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Drohender Brexit: So sollen sich Glücksspielanbieter verhalten

Checkliste für die Glücksspielbranche für einen No-Deal-Brexit. (Bildquelle)

In Europa gibt es in der Politik in den letzten Monaten vor allem ein übergeordnetes Thema: Den möglichen Brexit von Großbritannien. Der Austritt hätte eigentlich bereits erledigt sein sollen, noch immer scheinen aber ganz wesentliche Themen ungeregelt zu sein. Problematisch wird das Ganze auch für die Wirtschaft, die sich in vielerlei Hinsicht vermutlich neu orientieren muss.

Die britische Glücksspielbranche ist da keine Ausnahme. Zahlreiche Unternehmen haben ihren Sitz in Großbritannien, stellen ihr Angebot aber auch außerhalb des Königreichs zur Verfügung. Speziell für diese Konzerne hat das britische Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport jetzt eine Checkliste veröffentlicht, wie sich diese im Falle eines Brexit am besten verhalten sollen.

8-Punkte-Checkliste für möglichen No-Deal-Brexit

Die Brexit-Diskussionen in Europa und Großbritannien nehmen kein Ende. Immer wahrscheinlicher wird allerdings ein No-Deal-Brexit, also ein Austritt ohne Deal. Dieser könnte horrende Folgen für die Wirtschaft Großbritanniens, aber auch Europas haben. Nicht ganz unwesentlich ist dabei auch die britische Glücksspielbranche, die in Europa (noch) als eine Art Vorzeige-Branche bezeichnet werden kann. Damit auch diese für den Fall des No-Deal-Brexit gut gewappnet ist, hat das britische Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport jetzt eine Checkliste veröffentlicht.

Hierbei handelt es sich um insgesamt acht Punkte auf einer Liste, die in vier übergeordnete Bereiche unterteilt ist. Glücksspielanbieter sollen die Liste durcharbeiten und dürften dann auch bei einem Austritt ohne Deal auf der sicheren Seite sein – insbesondere mit Blick auf mögliche Verstöße gegen EU-Richtlinien. Konkret heißt es in der Einleitung des Schreibens:

“Wenn Sie im Glücksspielbereich tätig sind, nutzen Sie unsere 8-Punkte-Checkliste, um zu verstehen, was Sie für die Vorbereitung auf einen No-Deal-Brexit tun müssen.“

Fokus auf vier übergeordnete Bereiche

Es muss einiges beachtet werden. (Bildquelle)

Ganz besonders wichtig ist im Umgang mit einem möglichen No-Deal-Brexit natürlich der Kreis der Mitarbeiter. Hier rät das Ministerium den Unternehmen dazu, zu prüfen, ob diese mit den ausreichenden Papieren und Pässen ausgestattet sind, um weiterhin in der EU arbeiten zu können. In diesem Zusammenhang wird den Unternehmen zudem geraten, mögliche Visa-Bestimmungen zu prüfen und eventuelle Anträge für die Mitarbeiter bereitzustellen. Speziell in den letzten Monaten ist zudem der Umgang mit den Spieler- und Kundendaten zu einem heiklen Thema geworden. Auch hier hat das Ministerium deshalb entsprechende Tipps parat. So sollen die Unternehmen die EU-Richtlinien zum Datenschutz unbedingt gründlich prüfen und notfalls die eigenen Geschäftsbedingungen anpassen. Das gilt laut dem Schreiben auch nicht nur für das operative Geschäft, sondern zum Beispiel auch für die Buchhaltung.

Da die meisten Unternehmen der Branche im Internetgeschäft in der EU aktiv sind – wie zum Beispiel William Hill – rät das Ministerium diesen dazu, einen Beauftragten zu ernennen, der sich speziell um die geltenden Standards im Internet in der EU kümmert. Darüber hinaus sollen die Unternehmen auch Urheberrechte und ähnliches überprüfen, um hier nicht gegen die geltenden EU-Richtlinien zu verstoßen. Der letzte große Bereich beschäftigt sich in der Checkliste mit dem Import von Waren aus der EU. Das Ministerium warnt, dass hierfür Zölle erhoben werden könnten. Betroffen wären dann wohl vor allem die Unternehmen, die Hardware aus der Europäischen Union importieren. Geprüft werden sollte von den Konzernen also vorher, ob der Import mit Zöllen noch immer lukrativ ist bzw. gestemmt werden kann.

Derartige Checklisten für Unternehmen existieren nicht nur für die Glücksspielbranche. Die britische Regierung klärt alle Branchen und Unternehmen des Landes mit dem Projekt „Get Ready for Brexit“ darüber auf, wie sich diese im Falle eines No-Deal-Brexit verhalten sollten.

Was passiert mit Gibraltar?

Obwohl die Checkliste für die Unternehmen als recht umfangreich und nützlich bezeichnet werden kann, bleibt die wohl spannendste Frage der Branche unbeantwortet: Was passiert mit Gibraltar? Die kleine britische Enklave spielt in der Brexit-Debatte eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Gibraltar ist bekanntlich der verlängerte Glücksspiel-Arm der Briten in Europa. Zahlreiche Unternehmen mit Heimat in Großbritannien bieten über ihre Gibraltar-Niederlassungen und Lizenzen der dortigen Behörden ihre Spiele auch im EU-Ausland an. Nach einem No-Deal-Brexit wäre das aber wohl nicht mehr möglich.

Das Problem: Die Wirtschaft Gibraltars ist zu großen Teilen von der Glücksspielbranche abhängig. Bricht dieser Zweig weg, drohen der Enklave eine finanzielle Schieflage und ein horrender Anstieg der Arbeitslosenquote. Bereits in den letzten Monaten haben sich einige große Unternehmen dazu entschieden, ihren Standort in Gibraltar zu verkleinern oder ganz aufzugeben. Allen voran der britische Glücksspielriese bet365, der sich für einen Umzug nach Malta entschieden hat und sich so selbst vor einem No-Deal-Brexit schützen möchte.

Drohender Brexit: So sollen sich Glücksspielanbieter verhalten 1200 1000 2019-10-11 12:38:51 Online-Casino.de

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