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DOSB Gutachten erkennt eSport nicht als Sportart an

Sabina Kugler, 30. August 2019, Sport & Spiel

E-Sport: Mehr als ein Trend (Bildquelle)

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat ein Gutachten bei Jurist Peter Fischer in Auftrag gegeben. Es galt zu ermitteln, ob eSport als Sportart anzuerkennen ist. Diverse Argumente sprechen dafür. Und der E-Sportbund Deutschland (ESBD) arbeitet schon länger darauf hin, als Sport anerkannt zu werden. Dies würde steuerliche Vorteile bringen, das Einreisen in andere Länder erleichtern und hätte definitiv auch wirtschaftliche Vorzüge. Allerdings sprechen ebenso einige Argumente gegen eine Einsortierung als Sportart. Und diese sind im Gutachten des DOSB wohl höher gewichtet worden. Denn die Studie kommt zum Ergebnis, dass eSport nicht als Sport zu bezeichnen ist.

Für das elektronische Vergnügen gab es in den letzten Jahren ein auf und ab. So wurde der eSport im Jahr 2017 bei den Asienspielen als Sportart gelistet. Im Februar des Jahres 2019 sprachen sich Politiker von CDU und SPD hingegen bereits gegen eine Einordnung als Sportart aus. Wir wollen zunächst einmal versuchen, die Gründe die zur Ablehnung von eSports als Sportart geführt haben, zu verstehen.

Darum ist eSport nicht als Sportart geeignet

Das Gutachten stellt die „Körperlichkeit“ im Sinne der langjährig vollzogenen Rechtsprechung in den Mittelpunkt. Weiterhin wird ausgeführt, dass sämtliche Konsolen-Spiele nicht dazuzählen und daher „kein Sport im Sinne des geltenden Rechts“ vorliege. Allerdings ist durchaus anzunehmen, dass die Gutachter noch ein anderes Ziel verfolgt haben. Denn die heutige Jugend soll sich nicht in ihren Zimmern verkriechen können, mit der Begründung Sport zu treiben. Ein anderer Kritikpunkt, der nicht im Gutachten genannt, aber immer wieder zu lesen ist, ist der Realitätsverlust. Denn eSport findet nicht in der realen, sondern in einer fiktiven Welt statt. Gerade Kinder lassen sich von einem Computerspiel oftmals eher begeistern, als von der Bewegung an der frischen Luft und im Sportverein.

Doch „echter“ Sport tut den Kleinen in mehrfacher Hinsicht gut. Denn neben der körperlichen Ertüchtigung gehe es auch darum, Kontakt zu Gleichaltrigen zu knüpfen und sich Herausforderungen zu stellen. Allerdings sind dies natürlich keine Gründe, die gegen eSport sprechen. Immerhin haben Fußballvereine unlängst eine eSport-Abteilung ins Leben gerufen. So kann auch dieses Tätigkeitsfeld als Vereinssport ausgeübt werden. Weitere Kritik wird bei der Unterscheidung zwischen Sportspielen und anderen eGames, die nicht selten auf Gewalt setzen, laut. Soll ein Spiel wie Fortnite oder Counter-Strike wirklich als eSport anerkannt werden? Immerhin ist es hier die Aufgabe die Gegenspieler, welche ebenfalls von echten Menschen gesteuert werden, abzuschießen.

Wird eSport fair beurteilt? Beim elektronischen Sport scheiden sich die Geister. Doch viele unserer Argumente haben eigentlich nix mit der Beurteilung von eSport als Sportart zu tun. Es ist Kritik, die zu durchdenken ist. Was bleibt, ist die Frage, ob die Steuerung an der Tastatur, mit der Maus oder am Controller die nötige „Körperlichkeit“ mitbringt. Das Gutachten von Jurist Fischer sagt nein!

Die andere Seite der Medaille: Vergleiche mit dem eSport

 

Kein Sport wie jeder andere (Bildquelle)

Auf steuerliche Vergünstigungen braucht der eSport Bund jetzt erst einmal nicht mehr pochen. Doch was ist mit Schach. Gut, hier handelt es sich um einen Denksport. Bei Olympia ist das Schieben der Figuren nicht vertreten, als Sportart ist es jedoch anerkannt. Wie körperlich ist diese Betätigung? Andere Vergleiche ziehen den Tischkicker heran. Dieser genießt ebenfalls die Anerkennung als Sport. Natürlich ist hier eine Bewegung erforderlich. Doch diese betrifft, ähnlich wie beim eSport, eher die Motorik. Letztlich gilt es noch eine Parallele zum Darts aufzudecken. Denn dort werden ebenfalls keine sportlichen Höchstleistungen vollbracht. Präzision ist dort das A und O.

Was also ist bei den genannten Sportarten in den Fokus zu stellen. Es gilt seine Züge zu durchdenken (Schach). Motorisch muss schnell und geschickt reagiert werden (Tischkicker). Und es gilt präzise zu spielen (Darts). Alle diese Eigenschaften werden beim eSport durchaus ebenfalls benötigt. Nehmen wir die Fußballsimulation FIFA als Beispiel. Hier gilt es die richtige Option für einen Pass oder Schuss abzuwägen. Motorisch kommt es oftmals auf Millisekunden an, die richtige Entscheidung zu treffen. Präzision ist beim Passspiel oder dem Torschuss ebenfalls ein Argument. Ähnliche Fakten können auch bei Shootern, wie Counter-Strike oder bei Fantasy-Spielen, wie League of Legends, vorgebracht werden.

Gewichtung bei Gutachten misslungen? Uns liegt das vollständige Gutachten nicht vor. Aber die Bewertung von eSport als Sportart nur auf Grund der Körperlichkeit abzulehnen, lässt andere Aspekte und den Vergleich mit zugelassenen Sportarten zumindest zum Teil außer Acht.

eSport ist ein Wirtschaftsfaktor

Abseits des Gutachtens hätten viele Vertreter aus dem eSport gerne die Chance als Sportart noch weiter zu wachsen. Denn die elektronische Tätigkeit hat unlängst bewiesen, mehr als nur ein vorübergehender Trend zu sein. Die Kennzahlen aus dem Global eSports Market Report 2019 bestätigen es. Investitionen nehmen zu. Preisgelder für Gewinner werden erhöht. Die Zahl der Zuschauer wächst. Es werden immer mehr Wettbewerbe live gestreamt. Und natürlich nimmt das Angebot an Sportwetten auf eSports ebenfalls zu. Weiterhin ist anzunehmen, dass der eSport-Markt bis ins Jahr 2022 auf eine Summe von mindestens 1,6 Milliarden Euro angewachsen sein soll. Im besten Fall sieht die Prognose sogar ein Wachstum auf 2,8 Milliarden Euro voraus.

DOSB Gutachten erkennt eSport nicht als Sportart an 1200 1000 2019-08-30 07:30:25 Online-Casino.de

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