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Die klassischen Schweizer Casinos betreiben Lobbyismus für das neue Geldspielgesetz

Dieter Maroshi, 15. Februar 2017, Recht & Gesetze

Bild: Das neue Geldspielgesetz wird in der Schweiz noch kontrovers diskutiert. Bildquelle: Shutterstock

Die klassischen Schweizer Casinos betreiben Lobbyismus für das neue Geldspielgesetz

In der Schweiz steht der Glücksspielmarkt unmittelbar vor einer kleinen Revolution, denn ein neues Glücksspielgesetz befindet sich derzeit in der Beratung durch die Volksvertreter. Einer der Kernpunkte des Gesetzes ist die Etablierung von Netzsperren gegenüber ausländischen Online-Casinos. Eine Gruppe würde von dem neuen Gesetz ganz besonders profitieren und das sind die klassischen schweizerischen Casinos, die zu den stärksten Befürwortern zählen.

Neues Gesetz würde schweizerischen Spielbanken den Rücken stärken

Interessant an vorderster Stelle sind natürlich die durch das neue Geldspielgesetz intendierten Änderungen. So sehen die neuen Regelungen vor, dass die klassischen Casinos in der Schweiz auch ein entsprechendes Online-Angebot schalten können, was bisher in der gesamten Schweiz verboten ist. Verbunden werden soll dieser grundlegende Richtungswechsel aber mit einer noch viel drastischeren Maßnahme.

Ausländische Online-Casinos, die bisher in der Schweiz nicht illegal sind und von Online-Spielern genutzt werden können, sollen nämlich blockiert werden, sodass diese nicht mehr aufrufbar sind. Es liegt auf der Hand, dass dieser Vorschlag die Gemüter erhitzt und dementsprechend noch kontrovers diskutiert wird. Dass es kein Leichtes sein wird, dieses Verbot durchzusetzen, kündigte sich auch schon bei der durchgeführten Abstimmung im Nationalrat an. Das Wahlergebnis fiel mit 13 zu 12 Stimmen denkbar knapp, aber zugunsten der weiteren Erlaubnis aus. Dass bei der ganzen Debatte jede Menge Geld involviert ist, wird mit Blick auf die folgenden Zahlen deutlich, die aus dem Jahr 2015 stammen:

  • Ertragserwirtschaftung von 1,6 Milliarden Franken gleichermaßen von Casinos, Lotterie- und Wettgesellschaften
  • 50 Millionen Franken Einnahmen der Standortkantone der Casinos
  • 600 Millionen Franken kamen den Lotteriefonds zugute

 

Es liegt also nur nahe, dass sich gerade die nationalen Casinos dafür einsetzen, dass das neue Gesetz durchkommt. Dies zeigt sich beispielsweise in der Veranstaltung eines Pokerabends unter den Nationalrätinnen, der durch den Casinoverband unterstützt wird.

Schutz vor Spielsucht soll auch mit neuen Regeln erhalten bleiben

Bild: Spielsucht ist ein ernstzunehmendes Thema, vor dem die Bürger geschützt werden müssen. Bildquelle: Shutterstock

Objektiv erfreulicher ist hingegen schon die Tatsache, dass die Regelungen zur Spielsucht weitestgehend unverändert bleiben sollen. Sie gehören ohnehin in der Schweiz zu den weltweit strengsten und haben sich in der Vergangenheit an verschiedenen Stellen bewährt.

Dies steht nicht im Einklang damit, dass insbesondere aus Präventionskreisen gefordert wird, eine zusätzliche Kommission zur Prävention von Spielsucht einzuführen. Gleichermaßen wird aber auch eine sogenannte Spielsucht-Abgabe der Casinos diskutiert, die allerdings in dem neuen Entwurf bisher noch keinen Niederschlag gefunden hat.

