Flüchtlinge: Besteht erhöhte Sucht-Gefahr?

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Flüchtlinge: Besteht erhöhte Sucht-Gefahr?

Martin Hill, 20. Juni 2016, Wirtschaft

Über 1,5 Millionen Flüchtlinge haben den Weg nach Deutschland gefunden und suchen hier Schutz. Die Behörden kommen mit der Bearbeitung der Anträge kaum nach. Ein großes Problem besteht darin, die Flüchtenden zu integrieren. Wo die Kinder in Schulen und Kindergärten eingegliedert werden können, fehlt es den Erwachsenen häufig an einer in Deutschland anerkannten Ausbildung.

Die Folge ist, dass die Flüchtlinge keine Arbeit finden. Sie bekommen Geld vom Staat, um ihr Leben in Deutschland zu finanzieren. Essen und Kleidung, halt das Nötigste soll mit dieser finanziellen Unterstützung sichergestellt werden. Aber es besteht auch eine erhöhte Suchtgefahr.

Warum sind Flüchtlinge Glücksspiel gefährdet?

Der entscheidende Faktor ist Zeit. Davon haben die Flüchtlinge in Deutschland zu viel. Sie kommen häufig nicht in Arbeit und werden vom Staat auch nicht weiter beschäftigt. Sie werden untergebracht und den Kommunen überlassen. Eine Eingliederung über Sprachkurse und Kirchen wird häufig umgesetzt. Dennoch sind die Erwachsenen Zuwanderer häufig nicht ausgelastet.

Über örtliche Spielhallen oder die Medien ist der Weg zum Glücksspiel nicht weit. Als Zeitvertreib oder um sich finanzielle Unabhängigkeit zu schaffen, wird auf das Glück vertraut.

Hilfestellen berichten von einer größeren Anzahl Hilfesuchenden

Sucht ist in den Hilfestellen nicht nur beim Glücksspiel ein Thema. Alkohol, Tabak und insbesondere Cannabis werden von den Suchenden konsumiert. Hilfe gibt es dort für Angehörige und Betroffene. Die Anzahl der Meldungen steigt an. Dies mag einerseits an einer größeren Sensibilisierung liegen, aber auch an einer größeren Anzahl Süchtigen.

Beim Glücksspiel sind die Betroffenen häufig über 40 Jahre alt, männlich und häufig zudem arbeitslos. Diese Schnittstelle trifft viele Flüchtlinge. Zumal schon vor der Flüchtlingswelle Personen mit Migrationshintergrund vermehrt betroffen waren.

Bei der Spielsucht ist der Job ein wichtiger Anker

Die Beratungsstellen in Bezug auf Spielsucht haben längst erkannt, wie wichtig ein Job für Gefährdete oder Betroffene ist. Wer arbeitslos ist, wird schneller süchtig. Der Faktor Zeit ist hier ein großes Thema.

Werden Spielsüchtige beraten, so wurde festgestellt, dass Menschen mit Arbeit leichter geholfen werden kann. Die Ablenkung des Jobs ist präsent. Es gibt ein anderes Betätigungsfeld, welches für Geld sorgt und einen ausfüllt. Arbeitslose Spieler sind wesentlich schwerer von ihrer Sucht zu kurieren.

Freizeit ist damit ein Thema bei der Entstehung der Glücksspielsucht, aber auch beim Versuch aus bestehenden Mustern auszubrechen. Wer mit dem Thema vertraut ist, sollte sich vor dem Spielgenuss über Maßnahmen informieren, Süchte zu vermeiden. Beim Glücksspiel ist ein Budget einzurichten, welches aus Geld zu bestreiten ist, dass „übrig“ ist.

Bildquelle: Flickr/Metropolico.org

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