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Gauselmann Gruppe schreibt erstmals rote Zahlen

Dieter Maroshi, 8. Februar 2021, Wirtschaft

Die Merkur-Sonne: Das Firmenlogo der Gauselmann-Gruppe (Bildquelle)

Deutschland befindet sich nach wie vor im zweiten Lockdown. Wann die großflächigen Schließungen enden, ist noch nicht bekannt. Doch es sind nicht nur die Friseure und Kinobetreiber, denen jetzt schon ein Jahr lang schwere Zeiten ins Haus stehen. Auch die Betreiber von Spielhallen mussten Rückschlag um Rückschlag einstecken. Und wenn sogar der Branchenprimus – die Gauselmann Gruppe – erstmals rote Zahlen schreibt, dann wird es um die anderen Spielhallen-Betreiber kaum viel besser bestellt sein. Natürlich lässt sich diese Lage derzeit nicht vermeiden. Doch reden wir bei 70.000 Menschen, die in der Automatenbranche tätig sind, längst nicht mehr von Einzelschicksalen.

Mitarbeiter in der Automatenbranche müssen außerdem aktuell aus zweierlei Gründen nicht selten um ihre Anstellung fürchten. Einmal ist natürlich die anhaltende Gesundheitskrise zu nennen. Denn wenn die Arbeitgeber rote Zahlen schreiben, gilt es Kosten einzusparen. Allein deshalb sind Jobs in Gefahr. Eine andere Baustelle ist der neue Glücksspielstaatsvertrag, bzw. das Glücksspielrecht im Allgemeinen. Denn die Bundesländer arbeiten mit Mindestabständen. Teilweise gelten diese schon. Teilweise findet zumindest die Umsetzung erst zum 1. Juli 2021 statt. Dann soll der Bestandsschutz ablaufen. Dies sorgt mit Sicherheit für weitere Betriebsschließungen und daher ebenfalls zu einem Jobverlust innerhalb der Branche.

So lief das Geschäft der Gauselmann Gruppe im Jahr 2020

Das Jahr 2020 war für alle schwer. Unternehmer waren in ihrer Berufstätigkeit eingeschränkt, Privatpersonen ihrer Freiheit ein Stück weit beraubt. Wir wollen aber schauen, wie sich Lockdown und Corona-Vorschriften auf das Betriebsergebnis der Gauselmann Gruppe ausgewirkt hat. Dazu hat sich Gründer Paul Gauselmann nämlich selber zu Wort gemeldet: „Unser Umsatz in 2020 war knapp 30 Prozent geringer als im Jahr zuvor“. Dabei wollen wir nicht vergessen, dass zumindest der erste Lockdown „nur“ von Ende März bis Mitte Mai ging. Zum Jahresende 2020 wurde dann immer wieder nachgeschärft. Doch auch abseits der Maßnahmen könnten Kunden den Spielhallen ferngeblieben sein. Dies gilt besonders, weil auch das Online-Spiel möglich ist. Gegenüber der Wirtschaftswoche sprach Paul Gauselmann weitere unbequeme Wahrheiten bezüglich der längeren Schließung aus: „Dass das die Reserven gewaltig in Anspruch nimmt, brauchen wir nicht zu sagen.“

Weiterhin führt der 86-jährige aus, dass die Gauselmann Gruppe „erstmalig in ihrem 63-jährigen Bestehen rote Zahlen nicht vermeiden“ konnte. Daher ist auch die Prognose für die Zukunft wenig schmeichelhaft. Zwar ist der Konzern noch immer solide aufgestellt. Doch rechnet der Firmenchef vereinzelt mit Schließungen oder Pleiten. Besonders betroffen werden jedoch die Kleinbetriebe und mittelständischen Unternehmen sein. Denn diese Geschäfte verfügen häufig über keine oder nur wenige Rücklagen. Gauselmann äußerte sich auch zu dieser Tatsache: „Es wird, wenn die Pflicht zur Anmeldung von Insolvenzen wieder gilt, eine Riesenwelle, nicht nur in unserer Branche, vor allem in der Gastronomie und in der Touristik und vielen anderen Bereichen geben.“ Auf die eigenen Geschäfte wagt der Spielemacher eine Voraussage: „Nach einer gewissen Zeit werden die Menschen mit Vorsicht wieder spielen.“

Hoffnung auf den 15. Februar 2021: Steht der Tag der Öffnung bald bevor? Bei den aktuellen Fallzahlen ist vermutlich nicht damit zu rechnen. Aus wirtschaftlicher Sicht würden sich die Betreiber der Spielhallen mit Sicherheit für eine Wiedereröffnung entscheiden.

Endet das Zeitalter der Spielhallen im Jahr 2021?

Spielhallen: Vom Aussterben bedroht? (Bildquelle)

Manche Ortschaften oder Stadtteile haben eine Vielzahl dieser Etablissements vorzuweisen. Häufig drängten sich ähnliche Geschäfte auf einer Straße. Mit der Einführung von Mindestabständen hat sich diese Ballung bald erledigt. Doch Kritiker sehen diese Maßnahme als antiquiert an. Denn in einer Zeit, wo jeder Kunde zu jeder beliebigen Uhrzeit, digital eine Runde am Spielautomaten drehen kann, scheinen physische Abstände innerhalb von Städten bezüglich des oftmals zitierten Spieler- und Jugendschutzes keinen hinreichenden Grund für eine Schließung darzustellen. Betreiber würden sich lieber auf Basis qualitativer Richtlinien bewertet sehen. Denn so setzt letztlich eine wirkliche Schutzwirkung ein. Und nur durch persönliche Betreuung und ein ansprechendes Ambiente können sich Spielhallen überhaupt gegen die Konkurrenz aus dem Internet – die ab dem 1. Juli 2021 offiziell legalisiert ist – absetzen.

Doch ist wirklich zu erwarten, dass die Spielhallen langsam aussterben? Bei der aktuellen Rechtslage und mit der Legalisierung der Online-Angebote ist ein Rückgang wahrscheinlich. Ein Vergleich mit den Wettbüros legt nahe, dass sich einige Etablissements werden durchsetzen können. Sportwetten sind offiziell seit 2012 erlaubt. Und hier gibt es sowohl Angebote im Internet, als auch in Lokalitäten. Die eher geringe Anzahl an Wettbüros beeinflusst das Stadtbild auch nicht weiter. Trotzdem könnte es in Bezug auf die Spielhallen ein Kuhhandel sein. Nochmals: 70.000 Angestellte aus Deutschland sind aktuell in der Automatenbranche tätig. Durch Betriebsschließungen sind viele Jobs gefährdet. Die Kunden spielen dann online weiter. Und die Unternehmen, die im Web firmieren, haben ihren Firmensitz meist im Ausland.

Gauselmann Gruppe macht abseits des Kerngeschäfts Schlagzeilen: Das Unternehmen aus Espelkamp ist für seine sozialen und ökologischen Projekte bekannt. Kürzlich wurden nahe dem Schloss Benkhausen 200 Jungbäume und 1.200 Keimlinge gepflanzt. Dort wurden im Sommer 2020 abgestorbene Fichten gefällt. Näheres geht aus einer Presseerklärung der Gauselmann Gruppe

Gauselmann Gruppe schreibt erstmals rote Zahlen 1200 1000 2021-02-08 11:06:55 Online-Casino.de

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