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Casinos Austria unter Sazka-Führung: Knapp 400 Stellen gestrichen

Martin Hill, 29. Juni 2020, Wirtschaft

Logo der Casinos Austria aus Österreich

Nachdem die Sazka-Gruppe aus Tschechien die Mehrheit von Casinos Austria besitzt, wird sich im Unternehmen einiges ändern. Zuletzt hat der Konzern unter schlechter Presse gelitten. Freilich waren die Probleme hausgemacht. Ziel ist es das Unternehmen zu verschlanken und wirtschaftlich wieder auf Kurs zu bringen. Sollte diese Zielsetzung jedoch nicht von einem Erfolg beschieden sein, so stehen eventuell sogar Casino-Standorte vor dem Aus. Die Zügel, wie der teilstaatliche Glücksspielkonzern wieder auf die Beine zu bringen ist, liegen jetzt jedoch bei der Sazka-Gruppe in der Hand.

Was war bei den Casinos Austria vorgefallen? Unter den Eigentümern kam es zum Streit. Sogar die Justiz wurde auf den Plan gerufen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand der Postenschacher im Unternehmen. Beteiligt waren der Chef des Aufsichtsrates und sein Stellvertreter. Doch abseits dieser firmeninternen Quälereien, gibt es weitere Herausforderungen. Denn wegen der Corona-Krise mussten die Spielbanken geschlossen werden. Rauchverbote sind ein weiteres Thema. Folglich stehen die Umsätze für 2020 unter keinen guten Stern. Und in dieser turbulenten Phase erlangte die Sazka-Gruppe die Mehrheitseigentümerschaft. Jetzt gilt es das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

ReFit: Sanierungspaket und Job-Abbau bei den Casinos Austria

Wie ist die Interessenlage bei den Casinos Austria? Inzwischen liegt die Mehrheit mit gut 55 Prozent bei der Sazka-Gruppe. Die Staatsholding ÖBAG steht weiterhin bei 33,24 Prozentpunkten. Die restlichen Wertpapiere obliegen den Kleinanlegern. Die Tschechen sind an die Macht gekommen, weil Novomatic ihre 17,19 Prozent abgegeben hat. Robert Chvatal äußerte sich, nachdem die Mehrheit im Unternehmen offiziell bestätigt wurde, wie folgt: „Die Sazka-Gruppe ist als einer der größten paneuropäischen Lotteriebetreiber bestrebt, maximale Anstrengungen für die Weiterentwicklung des Unternehmens und Produktinnovationen zu unternehmen.“ Für den 8. Juli 2020 ist bereits eine Sondersitzung geplant. Dann soll das Konzept ReFit, ein internes Sanierungsprogramm, zur Präsentation freigegeben sein. Auch steht die Ernennung von vier weiteren Personen ins Gremium an. Über das Programm ReFit sind schon einige Planungen an die Öffentlichkeit gedrungen.

An der Spitze des Unternehmens steht Bettina Glatz-Kremsner. Sie ist schon über 30 Jahre in der Firma und kennt sich entsprechend aus. Sie sitzt beim Restrukturierungskonzept freilich mit am Tisch. Inbegriffen sind die zwölf inländischen Casino-Standorte, sowie die Auslandstochter Casinos Austria International und die Lotterien. Ebenfalls genannt ist das Cuisino, also das Gastronomie-Konzept. Was schon feststeht ist, dass deutliche Sparmaßnahmen geplant sind. Neue Strukturen bei den Gehältern, der Abbau von 390 Stellen bis 2022, sowie Ausstiegsmodelle für Mitarbeiter (samt Abfertigungen) sind angedacht. Weiterhin enthält ReFit wohl Sozialpläne, Teilzeitmodelle und neue Betriebsvereinbarungen. Gespräche mit dem Finanzministerium und der Aufsichtsbehörde sind geplant. Denn als einzige Alternative zum ReFit-Programm ist die Schließung von Casinos-Standorten genannt.

Wien und Bregenz sind sicher: Unter den Casinos Austria Spielbanken laufen diese beiden Standorte finanziell am besten.

Über die aktuelle Gehaltssituation und finanzielle Herausforderungen

Sazka-Gruppe hat die Mehrheit / Shutterstock.com

Soll der Konzern fit für die Zukunft gemacht werden, geht es wohl oder übel nur über die Mitarbeiter. Denn dieser Posten macht in der Bilanz wohl 64 Prozent aus. Es ist die Rede davon, dass die gesamten Casag-Betriebskosten bei 150 Millionen Euro (2019) lagen und die Personalaufwendungen 96 Millionen Euro davon vereinnahmen. Wer diese Zahl mit den Einnahmen ins Verhältnis setzen möchte, der liegt bei ungefähr der Hälfte der Nettospielerlöse. Im Fokus stehen besonders die Mitarbeiter ab 2006 und früher. Denn die „alten“ Angestellten kassieren 6.200 Euro, während später angestellte lediglich 2.700 Euro monatlich mit nach Hause nehmen. Doch soll der Vorstand nicht vergessen werden, der im Jahr 2019 alleine 12,6 Millionen Euro an Personalkosten verbrauchte.

Doch die finanziellen Herausforderungen gehen über das Jahr 2019 und die Ausgaben für das Personal hinaus. Denn 2020 kam die Corona-Krise. Die Casinos blieben zu. Einnahmen gingen dem Unternehmen durch die Lappen. Obendrein kam das Rauchverbot, was dem Umsatz letztlich sicherlich nicht gutgetan hat. Und natürlich wird die Konkurrenz im Internet immer stärker. Dort gibt es Auswahl und Boni. Freilich können die Casinos Austria mit ihrem Flair und Service überzeugen. Die Casag selbst hat zu alledem keine Stellungnahme abgegeben. Doch ist auch dort durchgedrungen, dass es „größerem Handlungsbedarf“ gibt.

Aufsichtsratssitzung am 8. Juli 2020: An diesem Datum werden konkretere Pläne von ReFit-Programm öffentlich werden.

Casinos Austria erwarten einen Verlust

Es ist für viele Branchen ein schweres Jahr. Bei den zwölf Inlandskasinos soll ein Verlust in Höhe von 60 Millionen Euro auf dem Papier niedergeschrieben stehen. Dabei verbuchen die Casinos in Wien, Innsbruck, Bregenz und Salzburg immerhin Gewinne. Doch werden die Casinostandorte schon länger von der ertragreichen Lotterie, wozu auch die Online-Plattform win2day zählt, getragen. So wurde bereits Ende Mai eine Dividende in Höhe von 53 Millionen Euro, von den Lotterien, an die Casinos bezahlt.

Wenngleich vorerst keine Schließung von Standorten vorgesehen ist, so soll der Syndikatsvertrag mit der tschechischen Sazka-Gruppe keine Sicherheiten für einzelne Standorte, noch für Arbeitsplätze beinhalten. Ein Sprecher der Casinos Austria äußerte sich obendrein mit Blick in die Vergangenheit und verwies darauf, dass das Geschäft in der Zehn-Jahre-Rückschau deutlich profitabel gewesen ist. Aber auch die Automatenhallen sollen ein 7-Millionen-Defizit vorweisen. Casinos Austria International rechnet mit einem 13 Millionen Euro Verlust.

Casinos Austria unter Sazka-Führung: Knapp 400 Stellen gestrichen 1200 1000 2020-06-29 10:46:08 Online-Casino.de

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