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China protestiert: Philippinen bleiben Glücksspiel treu

Martin Hill, 6. September 2019, Wirtschaft

Manila auf den Philippinen

Bereits 2016 wurde das Online-Glücksspiel auf den Philippinen legalisiert. Es wurden Lizenzen ausgestellt und inzwischen darf dort legal gespielt werden. Doch gibt es einerseits Kritik von außen und dann scheint es ebenfalls nicht gezahlte Steuern zu geben. Besonders China protestiert über das Glücksspiel der Nachbarn. Denn die meisten Glücksspieler, welche online auf der Inselgruppe aktiv sind, sind Chinesen. Doch im Sinne der eigenen Wirtschaft soll das Glücksspiel fortgesetzt werden.

Wirtschaftlich ist Glücksspiel schon immer ein Gewinn gewesen. Heutzutage liegt die Herausforderung in der Aufklärung der Spieler und der Regulierung der Anbieter. Wenn diese Aspekte regulatorisch gemeistert werden, spricht nichts gegen das Spiel im Web. Auch Deutschland steht diesbezüglich vor Veränderungen. Denn im Juni 2021 läuft das hiesige Glücksspielgesetzt aus. Und für eine Neuauflage müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Die Philippinen haben sich dazu entschieden, dem Online-Glücksspiel trotz der Proteste aus China treu zu bleiben.

Präsident Duterte steht hinter dem Online-Glücksspiel

Der Philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat am vergangenen Mittwoch eine Erklärung abgegeben, dass er das Geschäft nicht verbieten werde. Damit erteilte er der Forderung aus China eine Absage. Allerdings sprach der starke Mann der Philippinen ebenfalls davon, dass er kein Fan des Glücksspiels ist. Doch sieht er ein Verbot als kontraproduktiv an. Diese Sichtweise ist durchaus nachzuvollziehen. Die Beschäftigungsquote im Land ist nicht sonderlich hoch. 2018 lag die Quote der Arbeitslosigkeit immerhin bei 5,3 Prozent. Während die Sektoren Elektronik und zum Teil auch die Dienstleistungen im Land einen Boom erleben, herrscht auf der anderen Seite eine große Armut. Besonders die Provinzen sind wirtschaftlich deutlich als rückständig anzusehen.

Duterte hat mit seiner Entscheidung aus 2016 eine Stärkung der heimischen Wirtschaft im Sinn gehabt. Besonders das Fehlen der Jobs hat der Legalisierung des Online-Glücksspiels damals seine Zustimmung eingebracht. In einer Fernsehübertragung war Duterte zu hören. Er sprach erneut von der Förderung der Wirtschaft und pochte weiterhin auf seine Meinung: „Ich entscheide, dass wir es brauchen.“ Starke Worte und eine deutliche Absage an China. Grundsätzlich lässt sich dieser Schritt nachvollziehen. Denn philippinische Offshor-Glücksspielanbieter – POGOs genannt – kurbeln die Wirtschaft an. Dass dies gelingt, weil Besucher aus China angezogen werden, ist ein offenes Geheimnis. Gleichwohl erhöht diese Maßnahme die Nachfrage an Immobilien und stärkt den Einzelhandel.

Entwicklung der POGOs auf den Philippinen: Menardo Guevarra sprach als Justizminister im Juni 2018 von bereits 95.000 Ausländern mit Arbeitserlaubnis für chinesisch-sprachige Glücksspielangebote. Im April meldete sich die Finanzabteilung und erhöht die Zahl auf 138.000.

Gehen den Philippinen Steuern durch die Lappen?

Was bringen Glücksspiel-Lizenzen ein? (Bildquelle)

Der philippinische Präsident hat deutlich gemacht, das er die Wirtschaft seines Landes im Sinn hat. Soweit, so gut. Durch falsche Berichte bezüglich der eingehenden Steuern, sollen der Nation jedoch 617 Millionen US-Dollar verloren gehen. Immerhin reden wir hier von knapp 559 Millionen Euro. Grundsätzlich fand die Vergabe von exakt 60 Konzessionen an Glücksspielunternehmen statt. Und eine Erweiterung ist vorerst nicht vorgesehen. Denn am 19. August 2019 wurde in Manila ein Verbot für die weitere Lizenzierung ausgesprochen. Dieser Schritt wurde auch deshalb unternommen, weil viele der Besucher aus China illegal einreisen und daher Sicherheitsbedenken schüren. Daher plädieren der Gesetzgeber und einige Minister für strengere Kontrollen. Dies schien für China ein Anzeichen von Unsicherheit, weswegen das Online-Glücksspiel-Verbot gefordert wurde.

Allerdings reden wir auf den Philippinen nicht nur vom Online-Glücksspiel. Denn in Manila und der Umgebung gibt es auch stationäre Spielcasinos. Auch dorthin reisen die Chinesen, um dem Glücksspiel zu frönen. Bevor eine Entscheidung getroffen wurde, haben die Zentralbank vor Ort und die Behörde im Kampf gegen Geldwäsche eine Untersuchung bezüglich der wirtschaftlichen Folgen vorgenommen. Die Konsequenz: Die Geschäftstätigkeit wird nicht eingestellt. Natürlich ist diese Entscheidung dem Land selber überlassen. Doch eine gewissenhafte Regulierung sollte in jedem Fall vorgenommen werden.

Kambodscha knickt vor China ein: Ein anderes Land wurde von den Chinesen aufgefordert, das Online-Glücksspiel einzustellen. Die Kambodschaner gaben nach. Denn die Branche brachte zwar Investitionen ein, wurde aber auch für illegale Aktionen genutzt.

Warum mischt sich China beim Online-Glücksspiel anderer Länder ein?

Zunächst einmal sind häufig Chinesen die Zielgruppe oder zumindest machen sie einen Großteil der Spieler aus. Dies liegt nicht zuletzt am Glücksspiel-Verbot in China. Denn dort sind entsprechende Geldspiele, mit Ausnahme von Lotterien, verboten. Trotzdem sehen viele Experten in China den weltweit größten Markt für Sportwetten und Glücksspiele. Dies liegt nicht zuletzt an der Zahl von 1,4 Milliarden Einwohnern.

Außerdem gelten die Chinesen, obwohl das Glücksspiel offiziell verboten ist, als spielfreudig. Das Problem liegt auf der Hand: Eine Regulierung findet nicht statt. Daher gibt es keine Vorschriften, nur das allgemein gültige Verbot. Daher wenden sich viele Einwohner Chinas an die Nachbarn – allen voran Macau. Dabei handelt es sich um eine Sonderverwaltungszone, wo das Glücksspiel offiziell gestattet ist. Macau ist unlängst, wegen des Zustroms aus China, für Spieler prominenter als Las Vegas geworden. Weitere Glücksspiel-Fahrten nach Kambodscha oder zu den Philippinen würden die Politiker Chinas gerne unterbinden. Deshalb versuchen sie sich in die Politik anderer Nationen einzumischen.

China protestiert: Philippinen bleiben Glücksspiel treu 1200 1000 2019-09-06 09:37:23 Online-Casino.de

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