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Gauselmann geht in Kurzarbeit: 700 Spielhallen schließen

Martin Hill, 25. März 2020, Wirtschaft

Merkur Spielotheken in Kurzarbeit / Shutterstock.com

Das Corona-Virus trifft die Glücksspielbranche bis ins Mark. Jetzt hat Gauselmann angekündigt, seine Casinos und Spielotheken zu schließen. Tatsächlich führt aktuell kein Weg daran vorbei. Derzeit dürfen sich ohnehin nur eine bestimmte Menge an Personen versammeln. Außerdem haben die Bürger zum Teil Angst, sich gemeinsam in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Die Gauselmann Gruppe schließt nicht nur die Spielhallen und –casinos, sondern ebenso gibt es Abstriche beim Vertrieb und in der Produktion zu vermelden. Durch die Kurzarbeit sollen finanzielle Nöte bestmöglich ausgeglichen werden.

In Deutschland sind nach offiziellen Angaben bereits mehr als 32.000 Infizierte bekannt. Die Dunkelziffer ist nach wie vor groß. Besonders stark sind Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg betroffen. Die Empfehlung von Experten geht dahin, dass die Bürger des Landes – soweit möglich – zuhause bleiben sollen. Dass dies die landbasierte Glücksspielbranche beeinflusst, ist nur logisch. Gauselmann musste also auf die verringerten Besucherzahlen und natürlich ebenso wegen der Gesundheit der eigenen Mitarbeiter reagieren.

Kurzarbeit bei Gauselmann: Was sagen die Verantwortlichen

Bars und Restaurants schließen, Friseure machen zu und in den Innenstädten in Deutschland sieht es bisweilen aus wie in einer Geisterstadt. Natürlich beeinflusst die Corona-Virus Pandemie das Glücksspiel und damit die Gauselmann-Gruppe. Das Unternehmen ließ am vergangenen Dienstag verkünden: „In Deutschland und ganz Europa sind alle unsere 700 Spielbetriebe geschlossen.“ Also betrifft die Schließung nicht nur die Bundesrepublik. Auch dieser Schritt, des für mehrfach ausgezeichneten Unternehmens, ist nachzuvollziehen. Immerhin macht das Virus ebenfalls nicht an der Landesgrenze halt. Weiterhin zeigt Gauselmann auch in Krisenzeiten seine soziale Seite: „Wir werden aber individuell darauf achten, dass soziale Notlagen vermieden und somit finanziell ausgeglichen werden.“

Doch gibt es einen Aspekt der Arbeit bei Gauselmann, der weitergeführt wird. Dabei handelt es sich um die Entwicklung neuer Produkte. So sollen die Weichen in Richtung Zukunft gestellt bleiben. Auch das Krisenmanagement macht seinen Job. Weiterhin lässt der Konzern verlautbaren, dass die Maßnahmen des Staates in vollem Umfang Unterstützung finden. Denn im Kampf gegen die Corona-Pandemie müssen alle an einem Strang ziehen. Dies gilt natürlich, da Gauselmann in diversen Ländern aktiv ist, jeweils für die von Seiten der Nation getroffenen Maßnahmen. Finanziell sollen die angesparten Reserven gezielt, aber sparsam eingesetzt werden. Denn derzeit lässt sich kaum absehen, wie lange die Krise noch andauert.

Gründer Paul Gauselmann meldet sich selber zu Wort: Als Familienbetrieb sind wir froh, dass unsere Mitarbeiter nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in Zukunft voll zu uns stehen und ich bin sicher, dass es nach der Überwindung dieser Krise eine noch bessere Zukunft für uns alle geben wird. Also, positiv denken ist angebracht bei allen totalen Veränderungen. Das wünsche ich allen, die mit uns gemeinsam im Boot sitzen.

Gauselmann Gruppe übernimmt in Krisenzeiten Bede Gaming

Coronavirus legt Spielbanken lahm / Shutterstock.com

Diese Meldung liegt schon etwas zurück. Doch Anfang März sicherte sich Gauselmann die Mehrheit am britischen Entwicklungsstudio Bede Gaming. Die Firma, welche ihren Hauptsitz in Newcastle hat, ist in der Entwicklung und beim Vertrieb von Software-Lösungen für das Casino, Sportwetten und Lotterien tätig. Es ist gewissermaßen auch ein Vorgriff. Derzeit ist anzunehmen, dass sich der deutsche Markt für Glücksspiele im Jahr 2021 weiter öffnet. Selbst die Spielcasinos können davon profitieren. Doch nicht nur für Deutschland, auch in Amerika hat sich Gauselmann mit der Mehrheit ein Standbein gesichert. Denn dort ist Bede Gaming als Partner der Ontario Lottery and Gaming Corporation tätig. Geplant ist, dass Bede als eigenverantwortlicher Geschäftspart im Unternehmen Gauselmann aktiv bleibt. Auch die Niederlassung soll nicht verlegt werden.

Paul Gauselmann hat die Mehrheitsbeteiligung bei Bede Gaming noch einmal im Detail begründet: „Die Technologie von Bede beeindruckt uns sehr, namhafte Glücksspielunternehmen sowohl aus Großbritannien als auch darüber hinaus nutze die hochkomplexen Lösungen. Mit der Übernahme können wir die technologische Basis innerhalb der Unternehmensgruppe wesentlich verbreitern und zugleich unseren Kunden und Partnern anbieten.“ Damit profitiert das Unternehmen nicht nur mit dem Eintritt in anderen Märkten. Auch bestehende Partnerschaften profitieren. Umgekehrt nimmt auch Joe Saumarez-Smith von Bede die Übernahme positiv auf: „Wir freuen uns, dass die Gauselmann Gruppe die Mehrheit an Bede übernommen hat. Dank der langfristigen Aussichten und der Finanzkraft von Gauselmann werden wir das Angebot für unsere bestehenden Kunden weiter verbessern und neue Geschäftspartner gewinnen können.“

Schließung von Spielhallen ist gerechtfertigt: Das Verwaltungsgericht Köln hat beschlossen, dass die Einstellung des Spielbetriebes, um eine Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern, in 16 Gemeinden des Bezirks rechtmäßig ist.

Gauselmann-Zentrale wird im Wert von 14 Millionen Euro ausgebaut

Anfang März wurde bekanntgegeben, dass ein Ausbau der Zentrale geplant ist. Investiert werden sollen 14 Millionen Euro, die dem Standort an der Merkur-Allee in Espelkamp zugutekommen. Geplant ist ein fünfgeschossiges Gebäude, in dem Büros untergebracht sind. Dabei wird auf eine Berücksichtigung der Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz geachtet. Gebaut wird auf einer Fläche von 7.000 Quadratmetern. 300 Angestellte sollen dort Platz finden. Der Baubeginn ist für den April 2020 vorgesehen.

Paul Gauselmann hat beim obligatorischen Spatenstich folgendes gesagt: „Das kontinuierliche Wachstum in vielen Geschäftsbereichen der Gauselmann Gruppe verlangt nach mehr Raum im Unternehmen – so entstand die Idee am Standort Espelkamp einen weiteren Bürokomplex zu bauen.“ Tatsächlich war erst im Vorjahr ein dreigeschossiges Bürogebäude fertiggestellt worden.

Gauselmann geht in Kurzarbeit: 700 Spielhallen schließen 1200 1000 2020-03-25 10:19:03 Online-Casino.de

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