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Fixed Matches: Zwei Russen wegen Betrug bei eSports gebannt

Martin Hill, 18. Oktober 2017, Recht & Gesetze

Spieler Ax.Mo von Team Dx ist gesperrt (Bildquelle)

Was sind Fixed Matches? Grundsätzlich handelt es sich um eine Absprache mit bestimmten Spielern, dass das eigene Team verlieren soll. Anders formuliert: Der Gewinner soll schon vor dem Spielstart feststehen. Bleibt die Frage offen, was die Verlierer davon haben. Die Antwort ist unbequem, aber der Profit ist tatsächlich größer. Denn bei den größten Wettanbietern kann unlängst auf die Spiele im elektronischen Sport gesetzt werden. Jetzt wurden zwei Russen und Dota-Profis für zwei Jahre gesperrt.

Die Anklage: Wettbetrug! Profispieler Leonid Kuzmenkov und Dmitri Morozov, besser bekannt als „Sonic“ und „Ax.Mo“ haben sich verzockt – im wahrsten Sinne des Wortes. Es handelt sich jeweils um Mitglieder des russischen Teams Dx. Im Spiel „Defense oft he Ancients 2“, welche als Multiplayer Online Battle Arena eine beliebte Spielwiese für eSportler bietet, hatte das Team bis vor kurzem einen guten Ruf.

Fixed Matches: Organisation setzt Zeichen für faires Spiel

Zuständig ist die eSports Integrity Coalition (ESIC). Als Folge der Ermittlungen gegen auffälliges Spielverhalten sind die beiden Russen von allen Turnieren des Uprise Champions Cup ausgeschlossen – für zwei Jahre. Aber wie sind die Spieler in den Verdacht geraten? Schon im September wurden erste Untersuchungen angestellt. Besonders auffällig war ein Spiel gegen die Landsleute vom Team Yellow Submarine. Die ESIC hat im Zusammenspiel mit Sportradar, welche die Wetten überwachen, genauer hingesehen. Eine Beobachtung des Spielverlaufs, im Zusammenhang mit den getätigten Wetten, hat ein klares Bild gezeichnet. Jetzt sind „Sonic“ und „Ax.Mo“ gesperrt, bis zum Oktober des Jahres 2019. Ihre Teammitglieder brauchen hingegen keine Strafen zu fürchten.

Im Tennis und Fußball ist Wettbetrug schon länger eine bekannte Größe. Wir können einen Quervergleich mit der Saison 2007/08 in Bosnien ziehen. Dort gab es offensichtliche Spielabsprachen. Diese waren zudem sehr simpel gestrickt. Es wurden ganz einfach drei Punkte im eigenen Heimspiel, gegen drei Punkte im Rückspiel auswärts getauscht. Jede Mannschaft gewann dadurch ihren Heimauftritt. Dies führte einerseits zu einer sehr ausgeglichenen Lage innerhalb der Liga, fiel aber bei genauerem Hinsehen selbst Amateuren auf. Der Punktführende hatte daheim 43 Punkte in 15 Spielen geholt. Auswärts stand der Erste jedoch mit 14 Zählern aus 15 Spielen vergleichsweise schwach dar. Die Tabelle kann noch immer eingesehen werden. Aus solchen Erfahrungen hat der Sport gelernt und mit Betradar einen Kontrollmechanismus geschaffen, der auch bei den eSports greift.

Betradar erkannt bei Spielen mit Beteiligung der Russen Muster und wertete diese aus. Die Fixed Matches wurden aufgedeckt. Die Spieler haben ihre verdiente Sperre erhalten.

Dota 2 Sperren keine Seltenheit: Inzwischen sind 21 Spieler betroffen

Einige Spieler haben Absprachen genutzt, um schnelles Geld zu machen. Prominent ist hierbei der Fall des USA-Teams „iBUYPOWER“, welches im Jahr 2014 beim Taktik-Shooter Counter-Strike: Global Offense absichtlich verlor. Die Quote stand mit 16:4 für die Favoriten sehr gut. Dennoch gewannen die Außenseiter von „NetcodeGuides“. Nachdem die Fixed Matches aufgedeckt wurden, gab es eine lebenslange Sperre. Bei Dota 2 sind es inzwischen ebenfalls 21 gesperrte Spieler. Während Morozov und Kuzmenkov nur zwei Jahre vom Spielbetrieb ausgeschlossen sind, gab es weitere Sperren auf Lebenszeit. Allerdings könnten die beiden Teammitglieder von Dx auch von weiteren Turnieren abseits des Uprise Champions Cups ausgeschlossen werden.

Denn Valve ist über den Wettbetrug informiert. Da der Softwareenwickler sowohl für Counter-Strike: GO, als auch für Dota 2 verantwortlich ist, könnten die Spieler auch bei anderen Turnieren der ESL ausscheiden. Umgekehrt kann sich das Blatt schnell wenden. Dies mussten auch die „lebenslang“ gesperrten Mitglieder des Teams „iBUYPOWER“ feststellen. Denn ihr Ausschluss wurde durch eine Änderung der Regeln von Valve unlängst aufgehoben.

Grundsätzliches sind Fixed Matches insbesondere dann ein Problem, wenn auf die Sportart gewettet werden kann und dabei große Geldsummen fließen. Denn so lassen sich illegale Aktivitäten leichter verbergen.

In den Radar geraten: Stellungnahme der eSports Integrity Coalition

Counter-Strike als eSports ebenfalls beliebt (Bildquelle)

Ein Beauftragter vom ESIC hat innerhalb einer herausgegebenen Pressemitteilung Stellung bezogen: „Es ist immer niederschmetternd zu sehen, dass junge eSport-Spieler der Versuchung erliegen, welche mit Matchfixing einhergehen. Dennoch stimmt es hoffnungsvoll, dass unsere Entscheidung eine kraftvolle und abschreckende Botschaft darstellt, welche von den eSportlern durch die unterschiedlichsten Spiele und Turniere wahrgenommen wird […] Das maßgeschneiderte Betrugserkennungssystem von Betradar stand parat, um uns beim Aufdecken der Wettmuster zu helfen. Dadurch konnten wir unserer Verpflichtung für einen sauberen und glaubwürdigen eSport zu sorgen nachkommen“.

Ergänzend sprang James Watson zur Seite. Er ist als Leiter der eSports-Abteilung bei Sportradar tätig und äußerte sich folgendermaßen: „Wir haben mit Ian und seinem Team jetzt schon seit Jahren in enger Zusammenarbeit agiert, mit dem Fokus auf Vorbeugung und Aufklärung, um sicherzustellen, dass die Spieler und ihre Angehörigen die Fallstricke überspringen können, welche die Hintermänner auslegen. Manchmal muss dennoch unsere Überwachung und Expertise im Aufdecken herhalten, so wie in diesem Fall.“ Abschließend bekräftigt Watson seine Aussage, indem er von einer „deutlichen Botschaft“ sprach, welche an die Gemeinschaft von Spielern geschickt wurde.

Gelder im eSports: Ein Deutscher gewann im Jahr 2017 ein Turnier, welches mit 9,3 Millionen Euro dotiert war. Profimannschaften, wie der VfL Wolfsburg und der FC Schalke 04 gründen ihre eigenen eSports Abteilungen – kürzlich stieß auch der 1. FC Nürnberg hinzu. Dies zeigt sehr deutlich, wie hoch das Marktvolumen beim elektronischen Sport ist.

Fixed Matches: Zwei Russen wegen Betrug bei eSports gebannt 300 250 2017-10-18 15:54:14 Online-Casino.de

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