Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Den Panikknopf bzw. die 24-Stunden-Sperre richtig verwenden

Sabina Kugler, 17. September 2021, Technik

Mit dem Panik-Knopf eine 24-Stunden-Auszeit erreichen. / Bild: Shutterstock.com

Seit dem 1. Juli 2021 greift der neue Glücksspielstaatsvertrag und mit ihm kamen allerhand neue Regeln. Viele Änderungen sind dabei sofort ersichtlich. Dass sich das Spieleangebot im Online-Casino gewandelt hat und es eine Einzahlungsgrenze gibt, haben viele Spieler schnell gemerkt. Selbst bei der Auswahl von Wettoptionen gab es hier und da Abstriche. Weniger Aufmerksamkeit hat hingegen eine andere Änderung gefunden. Natürlich meinen wir damit den sogenannten Panikknopf. Dieser geht eigentlich immer mit einer Sperre einher, die 24 Stunden andauert. Aus unserer Sicht handelt es sich um ein cleveres Konzept, welches wir einmal näher betrachten wollen.

Der Panikknopf ist ein Mittel zum Spielerschutz. Wer sich in Deutschland für eine Lizenz bewirbt oder diese schon ausgestellt bekommen hat, der sollte inzwischen einen solchen Button auf seiner Homepage angebracht haben. Für gewöhnlich lässt sich dieser Knopf im oberen Bildschirmbereich finden. Allerdings muss der Spieler dafür ein Konto beim Glücksspielanbieter unterhalten und eingeloggt sein. Denn ansonsten weiß das System nicht, wem die Sperre gelten soll. Eine solche 24-Stunde-Sperre gibt es inzwischen in den Online-Casinos, beim Internet-Poker und selbst bei den meisten Sportwetten-Anbietern im Web. Grund genug sich einmal der Idee dahinter anzunehmen.

Wie funktioniert der Panikknopf beim Online-Glücksspiel?

Zunächst einmal möchten wir zwei Szenarien aufzeigen, bei denen die Anwendung des Panikknopfs Sinn ergibt.

Szenario Eins – Online-Casino: Ein Spielautomat hat für gewöhnlich eine Auszahlungsquote von 92 bis 98 Prozent. Dass ist also die Prozentzahl aller Einsätze, die wieder zur Auszahlung gebracht werden. Doch damit einige Spieler hoch gewinnen können, müssen andere verlieren. Manche Kunden versuchen ihre bisherigen Verluste mit erhöhten Einsätzen auszugleichen. Bisweilen mag dieses Konzept aufgehen. Manches Mal ist dies aber nicht der Fall. Und so ist die gesamte Einzahlung nicht selten schneller dahin, als gedacht. Was tun? Wieder erneut einzahlen?

Szenario Zwei – Sportwetten: Wer gerne Wett-Tipps platziert, der hält sich vermutlich selbst für einen Kenner. Natürlich kann nicht jede Wette in einem Erfolg enden. Diesen Anspruch sollten Tipper schnellstens ablegen. Doch gibt es zwei Arten sich selbst zu betrügen. Einmal setzen Spieler in einer Verlustphase schnell erneut ihren Einsatz, um den bisherigen Verlust auszugleichen. Oder es soll eine Glückssträhne ausgebaut werden. Dabei können, dank vorheriger Gewinne, oftmals sogar höhere Einsätze platziert werden. Beide Tendenzen sind nicht unbedingt clever.

In beiden Szenarien ist der Panikknopf, also die 24-Stunde-Sperre, keine schlechte Idee. Innerhalb eines Online-Casinos sollte sich jeder Kunde ohnehin ein monatliches oder wöchentliches Limit setzen. Wer plötzlich dazu neigt, diese sich selbst auferlegte Limitierung zu übergehen, der betätigt den Panikknopf. Bei Sportwetten ist es bisweilen eine sehr gute Idee erzielte Gewinne mitzunehmen und zur Auszahlung zu bringen. Doch egal oder Glücks- oder Pechsträhne, wenn die Anzahl an platzierten Tipps oder der Einsatz zunimmt, das ist eine Auszeit nötig.

Was bewirkt die Auszeit von 24 Stunden? Ein ganzer Tag ist vergangen und der Kopf ist frei, bzw. mit anderen Sachen gefüllt. Konkret geht es darum, sich erst einmal für eine gewisse Zeit vom Glücksspiel zu lösen. Es ist eine elegante Methode des Spielerschutzes, die auf Freiwilligkeit basiert.

Wie wirksam ist die 24-Stunden-Sperre?

24 Stunden Finger vom Glücksspiel (Bildquelle)

Zunächst einmal wirkt die 24-Stunden-Sperre sofort. Hier fragt der Anbieter nicht nochmals nach. Auch findet keine Weiterleitung zu einer Unterseite oder zu einem anderen Menü statt. Langfristig soll die Sperre anbieterübergreifend wirken. Wer also bei Betway den Button betätigt, der wäre auch bei Tipico gesperrt. Doch von dieser Umsetzung sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Denn aktuell steht die Glücksspielbehörde in Halle noch nicht. Personal wird gesucht und muss geschult werden. Technische Voraussetzungen, um solche Schutzversprechen umzusetzen, müssen geschaffen werden. Hier ist die Politik zu spät ins Rennen gestartet. Längst ist bekannt, dass die Behörde erst im Jahr 2023 vollständig einsatzfähig sein wird. Doch auf den Weg dahin finden sicherlich manche Regeln zur Umsetzung. Übrigens sollen personenbezogene Daten beim Panikknopf nicht auf Dauer gespeichert bleiben. Anders sieht es bei einer dauerhaften Sperre aus, wo die Daten in der Zentraldatei abzulegen sind.

Als weitere Maßnahme gilt seit 1. Juli 2021 das Einzahlungslimit in Höhe von 1.000 Euro im Monat. Manchen ist es zu wenig, anderen zu viel. Gemeinsam mit dem Panikknopf hat der Spielerschutz schon enorm zugelegt. Allerdings ist es möglich beide Schutzmechanismen zu umgehen. Aktuell bräuchten wir uns nur einen Anbieter zu suchen, der sich nicht um eine deutsche Lizenz bemüht. Selbst wenn sich dieser Anbieter vom deutschen Markt zurückgezogen hat, könnten wir ihn über ein VPN spielend leicht erreichen. Manche Browser stellen entsprechende Plugins mit nur einem Klick bereit. Schon gaukeln wir dem Internet vor, dass wir aus einem anderen Land kommen. So könnten sowohl das Einzahlungslimits, als auch die Funktion des Panikknopfes ausgehebelt werden. Es braucht daher auch immer ein Stück weit das Verantwortungsbewusstsein des Spielers selber.

Weitere Erklärungen: Nicht selten sind Vorschriften in Beamtendeutsch verfasst. Nähere Ausführungen dazu gibt es in den Erläuterungen zum Glücksspielstaatsvertrag. Ab Seite 76 geht es um die „Kurzzeit-Sperre“ und den Panik-Knopf.

Den Panikknopf bzw. die 24-Stunden-Sperre richtig verwenden 1200 1000 2021-09-17 09:53:53 Online-Casino.de

Weitere Casino News