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Finnland erzielt Erfolge mit Glücksspiel-Regulierung

Statistiken zum Glücksspiel in Finnland / Shutterstock.com

Glücksspiel steht nicht nur in Deutschland im Fokus. Doch andere Länder Europas sind uns in diesem Punkt oftmals mehr als nur einen Schritt voraus. Wenngleich die Wege der Nationen nicht selten eine unterschiedliche Richtung einschlagen. Bis zum Ende des Jahres 2016 hatten in Finnland drei staatliche Anbieter das Recht zur ausschließlichen Veranstaltung von Glücksspielen. Im Januar 2017 fand die Reform statt. Waren bis dahin der finnische Spielautomatenverband (RAY), Veikkaus OY und Fintoto Oy tätig, gab es anschließend nur noch einen Anbieter für Glücksspiele. Dieser wurde als Veikkaus Ltd. zusammengelegt.

Freilich würde sich dieses Konzept kaum nach Deutschland übertragen lassen. Denn hier sind schon diverse Anbieter für Sportwetten und Casinos, zumindest in Schleswig-Holstein, konzessioniert. Außerdem waren die Finnen lange Zeit eher großzügig mit ihren Regelungen. So wurde im Jahr 2010 erst die Altersgrenze für Spielautomaten von 15 auf 18 Jahre nach oben gesetzt. Genaueres zu den Statistiken bezogen auf die neue Glücksspiel-Regulierung in Finnland stehen im originalen Report zur Häufigkeit von Problemspielern.

Fakten zum Glücksspiel in Finnland

Unter den Befragten gaben 78,4 Prozent an, dass sie im vergangenen Jahr zumindest ein Glücksspiel mal genutzt haben. Bezogen auf Online-Glücksspiele lag der Prozentsatz hingegen nur bei 36,3 Prozent. Bezüglich des Einsatzes gibt es einen interessanten Fakt. Denn 2,5 % der Spieler unter den Finnen machen 50 % der gesamten Glücksspielausgaben aus. Dies zeigt erneut, wie wichtig die Highroller doch für die Glücksspiel-Unternehmen sind. Spieler mit bereits problematischem Spielverhalten machten drei Prozent aus. Pathologische Glücksspieler waren mit 1,4 Prozentpunkten zu verbuchen. Und 10,7 Prozent zeigten zumindest ein im Ansatz problematisches Spielverhalten.

Die Befragung fand bei Finnen im Alter von 15 bis 74 Jahren statt. In regelmäßigen Abständen wurde eine Untersuchung durchgeführt. Zuletzt geschah dies in den Jahren 2007, 2011, 2015 und 2019. Der Auftraggeber dieser Studie ist das finnische Institut für Gesundheit und Soziales. Die Erhebung der Daten fand über das Telefon statt. Im vergangenen Jahr konnten 3.994 Personen erreicht werden. Im Abgleich der Jahre 2015 und 2019 gibt es folgende Erkenntnisse. Die Rate der Befragten, die zumindest ein Glücksspiel gespielt haben, ist fast identisch geblieben. Außerdem nahm die Häufigkeit der Spieler zu, die seltener als einmal im Monat Glücksspiele ausführen.

Es bleibt jedoch ebenfalls festzuhalten, dass die Anzahl an wirklichen Problemspielern relativ identisch geblieben ist. Fortschritte wurden bei den Kunden erzielt, die als gefährdet für eine Sucht eingestuft werden. Denn hier nahm die Menge an Betroffenen ab. Eine Zunahme war beim Online-Glücksspiel zu verzeichnen. Die Finnen spielten zu 13 Prozent mehr im Internet als noch 2015.

Später mit Glücksspiel in Kontakt: Durch die Anhebung des Alters für die Nutzung von Spielautomaten, kommen 15 bis 17-jährige später mit Glücksspielen in Kontakt. Auch in der Gruppe der 18- bis 24-jährigen sank die Zahl der Glücksspieler. Ältere von 65 bis 74 Jahren zeigen jedoch seit 2007 durchweg ein stärkeres Interesse an Glücksspielen.

Erfolge der Finnen bei der Glücksspiel-Häufigkeit

Anzahl gefährderter Spieler rückläufig / Shutterstock.com

Bislang darf wirklich die Frage gestellt werden, wo denn der Erfolg im Vergleich zu 2015 und 2019 zu suchen ist. Doch spätestens bei den Fakten zur Häufigkeit des Glücksspiels wird es deutlich. Hier lässt sich erkennen, dass die Personen die gar kein Glücksspiel betreiben angestiegen sind. Ebenso ging die Kurve bei den Menschen steil nach oben, die weniger als einmal monatlich an Glücksspielen teilnehmen. Dahingegen sank die Anzahl der Kunden die ein bis drei Mal im Monat teilnahmen. Auch die Spieler, die einmal wöchentlichen oder sogar täglich oder zumindest mehrmals pro Woche spielten, nahm ab.

Bei den Finnen wird unter einem staatlichen Monopol gespielt. An der Spitze der beliebtesten Spiele steht die wöchentliche Lotterie, wenngleich die Häufigkeit der Teilnahme hier abgenommen hat. Auf dem zweiten Platz kommen Rubbellose zum Vorschein. Die Spielautomaten, welche in den letzten vier Jahren auf einem recht konstanten Niveau geblieben sind, kommen als Drittes. Darauf folgend sind tägliche Lottospiele noch vor den Sportwetten zu nennen. Casino-Spiele unter Beteiligung eines Croupiers, Spiele im Casino Helsinki und Online-Poker finden sich, ebenso wie Pferderennen, recht weit unten in dieser Auflistung.

Zunahme im Online-Glücksspiel: Mal abgesehen von den 15- bis 17-jährigen, die aktuell in Finnland nicht mehr spielen dürfen, nimmt das Online-Glücksspiel in allen Altersklassen zu. Die 35- bis 44-jährigen haben die 25- bis 34-jährigen an der Spitze jedoch abgelöst.

Problematisches Spielverhalten sortiert nach Geschlecht

Es ist auch in Finnland so, dass Männer generell mehr Glücksspiele ausführen als Frauen. So gab es bei der männlichen Zielgruppe in 2019 in der Risikogruppe 13,1 Prozent Spieler. Bei den Frauen waren es hingegen nur 8,2 Prozentpunkte. Problemspieler gab es unter den Herren 4,0 Prozent. Bei den Damen waren es lediglich 2,1 Prozent. Hier ist das Verhältnis im Vergleich zu den Vorjahren immerhin ungefähr auf einem Level geblieben. Problematisches Spielverhalten wurde am ehesten bei Spielen im Casino Helsinki, bei Games mit Croupier und beim Online-Poker ermittelt. Die in Deutschland bezogen auf das Suchtpotential häufig genannten Spielautomaten liegen in der finnischen Statistik unter dem Durchschnitt.

Finnland erzielt Erfolge mit Glücksspiel-Regulierung 1200 1000 2020-05-11 16:00:38 Online-Casino.de

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