwischen Novomatic und Sazka hätten die Österreicher angeblich für die Vorschläge der Tschechen stimmen sollen. Es kam aber ganz anders.

Es waren Posten für 12 Kapitelvertreter zu vergeben. Und die Sazka-Gruppe reichte direkt zwölf Vorschläge ein. Diese Dreistigkeit wurde von der Staatsholding als offener Angriff aufgefasst. Dabei ist es unlängst kein Geheimnis mehr, dass die Tschechen die volle Kontrolle über die Casinos Austria erlangen wollen. Jetzt hat die Sazka-Gruppe lediglich die ihnen zustehenden fünf Aufsichtsratsposten erhalten. Allerdings soll eine Klage gegen Novomatic folgen. Der Grund: Vertragsbruch.

Eigentümer uneins: Novomatic und Sazka im Kampf um Casinos Austria

In Österreich ist längst von einer Kampfabstimmung die Rede. In der Geschichte der Casinos Austria ist diese Uneinigkeit unter den Eigentümern erstmals aufgetreten. Bislang verstanden sich alle Parteien immer prächtig. Grund für die Unstimmigkeiten ist ein Stimmbindungsvertrag, welcher zwischen Novomatic und Sazka geschlossen wurde. Demzufolge hätte das Unternehmen aus Niederösterreich bei allen zwölf Posten ihre Stimmen für die Vorschläge der Tschechen abgeben müssen. Jeder Aktionär konnte seine eigenen Kandidaten aufstellen. Über diese wurde schließlich im Kollektiv abgestimmt. Weiterhin gab es eine zuvor festgelegte Anzahl an Posten, die von jedem Unternehmen zu vergeben waren. Die Sazka-Gruppe erhielt fünf Aufsichtsratsmitglieder zugesprochen. Das war ihnen zu wenig.

Warum ist die Sazka-Gruppe so versessen darauf, die volle Kontrolle im Aufsichtsgremium zu erlangen? Zunächst einmal wäre dies ihr Schlüssel, die Casinos Austria zu kontrollieren. Außerdem ist die Rede davon, dass es ihnen leichter fallen würde, die 500-Millionen-Euro-Anleihe zu begehen, wenn das Glücksspielunternehmen konsolidiert ist. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die Tschechen bei einem solchen Versuch gescheitert sind. Zuvor haben sie versucht einen vierten Vorstand zu integrieren. Jetzt wollten sie alle zwölf Posten im Aufsichtsrat. Beide Aktionen sind fehlgeschlagen. Dabei haben sie den stärksten Mann im Vierervorstand: Generaldirektor Alexander Labak ist jedoch nicht zu 100 Prozent unumstritten. Ein Gegenpol ist auch die ÖBIB, welche Casinos Austria unbedingt in den Händen der Österreicher halten möchte.

Casinos Aufsichtsrat: Insgesamt befinden sich 18 Personen in diesem Gremium. Es handelt sich um 12 Kapitelvertreter zuzüglich 6 Belegschaftsvertreter.

Novomatics Stimmabgabe bringt Sazka-Gruppe auf

Bildquelle: Novomatic Gruppe

Es soll eine Absprache, die im Stimmbindungsvertrag zwischen Novomatic, die für 2017 Rekordzahlen auswiesen und Sazka festgehalten seien soll, gegeben haben. Demnach hätte Novomatic für die zwölf Vertreter der Tschechen votieren müssen. Gleichwohl hat die Sazka-Gruppe zwei Vertreter von Novomatic unterstützt, sowie einen Kandidaten von der Grawe-Gruppe. Novomatic ist mit 17 Prozent an den Casinos beteiligt. Bei Grawe sind es über 5 Prozent. Kernpunkt könnte die Frage sein, ob der Stimmbindungsvertrag seine Gültigkeit in allen strategischen Fragestellungen besitzt oder nur für das operative Geschäft gilt. Fest steht jedenfalls, dass sich Novomatic bei der Abstimmung nicht an diesen Vertrag gebunden sah. Somit hat Novomatic den tschechischen Übernahmeversuch verhindert. Der ÖBIB wird es nur Recht gewesen sein.

Hätte sich Novomatic jedoch an den Stimmbindungsvertrag gehalten, so wäre das Voting eindeutig für die Sazka-Gruppe ausgegangen. In diesem Fall hätten die Tschechen ihre Kandidaten alle unterbringen können. Denn um einen Aufsichtsrat zu bestätigen, bedarf es lediglich der Mehrheit. Und die 38 Prozent von Sazka, sowie die 17 Prozent der Novomatic-Gruppe hätten diesbezüglich ausgereicht. Die staatliche Beteiligungsgesellschaft wäre überstimmt worden. Jetzt hat doch jeder die Anzahl an Posten im Aufsichtsrat, die dem jeweiligen Unternehmen gemäß ihrem Aktienanteil zusteht. So ist die Sazka-Gruppe mit fünf von zwölf Aufsichtsräten, bei 38 Prozent Aktienanteil, bedacht worden. Allerdings scheinen die Tschechen sich damit nicht zufrieden geben zu wollen.

Chef des Aufsichtsrates: Rothensteiner bleibt der starke Mann im Rat. Er gilt als Mann der ÖBIB. Grundlegend hat sich nach der Abstimmung nicht viel geändert.

Sazka-Gruppe erwägt Klage gegen Novomatic

Hat Novomatic einen Vertrag mit der Sazka-Gruppe gebrochen? Die Tschechen sagen Ja, die Österreicher Nein. Jetzt könnte die Entscheidung vor Gericht gefällt werden. Denn die Sazka-Gruppe pocht auf einen Vertragsbruch von Novomatic. Eine offizielle Aussage der tschechischen Unternehmer hört sich folgendermaßen an: „Der neu gewählte Aufsichtsrat der Casinos Austria AG entspricht nicht den Rechten und den bestehenden gültigen Vereinbarungen zwischen der Sazka Group und den Miteigentümern der Casinos Austria AG. Die Sazka Group sieht sich in der bedauerlichen Situation, alle notwendigen Maßnahmen ergreifen zu müssen, um die ihr zustehenden Rechte zu sichern und zu schützen.“ Novomatic wehrte sich umgehend: „Wir teilen diese Meinung nicht“, ließ ein Novomatic-Sprecher sich zitieren. Wegen einer Verschwiegenheitserklärung bleibt es jedoch bei Andeutungen.

Die Sazka-Gruppe scheint sich der Kontrolle im Machtkampf um die Casinos Austria bereits sicher gewesen zu sein. Denn aus dem Geschäftsbericht des Jahres 2017 geht hervor, dass wegen einer Vereinbarung mit Novomatic schon praktisch die Kontrollfunktion in den eigenen Händen liegt. Es gibt jedoch vage Hinweise darauf, dass Novomatic das Recht eingeräumt sein könnte, eine Vereinbarung aufzulösen. Jetzt bleibt es abzuwarten, ob die Sazka-Gruppe den nächsten Schritt geht und versucht den Vertrag mit Novomatic auf gerichtlicher Ebene durchzusetzen. Vorerst ist die Machtübernahme der Casag, durch die Sazka Group, in jedem Fall gescheitert.

Casinos Austria: Novomatic und Sazka kämpfen um Aufsichtsrat 1200 1000 2018-07-16 13:26:44 Online-Casino.de

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