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Gibt es im Glücksspiel ein Demographie-Problem?

Sabina Kugler, 10. Juni 2019, Unterhaltung

Glücksspiel-Statistik (Bildquelle)

Seit Jahrhunderten begeistert das Glücksspiel die Bevölkerung des Planeten Erde. Dabei ist es in erster Linie unerheblich, ob wir von Sportwetten, den Casino-Spielen, einer Lotterie, Pokern oder dem Lose-Ziehen sprechen. Wenn Geld gesetzt wird und es etwas zu gewinnen gibt, dann werden die Glückshormone aktiviert. Doch in den Vereinigten Staaten von Amerika, insbesondere in Las Vegas, könnte ein großer Umschwung bevorstehen. Denn ein großer Part der Einnahmen wird von den Spielautomaten erzielt. Doch eben diese Geldspielgeräte sprechen das jüngere Publikum nicht an.

Gibt es im Glücksspiel also ein Demographie-Problem? Zumindest im Offline-Business scheint sich dieser Eindruck zu verfestigen. In Amerika, wo viele „Kaffeefahrten“ der Rentner im nächsten Casino enden, mag diese Situation am ehesten zutreffen. Doch auch in anderen Ländern ist es hauptsächlich die ältere Bevölkerung, welche sich an den Spielautomaten austobt. Allerdings sind sich die Spielcasinos der Problematik bewusst. Daher wird schon eifrig an einer Lösung gearbeitet, wie auch aus einem Artikel der Absatzwirtschaft hervorgeht.

So sieht der Ist-Zustand bei den Spielautomaten aus

Zunächst möchten wir einmal auf den Ist-Zustand schauen. Derzeit sind die Automatenspiele noch große Umsatzbringer. Sie sind leicht zu bedienen. Mit einem Knopfdruck startet die Drehung. Zuvor ist natürlich eine Münze einzuwerfen. Beziehungsweise kann zuvor ein Geldbetrag eingezahlt werden, der dann über diverse Runden – je nach Einsatzhöhe – zur Verfügung steht. Die Walzen beginnen zu rotieren und am Ende zeigt sich, ob es genügend gleiche Symbole in Reihe gegeben hat, um eine Auszahlung auszulösen. Der Spieler hat kaum eine Möglichkeit in das Spielgeschehen einzugreifen. Bestenfalls ist das Gambling-Feature zu nutzen. Doch dabei handelt es sich ebenfalls nur um eine 50 zu 50 Chance auf Verdopplung oder Verlust. Ein Spielautomat hat einen festgelegten ROI (Return on Investment). Dieser beschreibt, wie viel Prozent der Einsätze im Durchschnitt ausgezahlt werden. Dadurch ist für den Betreiber langfristig ein Gewinn garantiert.

Aus Statistiken geht hervor, dass der typische Spielautomaten-Nutzer 58 Jahre alt ist. Dahingegen sind Casino-Besucher im Durchschnitt 36 Jahre alt. Dementsprechend ist ein deutliches Demographie-Problem vorhanden. Gerade in den USA droht der Absatz zu sinken, sollten die älteren Spieler irgendwann nicht mehr zu Besuch kommen. Auf die bisherigen Gewinne möchten die Betreiber jedoch nicht verzichten. Denn dabei soll es sich immerhin um mehr als 40 Milliarden US-Dollar handeln. Wenn die jüngere Bevölkerungsschicht ins Casino geht, dann zieht es sie zu den Tisch- und Kartenspielen (Roulette, Blackjack, Poker, etc.). Was haben diese Spiele gemeinsam? Ein guter Spieler ist in der Lage mit Geschick oder einer Strategie die Konkurrenz am Tisch zu schlagen.

Millennials meiden Automaten: Es ist eine Tatsache, dass der durchschnittliche Automatenspieler ein beachtliches Alter vorweist. Wenngleich diese Statistiken sich auf Amerika beziehen, gibt es in weiten Teilen der Welt ähnliche Demographie-Probleme beim Glücksspiel.

So sieht der gewünschte Soll-Zustand bezüglich der Automaten aus

Haben die Klassiker bald ausgedient? (Bildquelle)

Casino-Betreiber sind heute große Unternehmen mit einer eigenen Lobby. Natürlich machen sich die Chefs hinter den Kulissen Gedanken über ihren Kundenstamm. Sie wissen um die Überalterung an den Automaten und überlegen zurzeit, wie ein Gegensteuern aussehen könnte. Der aktuelle Lösungsansatz: altbewährte Casino-Spiele sollen mit Elementen aus Videospielen kombiniert werden. Denn gerade die Millennials sind mit dieser Art von Games aufgewachsen und lassen sich gerne davon faszinieren. Weiterhin soll aus dem Glücksspiel am Spielautomaten ein Geschicklichkeitsspiel werden. Mit dieser Maßnahme sollen demnächst wieder jüngere Spieler den Weg an die Slots finden.

Doch bei der geplanten Ausrichtung gibt es zunächst rechtliche Fallstricke zu überspringen. Denn weltweit sind Behörden von dem neuen Konzept nicht überzeugt. Wenn das Automatenspiel auf Geschick basiert, so die Befürchtung, könnte die Zahl der Spielsüchtigen steigen. Denn allein das Wort Geschick suggeriert, dass der Spieler die Chance hat das Spiel zu schlagen. Generell wird dies natürlich möglich sein. Doch die Automatenindustrie wird schon dafür sorgen, dass sie selber der größte Gewinner bleibt. Dass ist schlussendlich nur logisch. Denn bestünde die Gefahr mit der neuen Generation von Spielautomaten dauerhaft Verluste einzufahren, wären diese für ein Unternehmen sehr gefährlich. Außerdem möchten die Behörden eine gewisse Gewinnwahrscheinlichkeit für den Spieler nicht unterschritten sehen.

Herausforderung für Programmierer: Ein klassischer Spielautomat folgt einem klaren Muster. Dort ist es nicht sonderlich schwierig eine Wahrscheinlichkeit hinsichtlich der Ausschüttung einzubetten. Wenn der Erfolg jedoch vom Geschick des Spielers abhängig sein soll, sieht es schon anders aus. Hier braucht es komplexere Algorithmen.

Beseitigen Hybridmaschinen das Demographie-Problem im Glücksspiel?

Tatsächlich gibt es aus den USA schon erste Erfolge zu vermelden. Denn in Nevada (Las Vegas) und New Jersey (Atlantic City) ist die Produktion entsprechender Hybridautomaten schon angelaufen. Das Alter der Nutzer soll bei diesen Maschinen um 15 bis 20 Jahre jünger sein. Doch stellt sich mit der Umstellung auf Geschicklichkeitsautomaten ein weiteres Problem ein. Eine Runde dauert im Zweifel wesentlich länger, als beim herkömmlichen Spielautomaten. Daher müssten die Kunden länger vor dem Automaten sitzen oder im Durchschnitt höhere Beträge setzen, damit für das Casino der gleiche Ertrag herausspringt. Weiterhin sind die Skill-Games vielerorts noch gänzlich unbekannt. Doch dabei handelt es sich um ein Problem des Marketings.

Gibt es im Glücksspiel ein Demographie-Problem? 1200 1000 2019-06-10 07:57:44 Online-Casino.de

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