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Gauselmann Gruppe: Landesweite Spielersperren nicht erforderlich

Thema Glücksspiel: Recht und Gesetz (Bildquelle)

Ein Gerichtsverfahren zur Frage, ob die Gauselmann Gruppe Spielersperren nicht auf ganz Deutschland beziehen müsste, wurde kürzlich geklärt. Das Oberlandesgericht Hamm hat zugunsten des Glücksspielkonzerns entschieden. Ausschlaggebend für den Gerichtstermin war eine mündliche Verhandlung. Diese fand am 28. Juni 2018 statt und erzielte im Abschluss das Ergebnis, dass es keine gesetzliche Grundlage für die deutschlandweiten Sperren gibt.

Natürlich können sich Spieler weiterhin sperren lassen. Ohne zentrale Sperrdatei muss dies jedoch bei jeder Spielhalle eigenständig vorgenommen werden. Je weiter ein potentieller Kunde fahren muss, desto größer die Hemmschwelle Spielhallen aufzusuchen. Allerdings ist es nicht die Sturheit, welche die Gauselmann Gruppe an einer landesweiten Sperre hindert. Dafür gibt es andere Gründe, die ebenfalls im deutschen Recht zu suchen sind.

Datenschutz und Haftung als Hemmschwelle für landesweite Sperre

Die Gesetzgebung in punkto Glücksspiele ist noch immer über die Länder geregelt. Jetzt kann es in Nordrhein-Westfalen andere Paragraphen geben, als beispielsweise in Bayern. Daraus resultiert, dass andere Voraussetzungen für eine Spielsperre erforderlich werden. Somit sind Sperren, die auf das ganze Deutschland bezogen sind, nur sehr schwer umzusetzen. Weiterhin und diese Punkte hat auch das Oberlandesgericht Hamm bestätigt, gibt es Bedenken bezüglich des Datenschutzes und der Haftung. Aktuell kommt ein System zum Einsatz, welches biometrische Daten zur Überprüfung nutzt. Die Gauselmann Gruppe nutzt diesbezüglich das System Face-Check, um seine Spieler und die Jugend zu schützen.

Wie funktioniert die Gesichtserkennung? Eine Minikamera sichtet Personen, die Einlass wünschen. Jetzt werden eindeutige, digitale Gesichtsmuster erhoben. Es findet ein Abgleich statt. Einmal wird die Frage geklärt, ob das Gesicht in der Sperrdatenbank der Spielhalle zu finden ist. Weiterhin muss dabei geschaut werden, ob die Gesichtsform nicht zu einem Minderjährigen gehören könnte. In beiden Fällen würde die Ampel nicht Grün aufleuchten. Im Falle einer potentiellen Minderjährigkeit, die sich bezüglich der Varianz auf Kunden bis 25 Jahren bezieht, können die Angestellten den Personalausweis noch per Hand kontrollieren. Ansonsten läuft das Verfahren vollständig automatisch ab. Zeigt die Ampel Grün, so findet der Einlass statt. Die Mitarbeiter müssen nicht tätig werden. Somit ist es eine Win-Win-Win-Situation. Denn die Spieler müssen keinen Ausweis vorzeigen. Die Angestellten brauchen keine Überprüfung vorzunehmen. Und der Spieler- und Jugendschutz ist gewährleistet. Diesbezüglich ist die Gauselmann Gruppe ein Vorreiter.

Wo wird Face-Check bereits eingesetzt? Bislang kommt das System zur biometischen Datenerfassung in Bayern, Baden-Württemberg, sowie an einzelnen Spielhallen in Espelkamp, Düsseldorf und Bielefeld vor. Das Konzept wird schrittweise in ganz Deutschland ausgerollt. Übrigens werden die biometrischen Daten kurz nach der Überprüfung wieder gelöscht.

Tut die Gauselmann Gruppe damit genug in Sachen Spielerschutz?

Merkur-Sonne: Firmenlogo der Gauselmann-Gruppe (Bildquelle)

Zum Schutz der Spieler unternimmt die Gauselmann Gruppe mehr, als gesetzlich vorgeschrieben ist und zum Großteil auch mehr als die Konkurrenz. Denn es findet nicht nur eine umfassende Überprüfung jeder Person statt, die Einlass verlangt. Auch werden zu junge Spieler und gesperrte Kunden automatisch ausgefiltert. Der Clou: Dabei müssen keine persönlichen Daten gesammelt und aufbewahrt werden. Gleichwohl ist eine händische Zugangskontrolle überflüssig. Lediglich potentiell Minderjährige, unter 25 Jahren, müssen noch persönlich geprüft werden. Mario Hoffmeister als Leiter der Kommunikation der Gauselmann Gruppe zeigt sich erfreut: „Heute hat auch das Oberlandesgericht Hamm, als zweite Instanz nach dem Landesgericht Bielefeld, unsere rechtliche Auffassung bestätigt und das Ansinnen des Fachverbandes Glücksspielsucht zurückgewiesen.“

Tatsächlich findet sich im Glücksspielvertrag der Länder keine Vorschrift, ein Sperrsystem zu implementieren. Die Gesetzgebung macht eine flächengreifende Spielersperre derzeit schwer möglich. Denn dies ist in den Gesetzen nicht verankert. Die einzige Ausnahme bildet derzeit Hessen, wo OASIS als bundeslandweite Sperrdatei eingesetzt wird. Die Gauselmann Gruppe weist den Vorwurf zurück, dass standortbezogene Sperren nichts bewirken.  Tatsächlich entwickelt das Unternehmen seine Spielerschutzmechanismen ständig weiter. So sollen später die Automaten selber die biometrischen Daten abrufen. In diesem Fall wäre es egal, wo gespielt wird. Der Spieler- und Jugendschutz wäre überall gewährleistet.

Face-Check in der Praxis: In Baden-Württemberg sind aktuell alle 18 Merkur-Standorte mit dem System ausgestattet. Bereits seit 2016 verweisen die Betreiber auf einen tadellosen Betrieb. Zudem ist die Gauselmann Gruppe bereit eine zentrale Sperrdatei einzuführen, sofern die gesetzlichen Grundlagen vorliegen.

Wie ernst ist das Problem mit der Spielsucht?

Wie alle Süchte ist auch die Spielsucht ernst zu nehmen. Einzelschicksale sind hierbei immer bedenklich. Allerdings belaufen sich die Zahlen Betroffener, im Vergleich zum Alkohol oder Tabak, auf einem niedrigen Niveau. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat im Jahr 2016 festgestellt, dass die Spielsüchtigen auf einem konstanten Niveau bleiben. Ein pathologisches Verhalten weisen tatsächlich nur 0,79 Prozent der befragten Spieler vor. Andere Studien, welche Spieler im Alter von 16 bis 70 Jahren erfasst haben, kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Demzufolge finden sich deutschlandweit zwischen 308.000 bis 676.000 Spielsüchtige. Männer im Alter bis 25 Jahren sind am ehesten betroffen. Migrierte Personen und Menschen mit schwachem Bildungshintergrund kommen ebenfalls häufiger in den Statistiken vor. Die Gauselmann Gruppe verweist weiterhin auf Beratungsangebote, die in der jüngeren Vergangenheit gehäuft in Anspruch genommen wurden. Daraus wird geschlussfolgert, dass sich Kunden häufiger und besser mit ihrem Spielverhalten beschäftigen und die Präventionsmaßnahmen in ihrer Gesamtheit funktionieren.

Gauselmann Gruppe: Landesweite Spielersperren nicht erforderlich 1200 1000 2018-07-04 15:39:38 Online-Casino.de

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