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Faber: Zahlendreher kostet Unternehmen 427.500 Euro

Dieter Maroshi, 20. März 2019, Sport & Spiel

Glück im Zahlenspiel? (Bildquelle)

Beim Faber Lotto Service handelt es sich um eine Dienstleistung hinsichtlich der Lotterien und Spielgemeinschaften. Das Unternehmen wurde bereits 1970 durch Norman Faber gegründet. Der Gründer kritisierte im Übrigen den Glücksspielstaatsvertrag auf das Schärfste. Denn damit war der Online-Lotto-Service hinfällig. Der Umsatz des Unternehmens sank um 80 Prozent. Eine Klage in Nordrhein-Westfalen gegen Auflagen aus dem Glücksspielstaatsvertrag hatte Erfolg, womit seit 2012 wieder als Spielevermittler im Internet aufgetreten werden darf. Doch jetzt ist dem Faber Lotto-Service ein folgenschwerer Fehler unterlaufen.

„Diese Summe ist kein Pappenstil“, sagte Norman Faber gegenüber der WAZ. Gemeint ist ein Verlust, den die Firma erleidet. Denn durch einen folgenschweren Zahlendreher muss das Unternehmen 450.000 Euro auszahlen. Ohne diese Panne wären es nur 22.500 Euro gewesen. Wie sich ein Werbebrief für Faber als Bumerang entpuppt hat, möchten wir nachfolgend darstellen.

300 Gewinner dürfen sich über die Panne bei Faber freuen

Faber veranstaltete ein Rubbellos-Gewinnspiel. Dieses fand in einer Kundenzeitschrift statt, welche kostenlos herausgegeben wird. Dort wird das System 4 aus 16 gespielt. Hunderttausende Personen erhalten ein solches Los als Werbebrief. Dabei können vier Felder mit Zahlen frei gerubbelt werden. 15 Mal sollte ein Gewinn in Höhe von 1.500 Euro ausgeschüttet werden. Doch im Heft vom Januar kam es anders. Ein Mitarbeiter des Bochumer-Unternehmens leistete sich eine folgenschwere Panne. Anstelle der gewünschten Zahlenkombination 6-8-10-15, verwechselte der Mitarbeiter die letzte Zahl mit einer 16. Daraus resultierte, dass die Gewinnkombination nicht wie vorgesehen 15 Mal vorzufinden war. Gleich 400 Rubbellose enthielten die gewinnende Zahlenfolge. Von den 400 herausgegebenen Scheinen, meldeten 300 Kunden einen Gewinn an.

Die Rechnung ist dabei ganz einfach. 15 mal 1.500 Euro sollten ausgeschüttet werden. Das Unternehmen hat für diese Werbung also 22.500 Euro kalkuliert. Im Endeffekt beanspruchten jedoch 300 Leute 1.500 Euro. Daraus ergibt sich eine Ausgabeposition in Höhe von 450.000 Euro. „Anfangs haben wir gezögert“, gesteht Norman Faber ein und verweist auf den Unterschied der Positionen. Weiterhin führt der starke Mann des Unternehmens jedoch aus: „Aber letztlich stand unsere Reputation auf dem Spiel.“ Eine Mehrausgabe in Höhe von 427.500 Euro ist dadurch entstanden. Es ist allerdings nicht so, dass Faber nicht zunächst versucht hätte, das Unheil noch abzuwenden.

Faber bessert bei Kontrollen nach: Das der menschliche Fehler eines Mitarbeiters zu einem solchen Verlust führt, soll nicht wieder vorkommen. Zukünftig schaut sich ein ganzes Teams die Zahlen zum frei rubbeln an und gibt diese erst im Anschluss zum Druck.

So wollte Faber den Fehler ausbügeln

Lotto-Glück oder Lotto-Pech? (Bildquelle)

Der Unterschied zwischen 22.500 und 450.000 Euro ist zu groß, um im Sinne des Unternehmens nicht einen Versuch zu starten. So ging zunächst ein Brief an die 300 Gewinner heraus. Dieser beinhaltete eine Entschuldigung für den Fehler. Der eigentliche Gewinn von 1.500 Euro sollte nicht ausbezahlt werden. Als Beschwichtigung bot Faber den vermeintlichen Gewinnern eine Kompensationszahlung in Höhe von 100 Euro an.  In diesem Fall hätten nur 30.000 Euro gezahlt werden müssen. Ein Kunde aus Stolberg wollte sich damit jedoch nicht abspeisen lassen. Er setzte die WDR-Servicezeit darauf an. In einem Bericht aus Februar 2019 wurde der Fall aufgenommen. Die Reaktion von Faber ließ nicht lange auf sich warten. Faber entschloss sich die Zahlung der 1.500 Euro je Gewinner zu leisten.

Ein wesentlicher Aspekt des Sendeformats war die Aussage von Rechtsanwalt Guido Lenné. Er sprach den anderen Gewinnern den Mut zu, für ihren Gewinn einzutreten: „Der Spieler hat das Gewinnlos und damit Anspruch auf die Auszahlung. Das Unternehmen hat hier ganz schlechte Karten.“ Norman Faber selber bezweifelt die juristische Wasserfestigkeit dieser Aussage. Doch andere Kunden haben wohl ebenso ihren Unmut über die verweigerte Zahlung in voller Höhe dem Unternehmen gegenüber kundgetan. Faber fürchtete um den guten Ruf und gab sich geschlagen. Von Seiten des WDR gab es schließlich noch ein Lob für die schließlich doch geleistete Zahlung. Moderator Dieter Könnes äußerte sich folgendermaßen: „Ich habe es in knapp zehn Jahren selten erlebt, dass ein Unternehmen so sehr im Sinne seiner Kunden zurückrudert. Das ist schon bemerkenswert.“

Mitarbeiter darf bleiben: Ebenfalls beachtlich ist die Aussage von Faber, dass der Mitarbeiter weiter beschäftigt bleiben darf. Tatsächlich wurde auf dienstrechtliche Schritte verzichtet.

Lotto mit Sonderauslosung zum Tag des Glücks

Heute, am 20. März 2019, ist der Tag des Glücks. Für Faber mag sich das aktuell anders darstellen, aber Lotto veranstaltet zu diesem Anlass eine Sonderauslosung. Wer am Mittwoch, den 20. März 2019 oder am Samstag, den 23. März 2019 einen Lottoschein im System 6 aus 49 ausfüllt, der profitiert gegebenenfalls von der Sonderziehung. Denn 1.000 Spieler werden ermittelt, die jeweils 1.000 Euro gewinnen können. Ein Mehreinsatz ist dafür nicht zu tätigen. Es handelt sich zweifelsfrei um eine andere Art Sonderauslosung wie 2017 von Lotto Baden-Württemberg. Diese Aktion lässt sich Lotto also mal schnell 1.000.000 Euro kosten. Natürlich ist damit, ähnlich wie bei Faber, auch ein gewisser Werbeeffekt verbunden.

Die Gewinner der Sonderauslosung werden am Montag, den 25. März 2019, bekanntgegeben. Der Tag des Glücks ist vielleicht für jeden Bürger eine gute Gelegenheit zu hinterfragen, was ihn selber glücklich macht und sich demzufolge im Leben auf das Wesentliche zu besinnen.

Faber: Zahlendreher kostet Unternehmen 427.500 Euro 1200 1000 2019-03-20 09:38:57 Online-Casino.de

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