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Geldspielgesetz in der Schweiz: Ohne Ausland geht’s nicht!

Martin Hill, 23. Juli 2018, Technik

Glücksspiel in der Schweiz (Bildquelle)

Über das Geldspielgesetz in der Schweiz wurde abgestimmt. Innerhalb der Landesgrenzen sollen künftig nur Schweizer Casinos über das Internet zu erreichen sein. Damit gingen für wohlbekannte Namen der Branche, in der sonst so neutralen Schweiz, die Lichter aus. Allerdings stehen jetzt Kooperationen mit fremdländischen Anbietern hoch im Kurs, um den Einstieg ins Onlinegeschäft kompetent und zügig vorantreiben zu können. Doch auch der Bundesrat hat hier noch ein Wörtchen mitzureden.

Ein kleiner Rückblick auf den 10. Juni 2018 sei erlaubt. An diesem Tag unterstützte das Volk mit 72,9 Prozent das neue Geldspielgesetz. Die Folge ist, dass ausländische Casino-Operatoren innerhalb der Schweiz nicht mehr aufgerufen werden können. Die Netzanbieter verhängen eine Netzsperre. Andersherum ist das Online-Glücksspiel in der Schweiz jetzt legal – dafür muss jedoch die Homepage eines Schweizer Casinos angesteuert werden. Die konkrete Umsetzung steht jedoch noch aus.

Schweizer Casinos: Konkrete Pläne mit ausländischen Anbietern

Anscheinend gibt es eine neue Wende in der Casino-Debatte. Obwohl die einheimischen Glücksspielhäuser das Internet für sich beansprucht haben, sollen Kooperationen mit ausländischen Anbietern vor der Abwicklung stehen. Bislang ist jedoch nix entschieden. Dies liegt auch daran, dass zunächst die Konzessionen zu vergeben sind. Baden macht sich Hoffnung und testet im Hintergrund bereits die eigene Plattform mit virtuellen Einsätzen. Auch Luzern und Zürich haben bereits ihr Interesse bekundet. Andere Casino-Städte haben sich noch nicht zu Wort gemeldet. Allerdings scheint logisch, dass eine gültige Lizenz und das Glücksspiel über das Internet finanziell einen Geldsegen bedeuten können. Zuvor gilt es jedoch die Verordnungen des Bundesrates auf Basis des Geldspielgesetzes umzusetzen.

Doch schon vorab zeichnet sich etwas ab. Denn Spielbanken aus der Schweiz und lokale Verbände legen schon jetzt dar, dass der erfolgreiche Start ins Online-Glücksspiel ohne die Hilfe ausländischer Partner gefährdet ist. Es ist keine eineinhalb Monate her, da wurden die Online-Casinos mit Lizenz aus Malta und Gibraltar noch verteufelt. Und jetzt könnten eben diese Operatoren beim Online-Gang der heimischen Glücksspielhäuser helfen. Denn wenn innerhalb der Landesgrenzen langsam aufgebaut wird, so verlieren die Schweizer Casinos den Vergleich mit dem Ausland um Längen. Die Spielbanken in Bern und Baden äußerten sich in einer Stellungnahme folgendermaßen: „Dazu muss dem Spieler eine vergleichbare Auswahl angeboten werden, wie diese auch bei ausländischen Onlinecasinos zu finden ist. […] Die Schweizer Casinos können ein so breites Produktportfolio unmöglich selber betreiben.“ Dabei wird insbesondere auf das Live-Casino angespielt, wo die Kunden virtuell mit echten Croupiers oder Dealern an einem Tisch sitzen.

Virtuelles Privates Netzwerk: Sollte das Angebot nicht den gewohnten Standards entsprechen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Spieler aus der Schweiz ein virtuelles privates Netzwerk einrichten, umso höher. Damit kann die Netzsperre, ohne große Kenntnisse von Technik, problemlos umgangen werden.

Bundesrat: Kooperation mit dem Ausland soll begrenzt werden

Die Netzsperre ist keine Lösung (Bildquelle)

Sein Veto könnte jedoch der Bundesrat in der Schweiz einlegen. Denn wenn es nach deren Nase geht, dann darf eine angestrebte Partnerschaft wohl nur für das Pokerspiel gelten. Gemeinsame Hauptgewinne sollen ebenso verboten bleiben, wie eine Kooperation in Bezug auf Live-Spiele. Damit müssten sich die heimischen Anbieter selber um die Croupiers und Dealer für das Live-Casino kümmern. Und die Höhe der Jackpots könnte wohl nicht mit der ausländischen Konkurrenz mithalten. Der Casino-Verband spricht davon, dass hier sinnvolle Partnerschaften unmöglich gemacht werden. Sie argumentieren damit, dass illegale Spielaktivitäten nur zu unterbinden sind, wenn das Angebot in der Schweiz mit den ausländischen Operatoren gleichzieht.

Auch die Spielbanken möchten auf die Hilfe ausländischer Partner nicht verzichten. Entpuppt sich das Geldspielgesetz für die heimischen Anbieter als Eigentor? Denn die ganzen Software-Entwickler, die wirklich großen Namen der Branche, stammen nicht aus der Schweiz. Dürfen künftig keine Spiele von NetEnt, Play´n Go, Microgaming und Co angeboten werden? Demzufolge müssten innerhalb der Landesgrenzen eigene Spiele entwickelt werden. Die Casinos meinen jedoch, dass der Markt dafür zu klein ist. Ohne Unterstützung aus dem Ausland geht es nicht. Das Casino Baden hat bereits eine Partnerschaft mit zwei Unternehmen aus Belgien geschlossen. Während sich das Swiss Casino mit Entwicklern aus Großbritannien, Estland und Russland zusammentut.

Kriterien für Partnerschaft: Der Bundesrat sieht vor, dass ein Partnerunternehmen über fünf Jahre lang nicht in der Schweiz als Glücksspielunternehmen aktiv war. Dies schließt die großen Namen der Branche weitestgehend aus.

Brüssel sieht Dienstleistungsfreiheit der EU verletzt

Die European Gaming and Betting Association versteht den Kurs innerhalb der Schweiz ebenfalls nicht. Denn das Verbot besagt im Umkehrschluss, dass alle Glücksspielunternehmen, die innerhalb der letzten fünf Jahre auf dem Markt der Schweiz aktiv gewesen sind, keinen guten Ruf haben. Diese Firmen werden von den Partnerschaften ausgeschlossen, was sich wiederum mit der EU-Dienstleistungsfreiheit beißt. Der Bundesrat wird jedoch keinen Rückzieher mehr machen. Denn schon Anfang des Jahres 2019 soll das Geldspielgesetz und die darauf aufbauenden Verordnungen erlassen werden.

Schweizer Casinos, sowie Verbände sehen eine konkrete Gefahr: Kann das Angebot der Operatoren in der Schweiz nicht mit dem Ausland mithalten, so weichen die Spieler über eine VPN doch auf die Spielbanken im Ausland aus. In diesem Fall bleiben weder die Einsätze in der Schweiz, noch die Kontrolle über den Spieler- und Jugendschutz. Denn darum sollte es, wenn sämtliche Diskussionen um die Casino-Lobby außer Acht gelassen werden, beim Geldspielgesetz eigentlich gehen.

Geldspielgesetz in der Schweiz: Ohne Ausland geht’s nicht! 1200 1000 2018-07-23 15:58:27 Online-Casino.de

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