Der Brexit und die Glücksspiel-Lizenzen

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Der Brexit und die Glücksspiel-Lizenzen

Martin Hill, 27. Juni 2016, Wirtschaft

England hat abgestimmt und verlässt die EU auf Wunsch seiner Bürger. Ein politisches Erdbeben geht durch die Insel. Cameron tritt zurück, Schottland und Nordirland wollen der Europäischen Union zugehörig bleiben. Das unvereinigte Königreich scheint komplett.

Die Lage zum Brexit ist zerfahren. Zumal viele mit einem anderen Ausgang der Abstimmung gerechnet haben. Dazu zählen auch die englischen Buchmacher, bei denen natürlich auf den Austritt gewettet werden konnte. Nicht zuletzt könnten aber die Wett- und Casino-Anbieter direkt vom Brexit betroffen sein. Denn viele haben ihre Firmensitze auf Gibraltar oder der Isle of Man.

Buchmacher-Fehlgriff: Wettanbieter spekulierten gegen den Brexit

England bleibt in der EU. So lautete die allgemeine Meinung der Wettanbieter. Auch als die Wahllokale geschlossen waren, sprechen die Quoten eher für einen Verbleib. Wer auf den Brexit tippte, konnte gutes Geld verdienen. Gerade in England wo das Tippen auf Ereignisse zum Sport des Volkes geworden ist, sehen vielen die Buchmacher als Experten an.

Beim politischen Duell zwischen Ed Miliband und David Cameron lagen sie richtig. Dies gilt auch für die Parlamentswahl und die Abstimmung in Bezug auf Schottlands Unabhängigkeit. Selbst einige Experten vertraten andere, verkehrte Meinungen. Diesmal haben jedoch die Buchmacher danebengegriffen.

William Hill und Co waren sich über einen längeren Zeitraum zu 80 Prozent sicher, dass Großbritannien innerhalb der EU bleiben wird. Teilweise wurden die Quoten sogar zugunsten des Verbleibs korrigiert. Quoten auf den Brexit in Höhe von 3,30 waren die Regel. Experten vertraten jedoch die gleiche Auffassung. Erst nach drei Uhr am frühen Morgen wendeten sich die Quoten. Die ersten Wahlbezirke waren ausgezählt und es ließ sich ein Trend ableiten. Plötzlich war der Brexit, der auch tatsächlich eingetreten ist, wahrscheinlich. Warum nur lagen die meisten Analysten in dieser politischen Entscheidung daneben?

Was bedeutet der Austritt für die Glücksspielanbieter?

Wer seine Lizenz über die Isle of Man beantragt hat, braucht sich vermutlich keine Gedanken zu machen. Diese liegt zwar auf dem Seegebiet Britanniens, verhandelt die Verträge mit der EU aber eigenständig. Anders sieht es bei Gibraltar aus. Hier besteht eine direkte Zugehörigkeit zur EU. Allerdings ist eine Übergangsfrist von zwei Jahren für Verträge gewährt worden. Genug Zeit also um zu handeln.

Dementsprechend könnten in den nächsten 24 Monaten die Firmensitze vieler Glücksspielunternehmen verlegt werden. Eine Abwanderung von Gibraltar, zum nicht betroffenen Malta wäre logisch. Allerdings ist dies noch nicht in Stein gemeißelt. Noch ist England nicht offiziell aus der EU ausgetreten. Es steht sogar ein zweites Referendum nach zwei Jahren im Raum.

Bildquelle: Flickr/Mick Baker(rooster)

Der Brexit und die Glücksspiel-Lizenzen 900 506 2016-09-06 18:32:43 Online-Casino.de

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