Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

„Face-Check“: Das neue Konzept beim Spielerschutz

Martin Hill, 15. November 2016, Technik

„Face-Check“: Das neue Konzept beim Spielerschutz

Ein Pilotprojekt ist gestartet, welches Kunden einer Spielhalle vor dessen Betreten scannt. Über die Kontrolle der Gesichter erhalten die Mitarbeiter Zugriff auf Daten und über das vermeintliche Alter. Auf diesem Weg wird der Spielerschutz optimiert. Der Jugendschutz ist ebenfalls zielgerichtet umzusetzen.

Spielhallen haben sich wegen fehlender oder unzureichender Kontrollen häufig in den Medien wiedergefunden. Derzeit sind die Etablissements in Bremen am Pranger, wie auch im Weser-Kurier berichtet wird. Das Projekt, welches in Stuttgart und in weiteren Regionen getestet wird, könnte Abhilfe schaffen. Näheres wird auch in der Esslinger-Zeitung berichtet.

Experten bemängeln Spielhallen-Kontrollen in Bremen

150 Kontrollen sollen in diesem Jahr von Behördenseite bereits vorgenommen worden sein. So wird es auch im Spielhallengesetz vorgeschrieben. Aber es handelt sich auch immer nur um Momentaufnahmen. Obwohl die Mitarbeiter der Behörden eine Schulung zum Erkennen Süchtiger durchlaufen haben, stellen Experten Mängel fest.

Eine Studie spricht von 215.000 pathologischen Spielern in Deutschland. Diese werden um weitere 241.000 Spieler ergänzt, welche in problematisches Spielverhalten vorweisen. In Bremen werden von 1.100 bis 3.100 pathologischen Spielern, sowie 1.600 bis 3.000 Personen mit problematischem Spielverhalten.

Ein Professor und seine Studenten haben Stichproben vorgenommen. Die Studenten haben dabei Suchtverhalten simuliert und beobachtet, wie die Angestellten reagieren. Es wurde versucht sich Geld von den Angestellten zu leihen. Zudem wurde mit lauter Stimme ins Telefon gesprochen und dabei die Anwesenheit in der Spielhalle abgestritten. Nur vier Prozent der Angestellten reagierte korrekt und verwies auf eine Selbstsperre. Zudem wurde Infomaterial verteilt. Die Studenten schlossen ihren Besuch mit der Bitte einer Sperre, welche immerhin zu 75 Prozent akzeptiert wurde. Allerdings wurde die Umsetzung nur mit Hausverbot konsequent verfolgt. Ansonsten war Wochen später das Spielen wieder möglich.

Face-Check: Die Lösung für Spielsüchtige und gefährdete Spieler?

18 Spielhallen in Baden-Württemberg sind inzwischen mit Face-Check ausgestattet. Eine Ausweitung nach Nordrhein-Westfalen ist vorgesehen. Jeder Besucher wird hier vor dem Einlass mit der Kamera geprüft. Wo die Software ein Alter von 25 Jahren oder jünger erkennt, wird der Ausweis verlangt. Ab 18 Jahren ist der Eintritt gestattet.

Wichtig ist zudem, dass gesperrte Spieler erkannt werden. Wer sich selber hat sperren lassen, bekommt den Zutritt verweigert. Derzeit sind nur 159 Personen gesperrt, wobei die Registrierung erst ein paar Monate läuft. Bis zu 8.000 Sperren werden insgesamt erwartet. Die Fotos via Face-Check werden nicht gespeichert. Daten werden verschlüsselt. Sämtliche Aufnahmen verschwinden nach 30 Sekunden automatisch wieder.

Ein ähnliches Konzept wie hier für die Spielhallen, soll auch für Gaststätten mit Automaten entwickelt werden.

Bildquelle: Fotolia/alphaspirit (Bild-ID: #124787527)

„Face-Check“: Das neue Konzept beim Spielerschutz 300 250 2016-11-22 07:37:04 Online-Casino.de

Weitere Casino News