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Eldorado Resorts übernimmt Caesars Entertainment

Dieter Maroshi, 26. Juni 2019, Wirtschaft

Eldorado Resorts Übernahme Caesars Entertainment (Bildquelle)

Der US-amerikanische Glücksspielmarkt war in den letzten Wochen und Monaten häufiger für die eine oder andere kräftige Überraschung gut. Jetzt allerdings hat sich der Markt wieder einmal selbst übertroffen: Wie offiziell von beiden Unternehmen mitgeteilt wurde, werden die Eldorado Resorts das Glücksspielunternehmen Caesars Entertainment schlucken. Die Gerüchte rund um diesen Deal verdichteten sich in den letzten Tagen bereits, jetzt haben die Unternehmen zugestimmt. Abzuwarten bleibt nun also noch, ob auch die Behörden und Aktionäre den Weg für die Eldorado Resorts freimachen – und den Konzern somit zum größten Glücksspielanbieter der USA heranwachsen lassen.

17,3 Milliarden US-Dollar: Übernahme von Caesars Entertainment kein Pappenstiel

Der Glücksspielmarkt in den USA überschlägt sich derzeit. Bereits in den letzten Monaten hielten sich hartnäckig Gerüchte über einen Verkauf des bekannten Glücksspielunternehmens Caesars Entertainment. Der Konzern, zu dem unter anderem das bekannte Caesars Palace und das Flamingo Casino in Las Vegas gehören, ist bereits seit mehreren Jahren hochverschuldet. Gleichzeitig wurde mit Carl Icahn auch bereits vor einiger Zeit ein Investor ins wankende Schiff geholt, der sich wohl seit dem ersten Tag vor allem den Verkauf auf die Agenda geschrieben hat – und dieser Plan geht jetzt auf.

Wie in den vergangenen Tagen von beiden Unternehmen bestätigt wurde, werden die Eldorado Resorts den wankenden Riesen von Caesars Entertainment übernehmen. Die Transaktionskosten für Eldorado sollen sich auf rund 8,6 Milliarden US-Dollar belaufen, mitsamt des Schuldenbergs von Caesars schätzen Experten die Kosten für Eldorado aber auf mehr als 17,3 Milliarden US-Dollar. Wie mitgeteilt wurde, werden im Anschluss an die Fusion beide Unternehmensnamen aber weiterhin bestehen bleiben. Eldorado soll 51 Prozent des Konzerns tragen, Caesars erhält demnach 49 Prozent.

Schwankender Gigant Caesars Entertainment: Der Glücksspielriese ist ein echter Problemfall. Zwar betreibt der Konzern Spielautomaten und Co. in rund 50 Casinos in 13 Bundestaaten und fünf Ländern, dennoch steht man seit Jahren in den Miesen. 2008 stiegen zwei große Investoren aus, als Folge musst eine der wichtigsten Konzerntöchter dichtgemacht werden. Erholt hat sich das Unternehmen hiervon bis heute nicht richtig.

Eldorado Resorts werden zum größten Glücksspielkonzern der USA

Es geht rund auf dem US-Glücksspielmarkt. (Bildquelle)

Dass ausgerechnet die Eldorado Resorts jetzt Caesars Entertainment übernehmen, ist keinesfalls ein Zufall. Bereits vor gut drei Monaten bekundeten die Resorts schon einmal starkes Interesse an Caesars Entertainment. Das Angebot von 10,50 US-Dollar pro Aktie war dem Vorstand damals allerdings deutlich zu wenig und lag auch in der Tat rund 15 Prozent unter dem Börsenwert des Papieres. Der Deal kam also nicht zustande. Dennoch blieben die Eldorado Resorts hartnäckig, was auch der Historie des Konzerns entspricht. Entwachsen ist der nach der Übernahme größte Glücksspielkonzern der USA aus nur einem einzigen Spielcasino in der Stadt Reno in Nevada. Nach und nach baute die Gründerfamilie Carano das Unternehmen allerdings immer weiter aus, der heutige Casino-Chef half dabei. Speziell in den letzten Jahren konnten die Resorts so ein beeindruckendes Wachstum vorlegen, was vor allem durch Zukäufe erreicht wurde.

Wichtig ist die Übernahme für die Eldorado Resorts aber auch aus einem ganz anderen Grund: Der Konzern betreibt bereits jetzt 26 Casinos in zwölf US-Bundestaaten. In Las Vegas befindet sich allerdings kein einziges dieser Casinos. Dank der Übernahme ist der Konzern jetzt aber Besitzer von einigen der schillerndsten Resorts in der Geschichte von Las Vegas – ein doppelter und dreifacher Jackpot.

Caesars Entertainment Verkauf: Carl Icahn bleibt seiner Linie treu

Überzeugt werden müssen von dem Deal jetzt allerdings noch die Behörden und die Aktionäre. Speziell die Aktionäre könnten aber noch einmal zum Thema werden. Anders als erwartet, sackte die Aktie von Eldorado am Montag nach Handelsstart in den USA enorm ab und verlor gut acht Prozent an Wert. Die Papiere von Caesars wiederum wurden durch den Verkauf wahrlich angetrieben und legten um 15 Prozent zu. Ein Umstand, der Eldorado-Aktionären keinesfalls gefallen dürfte. Ohnehin waren schon im Vorfeld des Deals kritische Stimmen laut geworden, dass man sich den Kauf des angeschlagenen und verschuldeten Riesen lieber sparen könne.

Nicht mehr überzeugt werden muss rund um den Verkauf aber vor allem einer: Caesars-Anteilsbesitzer Carl Icahn. Der Milliardär hat in den letzten Jahren seinen Anteil am Casinounternehmen auf ganze 30 Prozent ausgebaut und sich so gleich drei Verwaltungsmandate im Vorstand sichern können. Bereits seit dem ersten Tag seines Engagements soll sich Icahn dabei für einen Verkauf des Unternehmens stark gemacht haben. Dieser Wille soll Insidern zufolge sogar so groß gewesen sein, dass Icahn auch bereit gewesen wäre, einen Preis unterhalb der einst abgelehnten 10,50 US-Dollar pro Aktie zu akzeptieren – jetzt gibt es 12,75 US-Dollar pro Aktie. Dementsprechend zufrieden ist der Milliardär, der im Anschluss an die Bekanntmachung sagte, dass man als kombiniertes Unternehmen nun Amerikas führendes Glücksspielunternehmen sei. Es sei zudem eine Seltenheit, dass man bei einer Fusion sehe, dass „aus eins und eins fünf werde“. Ob dies wirklich so ist, bleibt abzuwarten.

Corporate Raider Carl Icahn: Der Verkauf von Caesars Entertainment trägt die Handschrift von Carl Icahn. Dieser trägt einen Ruf als „Corporate Raider“ (Unternehmensplünderer) mit sich herum, der sich in Unternehmen einkauft und diese dann zu einem Verkauf treibt.

Eldorado Resorts übernimmt Caesars Entertainment 1200 1000 2019-06-26 15:47:54 Online-Casino.de

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