Interessant im Zusammenhang mit dem neuen Gesetz ist, dass von manchen Seiten behauptet wird, Online-Spielangebote würden die Spielsucht verstärken. Während die Spielbanken dies natürlich als Falschaussage bewerten, ist jedoch eine differenziertere Betrachtung angezeigt:

 

Casino-Art Vorteile in Bezug auf Spielsucht Nachteile in Bezug auf Spielsucht
Offline-Casino Keine Statistiken und Limits Besuch erforderlich
Online-Casino Übersichtlichkeit von Verlusten Einfache Erreichbarkeit

Ein wichtiger Punkt bei dem Entstehen von Spielsucht ist die Verfügbarkeit des „Suchtmittels“, in dem Fall des Casinos. Während diese bei Online-Casinos natürlich jederzeit gegeben ist, muss sich ein gefährdeter Spieler bei einem klassischen Casino immerhin aufraffen, dort hinzufahren. Ein Vorteil ist im Online-Bereich allerdings, dass folgende Punkte besser nachvollzogen werden können:

1. Spielhäufigkeit
2. Spieldauer
3. Verluste und Gewinne
4. Einsätze

Online Casinos sind in der Schweiz für Spielbanken eine Bedrohung

Infografik: Der Verdienst der Schweizer Casinos ist in letzter Zeit rückläufig. Infografikquelle: online-casino.de

 

Dass ausländische Online-Casinos in der Schweiz bisher in der Schweiz legal besucht werden können, ist natürlich vor allem deshalb für die klassischen Spielbanken ärgerlich, weil sie gegenüber diesen ein paar unschlagbare Vorteile zu bieten haben:

  • Attraktive Bonusangebote
  • Vielzahl von Spielern online
  • Zocken von der Couch aus
  • Riesige Spielauswahl

 

Attraktive Bonusangebote werden dabei nicht lediglich Neukunden der jeweiligen Plattform offeriert, sondern kommen ab und an auch bestehenden Kunden in Form von Freispielen oder Ähnlichem zugute. Des Weiteren sind die Schweizer online nicht mehr von bestimmten Öffnungszeiten oder Mitspielern abhängig, weil die Online-Casinos Spieler aus der ganzen Welt zusammenbringen. Niemand muss sich für einen Besuch im Online-Casino von der heimischen Couch erheben und kann nebenbei zum Beispiel Dinge tun wie Fernsehen. Darüber hinaus ist die Spielauswahl online um ein Vielfaches größer, wenn man bedenkt, dass diese auch noch von Anbieter zu Anbieter erheblich anders ausfällt.

Für erfahrene Spieler ist es darüber hinaus von Vorteil, mehrere Spiele gleichzeitig zocken zu können, was in einem richtigen Casino prinzipbedingt nicht funktionieren kann. Würden nun die ausländischen Online-Casinos in der Schweiz mit einer Sperre belegt, so würden die nationalen Spielbanken mit einem entsprechenden Online-Angebot also mit einem Male eine Vielzahl von Kunden hinzugewinnen.

 

Spielen und Wetten ist auch in der Schweiz bei vielen Bürgern beliebt

Bild: Casinos üben mit ihren bunten Farben massive visuelle Reize auf Spieler aus. Bildquelle: Shutterstock

 
Der Grund dafür, dass sich das Spielen und Wetten in der Schweiz generell einer großen Beliebtheit erfreut, ist dabei nicht großartig different von den Motiven, die Spieler aller Nationalitäten als ausschlaggebende Argumente anführen:

  • Nervenkitzel beim Spiel
  • Geld als Motivationsfaktor
  • Freizeitvertreib und Spaß
  • Freunde zocken ebenfalls

 

Viele kommen das erste Mal mit dem Spielen in Berührung, weil sie Freunde besitzen, die von einem größeren Poker-Gewinn oder dergleichen berichten. Während insbesondere das Online-Poker früher leichter zu schlagen war, weil die Gegner wesentlich schlechter waren, hat sich dies jedoch mittlerweile erheblich gewandelt. Entsprechende Strategien sind dank des Internets zu vielen ehemals ahnungslosen Spielern vorgedrungen, sodass ab einem bestimmten Limit eigentlich keine wirklich schlechten Spieler mehr vorhanden sind.

Deshalb sehen viele Zocker das Ganze auch fernab einer diffizilen Suchtproblematik als das, was es letzten Endes auch sein sollte: Ein Freizeitvertreib, der neben Spaß mit Freunden einen gewissen Nervenkitzel mit sich bringt und im besten Falle sogar für den ein oder anderen Gewinn sorgt.

Die klassischen Schweizer Casinos betreiben Lobbyismus für das neue Geldspielgesetz 1000 667 2017-02-15 16:03:45 Online-Casino.de

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