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Darum sollten Anbieter im Online-Poker eine Lizenz erhalten

Kommt ein bundesweites Poker-Verbot im Web? / Shutterstock.com

Derzeit findet bezüglich des Glücksspiels im Internet eine gänzlich neue Abwägung statt. Relativ einig sind sich die Ministerpräsidenten zu ihrem „Ja“ bezüglich Sportwetten. Online-Casinos stehen hingegen auf der Kippe. Anders gesagt: Hier sind sich die Bundesländer uneins. Und das Pokerspiel scheint in dieser Debatte nochmals eine gesonderte Rolle einzunehmen. Denn aktuell gibt es durchaus Überlegungen nur Teile des Casino-Angebots, gemeint sind hier die Spielautomaten, im World Wide Web zuzulassen. Online-Poker, sowie das „Große Spiel“ (Roulette, Black Jack, etc.) könnten in diesem Sinne den staatlichen Spielcasinos vorbehalten bleiben. Doch wäre eine solche Ausgestaltung fair?

Kürzlich haben wir folgende Frage aufgeworfen: Ist das Lotto-Monopol der Knackpunkt zur Casino-Freigabe? Dabei verwiesen wir bereits auf ein Kurzgutachten (Veröffentlicht von Business Insider), welches ebenfalls auf das Poker-Spiel Bezug nimmt. Die Herausgeber sehen hier drei Möglichkeiten bezüglich des Online-Glücksspiels. Doch laut ihren Vorschlägen, sollte das Online-Pokern verboten bleiben oder sich zumindest in staatlichen Monopolen abspielen.

Warum tendiert die Politik zu einer Entscheidung gegen Internet-Poker?

Im benannten Kurzgutachten kommt das Poker-Spiel im Weg nicht gut weg. Hervorgehoben wir dabei die größere Suchtgefahr im Vergleich mit anderen Spielformen, wie dem Lotto. Tatsächlich fürchtet die Regierung vermeintlich eine Freigabe der Casino-Spiele und des Pokerns im Internet, weil dann vom Europäischen Gerichtshof auch das Lottomonopol fallen könnte. Denn letztlich würden die Argumente gegen die Zweitlotterien damit wegfallen. Diese bieten aktuell Wetten auf Lottoziehungen an und graben damit das Geschäft der landesbasierten Lottoanstalten ab. Da Poker und andere Casino-Spiele vom Suchtpotential höher eingestuft werden, als Lotto, wäre eine unbeschränkte Freigabe gefährlich. Denn diese müsste vermutlich die Sekundärlotterien dann ebenfalls umfassen.

Das Monopol für Lotto beruht auf einer langen Tradition. Die Regierung möchte es erhalten. Daher haben es Online-Poker und Casinospiele derzeit schwer. Ein weiterer Kritikpunkt, ist die Gefahr vor Betrug und Manipulation. Dieser Standpunkt geht ebenfalls aus einem Positionspapier der Universität Hohenheim hervor. Dort heißt es bereits auf Seite 2: „Poker im Internet sollte nicht zugelassen werden wegen der Betrugs- und Manipulationsgefahr.“ Gleichwohl stellen die Autoren klar, dass es mit Unions- und Verfassungsrecht zu vereinbaren ist, das Poker- und Casino-Spiele verboten werden. Tatsächlich wird die Befürchtung sogar noch konkretisiert: „Es gibt mittlerweile Computerprogramme, die die besten Pokerspieler schlagen. Die Spieler können frei Tische wählen. Damit ist die Versuchung, einen Ring zu bilden, sehr hoch.“

Ist das Aus für Poker bereits beschlossen? Wer gerne online spielt, der wird sich kaum abhalten lassen. Vergangene Verbote haben kaum etwas bewirkt. Geht die Regierung die Zahlungsdienstleister an, werden viele Pokerspieler ein VPN nutzen und vorgeben im Ausland zu sein. Noch sind jedoch keine konkreten Paragraphen und Gesetze bekannt.

Warum sollte das Online-Poker unbedingt erhalten bleiben?

Ist Online-Poker technisch bedenklich? / Shutterstock.com

Aus politischer Sicht scheint es Gründe zu geben, das Pokern im Internet zu verbieten. Doch wie praxisnah sind die ausgesprochenen Empfehlungen und die daraus resultierenden Bedenken der Ministerpräsidenten? Fangen wir mit den Computerprogrammen, Bots und generell den manipulierten Spielen an. Denn diese sind natürlich auch nicht im Sinne der Anbieter. Schlussendlich gingen die Gewinne dabei an eine mogelnde Partei und nicht an den Poker-Anbieter. Daher haben die Unternehmen, welche Pokerspiele im Web veranstalten, technisch bereits Maßnahmen ergriffen. Überwachungssysteme erkennen längst Auffälligkeiten bei Zahlungen und bezüglich bestimmter Spielmuster. Absprachen unter Spielern an einem Tisch können via Chip-Dumping-Alarm-System aufgedeckt werden.

Und ohnehin gibt es schon Beispiele, wo keine freie Tischwahl herrscht. Dort ist es dann dem Zufall überlassen, an welchem virtuellen Tisch ein Spieler Platz nimmt. Allein dies erschwert die Bildung von Ringen im Online-Poker ungemein. Das schleswig-holsteinische Glücksspielgesetz ist hier als durchaus positives Beispiel zu nennen. Denn dort gibt es keine freie Tischwahl. Zudem ist dort seit der Erlaubnis für Pokerspiele im Jahr 2012, bis heute, keine Beschwerde über Bots oder Chip-Dumping zur Kenntnis gebracht worden. Rückblickens ist das Innenministerium in Schleswig-Holstein der Meinung, dass die getroffenen Maßnahmen bezüglich des Spielerschutzes ausreichend sind. Doch auf die Erfahrungswerte vor der eigenen Haustür nehmen weder die Universität Hohenheim, noch das Kurzgutachten der CBH Rechtsanwälte Stellung.

Wie digital-affin sind die Entscheidungsträger? Derzeit gilt es durchaus zu hinterfragen, wie stark die Politiker in Deutschland die Hintergründe zur Thematik und die technischen Schutzmaßnahmen selber praxisorientiert auszulegen wissen.

Run auf Sportwetten-Lizenzen hat begonnen

Während beim Online-Poker noch unklar ist, wohin die Reise geht, nimmt das Lizenzierungsverfahren für Sportwetten Tempo auf. Zunächst hatten sich die Buchmacher verweigert. Grund war das häufig angeschlossene Spielcasino, welches nach deutschem Recht aktuell nicht betrieben werden darf. Die internen Anwälte rieten wohl von einer Bewerbung abzusehen. Von politischer Seite wurde hier Druck ausgeübt und mit Maßnahmen gedroht. Wo die Buchmacher selber nur schwer greifbar sind, gilt dies für die gängigen Zahlungsdienstleister weniger.

Die großen Wettanbieter scheinen sich daher für einen Lizenzantrag entschieden zu haben. Dies geht zumindest aus den Äußerungen von Innenminister Beuth aus Hessen hervor: „Das Sportwettkonzessionsverfahren nimmt nun Fahrt auf und nach dem jetzigen Stand der Anträge und Ankündigungen haben wir schon eine Kanalisierung des Sportwettmarktes vom formell illegalen Markt hin zum legalisierungswilligen Anbietern von 75 Prozent erreicht.“

Darum sollten Anbieter im Online-Poker eine Lizenz erhalten 1200 1000 2020-01-17 09:26:29 Online-Casino.de

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