Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Fake-Apps verleiten zum Glücksspiel: Apple und Google reagieren

Martin Hill, 30. September 2019, Technik

Fake-Apps als neuer Trend? / Shutterstock.com

Was sind Fake-Apps? Eine App ist eine Minianwendung, die auf dem Smartphone oder Tablet aufgespielt wird. Sie führt eine bestimmte Funktion aus. So ist es möglich, dass eine App dich über das Wetter auf dem Laufenden hält. Oder sie gibt dir wertvolle Reise-Informationen aus. Eben solche Anwendungen wurden erst kürzlich missbraucht. Dabei schienen die Fake-Apps auf den ersten Blick ihren Dienst zu tun. Doch an einem bestimmten Punkt wurde die wahre Absicht der Software deutlich. Sie sollte zum Glücksspiel verleiten.

Zunächst einmal gibt es natürlich Apps für iOS (Apple) und Android (Google) zum Download, welche das Spielen erlaubt. Dabei handelt es sich um Software, bereitgestellt von erfahrenen und seriösen Unternehmen, die in der Branche des Glücksspiels tätig sind. Entsprechende Firmen finden sich bei unseren Online Casino Testberichten. Dass ist völlig legitim. Doch wenn sich Apps mit einer anderen Funktion tarnen, eigentlich aber auf Glücksspielseiten verweisen, ist dies nicht in Ordnung.

Fake-Apps: Hunderte gefälschter Apps im Umlauf

Trend Micro ist das Sicherheitsunternehmen, welches während seiner Forschung auf die Fake-Apps aufmerksam geworden ist. Dabei beschränken sich die gefälschten Apps nicht auf einen App Store. Sowohl bei Google, als auch bei Apple sind diese Fälschungen aufgetaucht. Konkret handelte es sich zum Beispiel um eine Wetter- oder Reise-App. Soweit ganz normal. Und wenn die Anwender den Download abgeschlossen hatten, taten diese Anwendungen ihren Dienst. Doch über eine Art Schalter konnten die Entwickler eine Weiterleitung zu einer Glücksspiel-Seite erreichen. Beachtlich ist, dass einige dieser Apps sogar in der Rangliste der besten 100 Anwendungen gelistet waren. Nachdem Trend Micro seine Erkenntnisse mit Apple und Google geteilt hatte, sind die Fake-Apps aus den jeweiligen Stores verschwunden.

Dass ist kein Wunder. Denn beide Anbieter kontrollieren gerade die Glücksspiel-Branche sehr stark. So gibt es beim Gambling strikte Vorgaben, die einzuhalten sind. Weiterhin finden die Gesetze der jeweiligen Länder bezüglich des Glücksspiels Berücksichtigung. In Deutschland sind nicht viele Anbieter reguliert. Dennoch wurden von Schleswig-Holstein Lizenzen ausgestellt, die dank einer Übergangsregelung bis zum Ende des Juni 2021 ihre Gültigkeit wiedererlangt haben. Demzufolge dürfen Appel und Google weiterhin Glücksspiel-Apps der entsprechenden Anbieter feilbieten. Andere Anwendungen lassen sich direkt von den Homepages der Glücksspiel-Unternehmen herunterladen. Doch sind diverse Online-Casinos und Sportwetten-Seiten eben nicht in Deutschland lizenziert. Und diese Unternehmen gelangen getarnt als Fake-Apps in die App Stores.

Schutz vor Missbrauch: Apple und Google machen sich für die Einhaltung der Landesgesetze bezüglich ihrer Anwendungen stark. Fake-Apps sind diesbezüglich eine neue Herausforderung.

Warum die Fake-Apps nicht entdeckt wurden und was sie bezwecken

Taglich nutzen viele Anwender ihre Apps / Shutterstock.com

Natürlich führen Apple und Google eine Qualitätskontrolle durch. Doch die Fake-Apps konnten ganz einfach nicht enttarnt werden. Denn das Feature, welches sie in die Kategorie „Glücksspiel“ einsortiert hätte, war vom Start weg schlicht und ergreifend nicht freigeschaltet. So haben die Entwickler den Missbrauchsschutz der beiden Großunternehmen ausgehebelt. Denn auf den ersten Blick machten die Apps was sie sollten. So zeigten sie das Wetter vor Ort an oder gaben Reiseinfos weiter. Doch über eine Schnittstelle im Programm konnten die Entwickler gewissermaßen einen zweiten Modus freischalten.

So war es möglich, dass die Anwendungen Nutzer auf Glücksspielangebote aufmerksam gemacht hat. Konkret ist die Weiterleitung zu einer Lotterie-Seite bekannt. Doch wer auf eine Fake-App hereingefallen ist, der braucht sich um sein System keine Sorgen zu machen. Offensichtlich richten diese Minianwendungen keinen aktiven Schaden an. Indem die Entwickler ein Update eingespielt haben, fand lediglich eine Weiterleitung auf die Glücksspiel-Seite statt. Somit machen die Apps auf ein Angebot aufmerksam, welches sonst nicht in den App Store aufgenommen worden wäre. Allerdings ist die Erfolgsaussicht wohl eher gering. Denn wer eine Wetter-App erwartet, füllt anschließend wohl eher keinen Lottoschein aus. Doch wenn nur genügend Nutzer weitergeleitet werden, so kommen dabei schon einige Kunden heraus.

Apps hebeln Jugend- und Spielerschutz aus: auf Wetter-Apps und andere Anwendungen aus der Unterhaltungsbranche greifen auch Kinder und Jugendliche, sowie Spielsüchtige zurück. Umso verwerflicher sind die Fake-Apps einzustufen und umso härter zu bekämpfen.

Kinderschutz soll bei Apps erhöht werden

Die Notwendigkeit dieses Gedanken ergibt sich aus den Fake-Apps durchaus. Die Bundesfamilienministerin möchte laut Heise bis zum Ende des Jahres Vorschläge machen, wie Minderjährige besser geschützt werden. Diese Initiative zielt nicht nur auf Apps, sondern ebenso auf Videospiele ab. Konkret sollen sexuelle Belästigungen, Cybermobbing und Suchtgefahren reduziert werden. Diesbezüglich soll sogar ein Jugendmedienschutzgesetz erstellt werden. Dieses Thema wurde auch deshalb groß, weil Lootboxen in Computerspielen von einigen Ländern als Glücksspiel eingeordnet wurden.

In Deutschland sieht die USK jetzt jedoch keinen Grund bei simuliertem Glücksspiel einzuschreiten. Ebenso kritisch werden die In-App-Käufe gesehen. Denn gerade Kinder und Jugendliche sind schnell bei der Hand, sich mit einer Mikrotransaktion einen Vorteil gegenüber Klassenkameraden oder Gegenspielern sichern zu wollen. Anbieter sollen hier Maßnahmen der Vorsorge treffen. Dazu könnten kindgerechte Voreinstellungen beitragen. Bezüglich der Fake-Apps hätten solche Vorschläge bislang aber nichts auszurichten gewusst. Immerhin kamen diese Anwendungen getarnt als andere Apps in die Stores der großen Anbieter.

Fake-Apps verleiten zum Glücksspiel: Apple und Google reagieren 1200 1000 2019-09-30 09:35:25 Online-Casino.de

Weitere Casino News