Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

England strebt Verbot von Sportwetten-Werbung im Fußball an

Ralf Schneider, 24. September 2021, Sport & Spiel

Sportwetten Werbung in der Premier League. Bild: Shutterstock.com

Praktisch an jedem Tag in der Woche ist in England zumindest ein Fußballspiel zu sehen. Und wer sich die entsprechende Partie anschaut, der kommt mit Sportwetten-Werbung in Berührung. Daran führt aktuell kaum ein Weg vorbei. Allein neun Clubs aus der Premier League werben auf dem Trikot für einen Buchmacher. In den unteren Ligen nimmt die Anzahl eher zu als ab. Auch wegen der Problematik der Glücksspielsucht will die britische Regierung der Sportwetten-Werbung einen Riegel vorschieben. Andeutungsweise kochte dieses Thema schon häufiger hoch. Doch es wird konkret: Im kommenden Winter soll ein Grundsatzpapier vorliegen und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Geld schießt keine Tore. Aber Spieler schießen Tore. Und die besten Torschützen lassen sich womit bezahlen – mit Geld. Also schießt Geld doch Tore. Daher wird es den Vereinen nicht gefallen, dass die Werbung für Sportwetten auf Trikots und Banden künftig verboten sein könnte. Allerdings sollte sich die Empörung der Clubs in Grenzen halten. Denn die Premier League liegt bei den TV-Einnahmen bereits weit vorne. Über fünf Milliarden Euro gibt es für drei Jahre in der Liga – aufgeteilt auf die Clubs. Und auch im Ausland lässt sich die Premier League mit 1,1 Milliarden Euro sehr gut vermarkten. Obendrein werden sehr viele Clubs von ausländischen Unternehmen geführt, was mitunter zusätzliches Geld in die Kasse spült.

Darum soll Sportwetten-Werbung im englischen Fußball verboten werden

Ähnlich wie in Deutschland, ist in England der Fußball Volkssport Nummer eins. Jede Woche schauen Millionen Menschen im Stadion oder im Fernsehen zu, was ihre Mannschaften oder Lieblingsspieler auf dem Rasen veranstalten. Und in diesem Sinne sehen sie nicht nur das Spiel, sondern auch die Sponsoren. Dass Werbung einen Effekt hat, ist unstrittig. Sonst würden nicht viele Unternehmen viel Geld investieren, um prominent bei diesen Ereignissen sichtbar zu sein. Doch Werbung für Sportwetten steht in der Kritik. Immerhin handelt es sich um ein Glücksspiel. Zwar sind die Briten dem Wetten gegenüber sehr aufgeschlossen. Sogar auf die Hut-Farbe der Queen konnte schon gesetzt werden. Doch im Zweifel sollte die Gesundheit vorgehen. Und damit kommen wir zum kritischen Punkt, wo die Regierung glaubt beim Sponsoring in Fußball eingreifen zu müssen.

Wer bereits ein Glücksspielproblem hat, der könnte von entsprechender Werbung getriggert werden. Diese Personen würden an ihre Leidenschaft erinnert und anschließend wieder spielen. Dann sind da noch Kinder und Jugendliche. Diese dürfen nach dem Gesetz keine Wetten abgeben. Doch wachsen sie mit der Gewissheit auf, dass Sportwetten etwas völlig Normales sind. Immerhin sehen sie die Logos der Wettanbieter bei ihren großen Idolen auf der Brust. Oder sie sehen die Schriftzüge auf den Banden hinter den Kickern. Oder sogar bei den Interviews auf entsprechenden Werbetafeln. Oder innerhalb der TV-Werbung. Die Arten, wo sich Sportwetten-Werbung im Fußball zeigen kann, sind unglaublich vielfältig. Deshalb plant die englische Regierung eine Regulierung.

Millionen Verlust: Die Folge ist klar. Wer derzeit mit einem Wettanbieter wirbt, der müsste finanzielle Einbußen in Millionenhöhe verkraften. Obendrein gilt es sich einen neuen Sponsoring-Partner zu suchen. Allerdings wären nicht alle Clubs gleichermaßen von einem Verbot der Sportwetten-Werbung im englischen Fußball betroffen.

Verlierer und Profiteure bei einem Verbot von Glücksspiel-Sponsoring

Wett-Werbung in England vor Aus? Bild: Shutterstock.com

Wer zu den Verlierern gehören würde, lässt sich anhand der oberen beiden Spielklassen in England leicht ablesen. Folgende Clubs der Premier League werben aktuell mit einem Buchmacher: Crystal Palace, FC Brentford, FC Burnley, FC Southampton, FC Watford, Leeds United, Newcastle United und West Ham United. In der zweithöchsten Spielklasse, der Championship, kommen folgende Teams hinzu: Birminham City, Bristol City, Coventry City, Derby County, FC Middlesbrough und Stoke City. Wer ganz genau hinschaut, der sieht überwiegend kleine Vereine. Hier ist kein FC Liverpool, kein Manchester United oder City und nicht mal ein Tottenham oder Leicester gelistet. Da der Konkurrenz weniger Geld zur Verfügung stünde, würden genau diese Clubs profitieren.

Profiteure könnten auch die Mannschaften aus der Welt sein, die sich im internationalen Wettbewerb mit den englischen Vereinen messen müssen. Dies gilt natürlich nur solange im Ausland Sportwetten-Werbung erlaubt ist. Auch in Deutschland wird dieses Thema eher kritisch gesehen. Selbst in den DFB-Vorschriften steht geschrieben: „Die Werbung darf nicht gegen die allgemein im Sport gültigen Grundsätze von Ethik und Moral, die gesetzlichen Bestimmungen oder die guten Sitten verstoßen.“ Aus diesem Grund ist Werbung für Alkohol ab 15 % und für Tabakwaren unzulässig. Tatsächlich ist Deutschland vermutlich mehr von seinen Sportwetten-Partnern abhängig als England. Tipico bewirbt den FC Bayern. Bwin ist bei Borussia Dortmund, dem 1. FC Köln und Union Berlin an Bord. Tipwin steckt bei Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen drin. Betway lässt sich bei Stuttgart und Hertha BSC erkennen. Unibet deckt Leipzig und Gladbach ab. Final ist Interwetten zu erwähnen, welches bei Wolfsburg und Hoffenheim zu entdecken ist.

Der Fall Werder Bremen: In Bremen entschied die Landesministerkonferenz bereits 2006, dass die Partnerschaft zwischen Bwin und dem SV Werder Bremen aufzulösen ist. Bislang hat sich dieser Trend aber nicht fortgesetzt.

England strebt Verbot von Sportwetten-Werbung im Fußball an 1200 1000 2021-09-24 08:40:11 Online-Casino.de

Weitere Casino News