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Glücksspiel-Reform in der Schweiz: Zwei neue Spielbanken geplant

Glücksspiel in der Schweiz (Bildquelle)

Die Eidgenossen haben sich zu einer Erweiterung ihrer Spielbanken-Landschaft entschlossen. Aus 21 werden 23 landbasierte Casinos. Lediglich die Begründung liest sich etwas kurios. Denn es heißt, dass damit die Steuereinkünfte für die Bevölkerung optimiert werden soll. Da mussten wir doch gleich mal etwas näher nachschlagen. Allerdings stehen in der Schweizer Casino-Landschaft demnächst ohnehin Neuerungen an. Denn im Jahr 2024 würden die bisherigen 21 Lizenzen der Spielbanken auslaufen. Schon dieser Tage soll daher eine Entscheidung gefällt werden, wie es ab 2025 weitergeht. Diese Frage wird auch mit einem Bericht der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) beantwortet werden.

Darin enthalten sind Empfehlungen. Folglich ist ein schlichtes „Weiter so!“ nicht anzunehmen. Doch zunächst einmal möchten wir uns mit der Erweiterung befassen. Denn künftig soll es zwei neue Standorte geben, wo dem Casino-Spiel nachgegangen werden kann. Gemeint sind zwei Konzessionen vom Typ A. Diese unterscheiden sich von Typ B darin, dass kein Maximaleinsatz vorgeschrieben ist. Demzufolge ist es die höchste Stufe von Spielcasinos in der Schweiz. Wo genau die neuen Spielbanken entstehen sollen und wieso ausgerechnet der Steuerzahler profitieren soll, darauf möchten wir im weiteren Verlauf des Artikels eingehen. Alternativ hat sich auch die Luzerner Zeitung damit befasst.

Neue Casino-Standorte in der Schweiz: Lausanne und Winterthur

Wer hat denn im Kopf, wo in der Schweiz bislang Spielbanken zu finden sind? Wir mussten selber nachschlagen: Bad Ragaz, Baden, Basel, Bern, Courrendlin, Cras-Montana, Davos, Freiburg, Genf, Interlaken, Locarno, Lugano, Luzern, Mendrisio, Montreux, Pfäffikon, Schaffhausen, St. Gallen, St. Moritz und Zürich. Das sind also 21 Spielcasinos in einem Land mit ungefähr 8,6 Millionen Einwohnern. Damit ist die Schweiz etwas mehr als ein Zehntel so bevölkerungsreich wie Deutschland. Diese 21 Spielbanken verteilen sich auf 41.285 Quadratkilometer Fläche. Künftig kommen halt zwei weitere Spielbanken hinzu. Diese sollen sich in Winterthur und Lausanne einreihen. Doch aus welchem Grund die die Lizenz des Typs A ins Auge gefasst worden? Diese Empfehlung wird immer dann ausgesprochen, wenn ein Casino in einer bevölkerungsreichen Region aufgestellt wird. Als Maßgabe wird ein erwarteter Bruttospielertrag von über 30 Millionen Schweizer Franken je Jahr angesetzt.

Die ESBK kam in ihrem Bericht zum Ergebnis, dass die aktuellen Casinos die Landschaft der Schweiz schon sehr gut abdecken. Damit sind die Ziele eigentlich erfüllt. Doch mit zwei weiteren Casinos ist die Abdeckung des Spieleangebots noch besser gewährleistet. Dabei wird sicherlich ebenfalls in Betracht gezogen, dass die Spielbanken ein weiterer Arbeitgeber sind und so den Kantonen und dem Bund weitere Einnahmen bringen. Die ESBK geht im Übrigen nicht davon aus, dass es zu einer vermehrten Spielsucht durch zwei weitere Standorte kommen wird. Auch die alle fünf Jahre durchgeführte Studie zur Spielsucht in der Schweiz zeigt hier keine entsprechende Tendenz. Auch wirtschaftlich sollen hier 69,7 Millionen pro Jahr für soziale Kosten im Vergleich zu den erzielten Einnahmen kein Argument sein.

Finanzierung der AHV: Von den 7,3 Milliarden Schweizer Franken, die als Abgaben seit den Jahren 2002/2003 an den Staat fließen, wandern 6,2 Milliarden in die AHV. Diese sichert den Existenzbedarf im Alter. Da es sich um eine Volksversicherung handelt, profitiert hier jeder Bürger.

Steht eine Umverteilung der Glücksspiel-Erträge in der Schweiz bevor?

Zwei neue Spielbanken für die Schweiz (Bildquelle)

Jetzt verabschieden wir uns von der Ansicht, die sich nur auf die Casinos fokussiert. Denn generell ist die Glücksspiellandschaft in der Schweiz schwer zu durchblicken. Gleiches gilt für die Verwaltung und Verteilung der Einnahmen aus dieser Branche. Die Denkfabrik Avenir Suisse hat Reformen ins Spiel gebracht. Doch warum ist die Glücksspiellandschaft überhaupt so unübersichtlich? Nehmen wir nur die Kantone, welche die Gelder über insgesamt 78 Lotteriefonds (Lotto und Sportwetten) nehmen und verteilen. Nur der Kanton Luzern verwaltet bereits 18 solcher Fonds. Die Kritik ist hier schnell gefunden. Jeder Fond muss verwaltet werden und dabei entstehen Kosten. Diese beziffert Avenir Suisse mit 16 bis 22 Millionen Franken im Jahr. Die Rede ist von 3,6 Prozent der Gesamtausgaben. Außerdem sind die Finanzflüsse von außen nur schwer nachzuvollziehen.

Jährlich sollen 1,6 bis 1,8 Milliarden Schweizer Franken an Erträgen aus Glücksspielmonopolen erzielt werden. Eine Million davon können die Kantone verteilen. Die Förderung von Kultur und Sport steht dabei an erster Stelle. Allerdings kommt die Gemeinnützigkeit nicht in jedem Kanton gleichermaßen zur Geltung. Interessant ist diesbezüglich auch, dass Avenir Suisse eine Rückverteilung der Gelder an die Bevölkerung vorschlägt. Laut eigener Rechnung ergäbe dies eine Zahlung von 115 Schweizer Franken je Person. Aktuell wären dies knapp 112 Euro. Ebenso wird vorgeschlagen, dass die Kantone und der Bund nur noch regulierend eingreifen und der Eigennutzen damit auf null zu reduzieren ist. Soll an der direkten Förderung von Sport und Kultur festgehalten werden, so könne dies über die Vergabe an entsprechenden Gutscheinen ans Volk erreicht werden. Ob sich diese Vorschläge durchsetzen werden ist fraglich.

Lizenz-Verlängerungen: Da die bestehenden, landbasierten Casino nur noch bis Ende 2024 konzessioniert sind, braucht es hier eine zügige Lösung. Vermutlich kommt es schlicht zu einer Verlängerung der Lizenzen. Diese Entscheidung steht noch bevor.

Glücksspiel-Reform in der Schweiz: Zwei neue Spielbanken geplant 1200 1000 2022-05-03 08:08:31 Online-Casino.de

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