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Deutsche Casinos: Kommen Süchtige aus der Schweiz zu Gast?

Dieter Maroshi, 17. Dezember 2018, Wirtschaft

Glücksspiel in der Schweiz (Bildquelle)

Glücksspiel ist kein regionales Phänomen. Sowohl in Deutschland, als auch in der Schweiz, erfreuen sich Kunden am Spiel mit dem Glück. Doch manche haben sich dabei nicht unter Kontrolle. Die Suche nach dem großen Gewinn lässt sie den Überblick verlieren. Sie werden spielsüchtig. Jetzt gibt es in der Schweiz ein Konzept, wonach sich Spielsüchtige sperren lassen können. Diese Sperre ist im ganzen Land für ein Jahr gültig. So soll der Neuanfang, ohne Glücksspiel, gelingen.

Doch hier kommt die Grenznähe zu Deutschland den Schweizern nicht gerade gelegen. Denn in der EU sind die Grenzen geöffnet. Es ist problemlos möglich, von der Schweiz nach Deutschland zu fahren. Viele Eidgenossen nehmen diesen Weg zum Shoppen. Doch einige kommen auch des Glücksspiels wegen. Und da die Grenzen auch für in der Schweiz Gesperrte offen stehen, die in der Bundesrepublik nicht vom Spielen ausgenommen sind, wird ebenfalls zu den Casinos und Spielhallen gependelt.

Wird der Spielerschutz in deutschen Casinos bei Schweizern verfehlt?

Innerhalb der Schweiz gab es eine Volksabstimmung. Jetzt ist das Spielen online nur noch erlaubt, wenn der Anbieter eine Lizenz vorweist. Außerdem hat das Land das Online-Spiel auf die Casinos vor Ort begrenzt. Operatoren aus dem Ausland sind mit einer Netzsperre ausgeschlossen. Wobei findige Schweizer immer einen Weg finden werden, diese Blockade zu umgehen. Eine weitere Sperre betrifft die Spieler. Denn wer sich selber nicht im Griff hat, der kann sich vom Glücksspiel ausschließen lassen. Folglich ist das Betreten von Spielcasinos nicht mehr gestattet. Eine solche Sperre hält in der Schweiz ein Jahr an. Doch deutsche Casinos wissen nicht, ob ein Eidgenosse in seiner Heimat gesperrt ist. Folglich haben die Schweizer, die in Grenznähe wohnen und an Spielsucht leiden, ein konkretes Problem. Der Weg nach Deutschland ist kurz. Und kurz hinter der Grenze gibt es genügend Möglichkeiten zu spielen.

Ein konkretes Beispiel ist das Örtchen Lottstetten. In Baden-Württemberg, im Landkreis Waldshut gelegen, wohnen dort knapp über 2.000 Einwohner. Trotzdem sind Steuereinnahmen im Rahmen von ein bis zwei Millionen jährlich zu verzeichnen. Diese Rechnung geht jedoch nur auf, weil das Casino Magic Place vor Ort ist. Andreas Morsch ist dort als Rechnungsamtsleiter tätig. Er sieht die Einnahmen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Rein finanziell gesehen sind das Reineinnahmen für die Gemeinde. Doch hinsichtlich des Spielerschutzes gibt es Bedenken. Denn es ist durchaus wahrscheinlich, dass neben den gewünschten Spielern aus der Schweiz, eben auch einige Spielsüchtige die Grenze zum deutschen Casino überqueren.

Vergnügungssteuer: In Lottstetten werden die Umsätze in Spielhallen mit 15 Prozent besteuert. Geldspielgeräte in Gaststätten und Kneipen werden mit 10 Prozent belangt.

Deutsche Casinos in grenznähe: Eine Frage der Moral?

Der Wegweiser für Süchtige nach Deutschland? (Bildquelle)

Natürlich ist es falsch, jetzt nur Lottstetten an den Pranger zu stellen. Zumal es wohl eher die Betreiber oder Unternehmer sind, welche sich an lukratives Geschäft in Grenznähe ausmalen. Teilweise wird dies sogar offensiv kommuniziert. So ist es beim zweiten Casino in Liechtenstein in Schaanwald geschehen. Hier ist natürlich der Grenzübergang zu Österreich gemeint. Doch das Spannungsverhältnis zwischen der Schweiz und Deutschland ist beim Glücksspiel derzeit ungleich größer. Denn die Schweizer haben in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen, um eine effektive Regulierung und einen umfassenden Spielerschutz zu gewährleisten. Diesbezüglich sind die Regeln in jedem Fall strenger, als in Deutschland.

In der Schweiz können sich Spieler freiwillig sperren. Diese Sperre gilt dann mindestens für drei Monate. Spricht der Betreiber einem Gast die Sperrung aus, so gilt diese zumindest für ein Jahr. Und um sich wieder freischalten zu lassen, sind jeweils Anstrengungen zu unternehmen. Innerhalb der Schweiz besteht der Vorteil, dass ein Ausschluss nicht nur für ein Casino oder wie teilweise in Deutschland, für ein Bundesland gilt. Wer gesperrt ist, der bekommt in keiner Spielbank des Landes mehr Eintritt. Womit wir beim Problem sind. Denn Deutschland ist ein anderes Land. Und für viele Bürger der Schweiz ist der Weg ins deutsche Casino nicht weit. Suchtberater aus der Schweiz haben, wie die Schaffhauser Nachrichten belegen, bereits mit solchen Fällen zu tun gehabt.

Spielersperre in Deutschland: Derzeit gibt es noch kein Sperrregister. Wer sich bei einem staatlichen Casino sperren lässt, der darf bei der Spielhalle an der nächsten Ecke oftmals dennoch seinen Einsatz tätigen.

Wie eine Sperrdatei für Casinos auszusehen hat

In Deutschland gibt es derzeit keine Möglichkeit, sich gleichzeitig für alle Spieletablissements sperren zu lassen. In der Schweiz geht dies sehr wohl. Womit wir schon beim Problem sind. Die Grenzen sind offen, die Sperren gelten jedoch nicht europaweit. Für die Bundesrepublik wäre ein zentrales Sperrregister ein guter Anfang. Wir haben auch schon von Plänen gelesen, dass die Geldspielgeräte in Spielhallen und Casinos nur nach Einschieben einer Kundenkarte gestartet werden können. So wäre es, zumindest in der Theorie, möglich Blockaden umzusetzen. Diese könnten auf lange Sicht nicht nur für ein Land, sondern global ausgerollt werden. Dann wäre dem Schutz der Spieler, auch über die Landesgrenzen hinaus, genüge getan.

Deutsche Casinos: Kommen Süchtige aus der Schweiz zu Gast? 1200 1000 2018-12-17 10:51:26 Online-Casino.de

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