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Casinos Austria: Verstießen Betriebsräte gegen Pflichten?

Christian Webber, 17. September 2018, Sport & Spiel

Logo der Casinos Austria aus Österreich

Es brodelt schon länger in der Führungsetage von Casinos Austria. Es ist gerade mal ein paar Monate her, da haben die Betriebsräte gegen Alexander Labak aufgebehrt. Jetzt hat der Generaldirekter den Spieß jedoch umgedreht. Er wirft zwei Betriebsräten einen Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht vor. Diese Vorwürfe werden jedoch nicht hinter verschlossenen Türen vorgetragen, sondern innerhalb eines Brandbriefes, welchem ebenso der Presse vorliegt.

Die Außendarstellung bei Casinos Austria lässt derzeit zu wünschen übrig. Da kämpfen die Novomatic und Sazka Gruppe offen um Plätze im Aufsichtsrat und Alexander Labak und der Betriebsrat liefern sich ein Scharmützel nach dem anderen. Nachdem sich der Betriebsrat über das Verhalten vom Generaldirektor echauffiert hat, gibt es jetzt die Retourkutsche. Chef Labak schießt scharf gegen den Betriebsrat und setzt sich gleichermaßen gegen eine vorzeitige Absetzung zur Wehr.

Brandbrief an den Aufsichtsrat: Labak prangert fehlende Verschwiegenheit an

Offiziell hat Die Presse die Geschichte um den Brandbrief an die Öffentlichkeit gebracht. Labak hat seinen Brandbrief einerseits an die Kollegen im Vorstand verschickt, weiterhin ebenso an das Präsidium des Aufsichtsrates. Der Inhalt verweist darauf, dass zwei Aufsichtsräte die Pflichten zur Verschwiegenheit verletzt haben. Drei Seiten umfasst das Schriftstück, welches unter anderem auf „Hinweise auf grobe Missstände in der Casinos Austria AG“ verweist. Dabei hebt der Chef heraus, dass die Firma medial in Misskredit geraten könnte. Er formuliert es folgendermaßen: Es „lege die Befürchtung nahe, dass das Wohl des Unternehmens massiv gefährdet ist.“ Gleichwohl spricht Labak den „Verdacht der Verletzung von Vertraulichkeitsverpflichtungen“ an. Allerdings soll nicht der gesamte Aufsichtsrat betroffen sein. Der Generaldirektor sieht zwei Personen unter Verdacht, die sich jedoch im Zentralbetriebsrat und Aufsichtsrat befinden.

Damit jedoch nicht genug. Labak möchte sich weiterhin gegen eine Diffamierung seiner Person zur Wehr setzen. Schon länger sind Gerüchte im Umlauf, dass er seinen Posten vorzeitig räumen könnte oder wird räumen müssen. Er verweist im Brief jedoch eindeutig auf die Laufzeit seines Vertrages. Der Kontrakt gilt bis zum Ende des Jahres 2019. Außerdem sieht der CASAG-Chef die Räte in die operative Geschäftsführung eingreifen. Er spricht diesbezüglich sogar von „offensichtlich faktisch geschaffenen Machtstrukturen“. Umgekehrt führt der Betriebsrat ins Feld, dass Labak seine Rolle sehr autoritär ausübt. Brisant ist diesbezüglich ebenso, dass die Sazka-Gruppe, die Labak einst selber als Nachfolger von Karl Stoss vorschlug, sich vom neuen Generaldirekter immer mehr distanziert. Den Casino-Chef wird weiterhin vorgeworfen, dass Millionen für die Kündigung von Managern rausgeworfen wurden, nur um externe Berater an Bord zu holen.

„Die schwierigste Situation, die ich je erlebt habe“ wird Betriebsrat Manfred Schönbauer zitiert. Er muss es wissen, ist er doch schon seit 22 Jahren in dieser Rolle tätig.

So tritt Casinos Austria der Online-Konkurrenz entgegen

Roulette verliert an Beliebtheit (Bildquelle)

Ähnlich wie deutsche Spielcasinos leidet das österreichische Glücksspielunternehmen an einem Rückgang des Interesses. Insbesondere Roulette und andere Tischspiele werden weniger in Anspruch genommen. Spielautomaten, die es nicht nur in den Casinos gibt und Online-Spiele haben im Ausgleich an Attraktivität gewonnen. Es ist heutzutage problemlos möglich, sich zu jeder Uhrzeit in eine virtuelle Spielbank einzuloggen und einfach mal schnell ein paar Runden am Automaten zu drehen. Dazu braucht es weder Ausgehkleidung, noch die Fahrt zum nächstgelegenen Etablissement. Gerade durch das mobile Spiel hat dieser Trend einen weiteren Aufschwung erlebt. Doch hat die Casinos Austria AG sich Maßnahmen überlegt, der sich andeutenden Besucher-Flaute entgegenzuwirken.

Zusätzliche Quellen Einnahmen zu erzielen sollen einen Teil der Lösung darstellen. Daher veranstaltet die CASAG Turniere und zieht Events auf. Dazu gehört ebenso die Ausweitung des kulinarischen Angebots. Inzwischen ist es möglich in den nebenliegenden Restaurants und Bars gastronomisch überaus hochwertig verköstigt zu werden. Weiterhin werden gesonderte Angebote geschaltet, welche ein schmackhaftes Essen mit einem Abenteuer im Casino verbinden. Doch ob diese Maßnahmen ausreichen, sich gegen die Konkurrenz aus dem Internet zu erwehren, ist zu bezweifeln. Dies sehen die Verantwortlich ebenfalls so. Auch deshalb wurde vor einigen Jahren das Portal win2day, in Zusammenarbeit mit den staatlichen Lotterien in Österreich gegründet. Statistisch überflügelt das eigene Online-Angebot die Einnahmen der Spielbanken.

1,6 Milliarden Euro brachte die Internetplattform win2day ein. Vergleichen wir diese Zahl mit dem Umsatz der Spielcasinos in Höhe von 330 Millionen Euro, so klafft zwischen beiden Werten eine große Lücke.

Casinos Austria: Fachkonferenz in Malta steht bevor

Die European Association for the Study of Gambling (EASG) findet zweijährlich in a Velletta in Malta statt. Casinos Austria Vorstand Hoschner nutzt die Gelegenheit am 12. September 2018 und sprach vor Ort über die Glücksspielregulierung in Europa. Dabei prangerte er das illegale Glücksspiel an. Er verwies darauf, dass die Mitgliedsstaaten inzwischen die richtigen Maßnahmen ergreifen würden. Als wichtig sieht Hoschner zudem die Zusammenarbeit und den Austausch der Glücksspielbehörden verschiedener Länder an. Doch verwies er ebenso auf einen Mythos, die Lizenz welche für die gesamte EU gültig ist. Tatsächlich, so Hoschner, ist nur der Staat selber für die Vergabe von Konzessionen im Glücksspiel zuständig. Die Fachkonferenz hat die Aufgabe wissenschaftliche Daten zu sammeln und in Übereinstimmung mit der Rolle des Glücksspiels innerhalb der Gesellschaft zu bringen.

Casinos Austria: Verstießen Betriebsräte gegen Pflichten? 1200 1000 2018-09-17 15:32:15 Online-Casino.de

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