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Fußball-Trikotwerbung: klare Zielgruppe für Wettanbieter

Dieter Maroshi, 18. November 2016, Sport & Spiel

Fußball-Trikotwerbung: klare Zielgruppe für Wettanbieter

Während die Wettbranche die Werbung auf Trikots offenbar als lukrative Zielgruppe ausgemacht hat, ringen Fußballclub der verschiedenen Gruppen und Ligen (Amateure, Profis) um eine grundsätzliche Antwort auf die steigende Nachfrage von Seiten der Wettanbieter.

Landesverbände stellen Anträge

Nachdem nun zwei Landesverbände erneut Anträge von Amateur-Klubs auf Trikot-Werbung mit einem Wettanbieter abgewiesen hatten, reagieren der Deutsche Fußballbund, die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Olympische Sportbund nun,so berichtet das Nachrichtenporal N24.de.

Der Streit um die Trikot-Werbung von Sportwetten-Anbietern nimmt immer absurdere Züge an. Nachdem zwei Verbände erneut Anträge von Amateur-Klubs abgewiesen hatten, für einen Sportwetten-Anbieter werben zu dürfen, reagieren DFB, DFL und DOSB nun mit einem gemeinsamen Brief an die Bundesländer. Darin fordern die drei Institutionen eine Reform des Glücksspiel-Staatsvertrags.

Im Profi-Fußball wird Trikotwerbung von Sportwettenanbietern bis zur gesetzlichen Klärung des Themas erlaubt, im Amateur-Bereich dagegen nicht. Diese Regelung führt dazu, dass die zweite Mannschaft von Hertha BSC, das in der Bundesliga für „betathome“ wirbt, in der Regionalliga mit anderen Trikots auflaufen muss. Auch im Saarland wurde gerade erst ein weiterer Antrag eines Landesligisten abgelehnt.

Amateure gegen Profis

Der Amateur-Sport, der von der stattlichen ODS-Wette gefördert wird, hat dadurch große Nachteile. Während die Profi-Klubs aus dem gesteigerten Umsatz in der Wettbranche profitieren, gucken die kleineren Teams in die Röhre. Der Brief von DFB, DFL und DOSB soll nun die Länder dazu bringen, den Vorschlag Hessens anzunehmen (wir berichteten darüber).

Die Kernpunkte: Keine willkürliche Begrenzung auf 20 Konzessionen für Wettanbieter, der Aufbau einer Aufsichtsbehörde für das Glücksspiel und eine monatliche Verlustgrenze zum Schutz von Spielsucht.

Mein Resümee

Zusammenfassend stellt sich die Situation wirklich kurios dar. Die ohnehin gut verdienenden Proficlubs profitieren von der verstärkten Nachfrage nach Werbefläche auf den Trikots. Die „armen“ Amateure dagegen laufen gegen die Wand der Funktionäre. Einleuchtend ist die Haltung der Verbände nicht, denn die Fans werden wohl kaum die Trikotwerbung eines Bundesligaclubs von der eines Verbandsligisten moralisch anders bewerten.

Bildquelle: HerthaBSC.de

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