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Gaming und Social Media Sucht 2020: Mediennutzung im Fokus

Sabina Kugler, 24. August 2020, Sport & Spiel

Vom Spielen begeistert: Kinder, Jugendliche und Eltern / Shutterstock.com

Das Jahr 2020 hat Politik, Familien und im Prinzip jeden einzelnen vor ganz spezielle Herausforderungen gestellt. Einerseits wurde die Gesundheit in den Mittelpunkt gestellt. Corona war in den Medien allgegenwärtig. Schulen wurden geschlossen. Angestellte sollten aus dem Homeoffice arbeiten. Damit hat sich die Mediennutzung verschoben. Die DAK hat eine Längsschnittstudie erstellt und dabei Kinder, Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren und die jeweiligen Eltern befragt. Die Rede bezüglich erster Zwischenergebnisse der neuen Studie „Mediensucht 2020“ bezeichnet die Kasse als „alarmierend“. Es wird herausgestellt, dass das Gaming-Verhalten bei knapp 700.000 Kindern und Jugendlichen bereits als pathologisch oder riskant angesehen wird.

Werktags (täglich) soll die Mediennutzung auf 75 Prozent angestiegen sein. Einerseits gilt es für Kinder und Jugendliche daheim die Zeit totzuschlagen. Denn häufig müssen die Eltern, ob aus dem Homeoffice oder bei der Firma selber, arbeiten. Ohne Schule fehlte die Zeit den Nachwuchs zu bespielen. Am Computer oder an der Spielekonsole sind die Kinder beschäftigt und verhalten sich entsprechend ruhig. Die kompletten Studienergebnisse lassen sich auf 94 Seiten direkt bei der DAK einsehen.

Gaming- und Social-Media-Konsum: So ging die Befragung vonstatten

Die DAK hat die Forschung in Auftrag gegeben. Ausführend war hier die forsa Politik- und Sozialforschung GmbH tätig. Dies hat den einfachen Hintergrund, dass ein Vergleich zur selben Umfrage aus 2019 gezogen werden kann. Als Zielsetzung der Studie wird unter anderem angegeben, dass das elterliche Verhalten als Rollenvorbild und die damit einhergehende Kontrolle bezüglich der Kinder und Jugendlichen zur Mediennutzung zu prüfen ist. Ein spezieller Faktor ist hierbei die Corona-Pandemie. Denn dies ist der größte Unterschied-Faktor im Vergleich zur Befragung im Vorjahr. Auf dieser Basis fand die Befragung von 824 Eltern bzw. Erziehungsberechtigten statt. Jeweils ein Kind im Alter von zehn bis 18 Jahren war in die Befragung involviert. Doch die Personen, Eltern und Kind, wurden nicht zugleich, sondern nacheinander befragt. Damit die Stichprobe aussagekräftig ist, wurden Eltern-Kind-Paare befragt, die schon im Herbst 2019 an der Forschung teilnahmen. Antworten waren online vom 20. bis 30. April 2020 einzugeben.

75 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben an, an sieben Tagen die Woche soziale Medien genutzt zu haben. 2019 waren es noch 66 Prozent. Dazu kommen weitere acht Prozent, welche angaben Social Media an sechs Wochentagen betrieben zu haben. Zudem sind fünf Prozent zu nennen, die drei bis vier Mal wöchentlichen tätig waren. Weitere fünf Prozent haben auf soziale Medien verzichtet. Auffällig sei vor allem, dass Mädchen im Alter von 16 bis 18 Jahren täglich entsprechende Kanäle nutzten. Je älter die Studien-Teilnehmer, desto höher der Anteil der Social-Media-Nutzung.

Bildungsgrad entscheidet nicht über Nutzung: Unabhängig vom (zu erwartenden) Schulabschluss bleibt die generelle Nutzung von sozialen Medien auf einem identischen Level. Dies bezieht sich jedoch nicht auf die Häufigkeit. Denn je höher der Bildungsgrad (auch der Eltern), desto kürzer die Nutzungsdauer.

Nutzungsdauer von Sozialen Medien und Games steigt rasant an

Kinder sind vom Spielen fasziniert (Bildquelle)

Natürlich ist der Vergleich nicht fair. Denn bei der Befragung im Herbst 2019, hatten Kinder und Jugendliche einen geregelten Tagesablauf. Doch bei der Studie geht es nicht um Fairness, sondern um auffällige und zum Teil besorgniserregende Verhaltensmuster. So nahm die Nutzung sozialer Medien wochentags von 116 Minuten (2019) auf 193 Minuten (April 2020) zu. Erneut sind Mädchen im Alter von 16 bis 18 Jahren die Spitzenreiter – mit 250 Minuten. Auch am Wochenende stieg die Nutzung der sozialen Medien um durchschnittlich eine Stunde an. Als Begründungen wurden hauptsächlich genannt, mit den sozialen Medien Kontakte aufrecht zu erhalten (89 %) oder gegen die Langeweile anzukämpfen (86 %).

Bezüglich der Nutzung von Games, gaben sieben Prozent der Kinder an im letzten Monat nicht am PC, Laptop, Tablet, Smartphone oder an der Spielekonsole gespielt zu haben. Drei Prozent daddelten weniger als einmal wöchentlich. Sieben Prozent nutzten Gaming ein bis zwei Mal die Woche. 15 Prozent spielten an drei bis vier Tagen. 18 Prozent verwendeten Computerspiele an fünf bis sechs Tagen. Letztlich waren es 50 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen, die täglich Games konsumiert haben. Umgekehrt wie bei Social Media, treten hier die Jungs deutlicher in der Statistik hervor. Insgesamt stieg der Mittelwert an Tagen von 4,5 auf 5,1 an. Die Nutzungsdauer erhöhte sich im Durchschnitt jedoch von 80 auf 139 Minuten. Wobei Jungen durchschnittlich 161 Minuten, Mädchen hingegen 110 Minuten daddelten. Erneut gilt: Je älter, desto mehr Gaming wird betrieben.

Anstieg am Wochenende: Am Wochenende stieg der Mittelwert in Minuten von 150 auf 193 an. Jungs spielten 227 Minuten, Mädchen nur 148 Minuten im Durchschnitt.

Kinder und Jugendliche folgen dem Beispiel ihrer Eltern

Tatsächlich sind es nicht nur die Kinder und Jugendlichen, deren Mediennutzung in Corona-Zeiten rasant angestiegen ist. Auch die Eltern haben zu 72 Prozent tägliche soziale Medien genutzt. Die Anzahl in Minuten stieg von 80 auf 126 an. Die Verwendung digitaler Spiele nahm ebenfalls zu. Im Herbst 2019 spielten noch 24 Prozent an sieben Tagen die Woche. Im April 2020 waren es schon 33 Prozent. Auf Minuten bezogen erhöhte sich die Nutzungsdauer von 60 auf 102 Minuten.

Gaming und Social Media Sucht 2020: Mediennutzung im Fokus 1200 1000 2020-08-24 09:14:37 Online-Casino.de

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