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E-Sport soll laut Politikern der SPD und CDU keine Sportart sein

Martin Hill, 22. Februar 2019, Sport & Spiel

E-Sport Trend längst nicht zu Ende (Bildquelle)

Mit der Hand an der Maus, dem Controller oder der Tastatur werden Bewegungen und Aktionen ausgeführt. Der E-Sport ist nicht nur bei Zockern beliebt, sondern auch bei den Zuschauern. Die Virtuelle Bundesliga hat es gar schon ins Fernsehen geschafft. Trotzdem gibt es in Deutschland und international Widerstände. Denn die Anerkennung als Sportart bleibt den E-Sportlern bislang verwehrt. Politisch sah es in der Bundesrepublik zunächst nach einer Annährung aus. Jetzt gibt es jedoch die Kehrtwende.

Zur „Entwicklung des E-Sports in Deutschland“ hat es kürzlich eine Sitzung des Sportausschusses gegeben. Auf Zugeständnisse der Politik wurde in der Branche gehofft. Herausgekommen ist jedoch bloß, wie weit die Meinungen der virtuellen Sportler und der Verantwortungsträger auseinanderklaffen. In Deutschen Bundestag fand insbesondere die SPD deutliche Worte. Auch mit der CDU gab es keine Annährung.

Debatte um den E-Sport – Teil eins: Pro-Argumente vom ESBD

Der E-Sport-Bund Deutschland (ESBD), vertreten durch Präsident Hans Jagnow, hat die Unterhaltung mit Argumenten eröffnet, warum E-Sport eine Sportart sein sollte. Er bezeichnete die Tätigkeit, als „junge, dynamische, digitale und zukunftsgewandte Sportart“. Weiterhin spricht er hinsichtlich der E-Sportler von „Athleten, die motorische, reaktive, strategische und kommunikative Leistungen“ aufbringen. Jagnow findet diese Leistung mit dem bekannten Breitensport vergleichbar.  Dem Präsidenten des E-Sport Bundes geht es im Übrigen nicht nur um die Anerkennung von Sportspielen. Diese Definition würde der Branche nicht gerecht werden. Auch Shooter und Strategiespiele gehören nach seiner Ansicht als Sportart, unter dem Oberbegriff E-Sport, anerkannt.

Einmal über die Debatte hinausgedacht, könnte die Anerkennung von E-Sport als Sportart der sozialen Komponente dienlich sein. Denn heutzutage, wo die Digitalisierung sich auf zahlreiche Lebensbereiche erstreckt und wo Kinder schon sehr früh in Berührung mit Unterhaltungselektronik kommen, wäre es nur logisch den E-Sport in die Sportvereine zu bringen. So hocken die Kinder und Jugendlichen wenigstens nicht mehr allein daheim. Es werden Freunde im realen Leben gemacht, mit denen im besten Fall nicht nur Games gespielt, sondern auch andere Unternehmungen gestartet würden.  Und tatsächlich konnte Jagnow vom 7. Februar 2018 noch folgendermaßen zitiert werden: „Die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD ist ein massiver Schritt nach vorne für den E-Sport in Deutschland. Mit dem Verhandlungsergebnis bekennen sich die Verhandlungspartner umfassend zum E-Spot als Teil der deutschen Sportgesellschaft und stellen lokale Förderung sowie internationale Beteiligung in Aussicht.“ Näheres lässt sich direkt beim ESBD nachlesen. Doch inzwischen hat sich die Politik wieder ein Stück weit distanziert.

E-Sport vs. Schach: Der Schieben von Figuren auf dem Schachbrett bedarf weniger motorischer Fähigkeiten. Dennoch ist es als Denksport eine zugelassene Sportart. Beim E-Sport, wo Reaktion, Gedankenschnelle und ebenfalls strategisches Denken gefragt sind, fehlt es an dieser Zulassung.

Debatte um den E-Sport – Teil zwei: Kontra-Argumente aus der Politik

Beschränkt der „Sport“ sind auf den Klick? (Bildquelle)

E-Sport ist kein Sport! Diese Auffassung vertritt unter anderem Professor Dr. Carmen Borggrefe von der Stuttgarter Universität. Die körperlich ausgeführte Handlung sieht die Frau aus der Wissenschaft durchaus. Allerdings handelt es sich nach ihrer Auffassung nicht um eine sportartenbestimmende Tätigkeit. Nach ihrer Ansicht ist es sich gleich, ob bei Fifa oder League of Legends der Controller bedient wird. Der E-Sport wird immer mit dem Klick ausgeführt. Der Sinn auf den Knopf zu drücken, manifestiert sich erst auf dem Bildschirm. Hier sieht sie den größten Unterschied zum traditionellen Sport. Sie vergleicht den E-Sport daher weniger mit Schach, sondern vielmehr mit dem Piano. Natürlich erbringt ein Pianist eine körperliche Leistung indem die Tasten bedient werden, deshalb ist der Musiker jedoch nicht zugleich ein Sportler.

Nachdem der organisierte Sport sich schon vom E-Sport distanziert hat, tut dies jetzt auch die Politik. Dies wiederspricht den Zielen des geschlossenen Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und SPD. Nach drei Stunden hat sich insbesondere Paul-Löbe-Hauses von der SPD dem E-Sport vorgeknöpft: „In der heutigen Anhörung des Sportausschusses sind die Dynamiken und Entwicklungen des E-Sports in Deutschland deutlich geworden. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass E-Sport bis auf wenige Ausnahmen nicht den Ansprüchen einer Sportart genügt.“ Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte immerhin die virtuellen Sportarten als förderungswürdig eingestuft. Die CDU, vertreten von Johannes Steiniger, ging insbesondere auf den Shooter Counter-Strike ein und ordnete das Computerspiel „außerhalb der geförderten ethnischen Grenzen“ ein.

Kein Mitgliedsantrag beim DOSB: Ob Jagnow für den E-Sport einen Antrag auf Mitgliedschaft beim deutschen olympischen Sportbund stellt, ist noch offen. Denn dieser distanziert sich zumindest von einem Teil der E-Sport-Titel.

Anerkennung von E-Sport ohne CDU und SPD: Ein weiter Weg?

Politische Unterstützung hätte die Anerkennung des E-Sport erleichtert. Doch Jagnow sieht auch eine Zukunft außerhalb des DOSB. Denn schließlich gibt es noch den rechtlichen Sportbegriff. Dieser besteht unabhängig vom Olympischen Sportbund. Der Gesetzgeber wäre hier in der Entscheidungspflicht. Im Zweifel gilt es Regeln aufzustellen, die dem E-Sport gerecht werden. Das Schlusswort kommt ebenfalls von Seiten des ESBD: „Wir können uns auch sehr gut vorstellen, neben dem Sport als eigene sportliche Bewegung zu bestehen“, so Jagnow. In diesem Sinne besteht nicht zwingend die Notwendigkeit als Sportart anerkannt zu werden. Vielleicht ist E-Sport einfach etwas Eigenes. Und wenn jetzt sogar der FC Bayern München im virtuellen Fußball mitmischt, erfährt zumindest die VBL eventuelle eine größere Aufmerksamkeit.

E-Sport soll laut Politikern der SPD und CDU keine Sportart sein 1200 1000 2019-02-22 16:04:49 Online-Casino.de

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