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Glücksspiel-Regulierung: Casino-Bonus ist kein Streitthema

Martin Hill, 9. Dezember 2020, Recht & Gesetze

Glücksspiel-Regulierung in Deutschland / Shutterstock.com

Die Glücksspiel-Regulierung hat unlängst Fahrt aufgenommen. Ein Einzahlungs- und Einsatzlimit soll kommen. Weiterhin haben Spielrunden am Automaten eine feste Zeit zu dauern. Spieler dürfen künftig nur noch bei einem Online-Casino zur gleichen Zeit angemeldet sein. Und ein Panikknopf kommt ebenfalls. Entsprechende Änderungen sind im Umlaufbeschluss schon genannt. Damit haben sie rein rechtlich jedoch noch keine Gültigkeit. Der neue Glücksspielstaatsvertrag ist noch nicht final beschlossen. Und selbst wenn, so greift dieser erst ab dem 1. Juli 2021. Doch ein Thema hat die Politik bislang ausgespart. Dabei handelt es sich um den Casino-Bonus. Für Sportwetten gilt jedoch das Gleiche.

Es ist noch nicht in Stein gemeißelt, doch Online-Casinos werden im Jahr 2021 in Deutschland legalisiert. Zumindest sprechen alle Anzeichen dafür. Warum sonst sollten die Bundesländer schon jetzt Spielautomaten dulden, sofern sich die Anbieter im Gegenzug an die später gültigen Gesetze jetzt schon halten. Dass im Zuge der Regulierung teilweise strenge Regeln Einzug halten und künftig auch überwacht werden, ist zu erwarten. Doch warum machen die Ministerpräsidenten um die Bonusangebote bislang einen Bogen? Ist es Absicht? Oder wurde das Thema bislang unbewusst ausgespart?

Warum der Casino-Bonus nicht Opfer der Regulierung ist

100 Euro einzahlen, mit 200 Euro spielen. So oder ähnlich funktionieren Bonusofferten. Doch gibt es dabei noch die andere Seite zu beleuchten. Denn vor einer Auszahlung muss das Guthaben mehrfach eingesetzt werden. Dabei steht den Spielern ein vorgegebenes Zeitfenster zur Verfügung. Beim Wetten kommt in der Regel noch eine Mindestquote dazu. Mit solchen Angeboten werben die Casinos – auch im Fernsehen. Zukünftige Kunden werden mit Neugier und mit einem finanziellen Gewinn bei Neuanmeldung gelockt. Dennoch ist das Werbeversprechen nur die Wahrheit. Denn die Casinos spendieren den Spielern das zusätzliche Kapital gerne. Die Hoffnung ist hier natürlich, dass der Kunde den Bonus und die Einzahlung gleich wieder verspielt. Allerdings ist es nicht verboten mit finanziellen Anreizen zu werben.

Machen wir einen kleinen Abstecher in den Einzelhandel. Zum Black Friday wird beispielsweise häufig mit Preisnachlässen bei Elektronik-Geräten geworben. Angenommen der Händler verspricht auf ein Produkt 25 % Nachlass zu gewähren, so entspricht dies einem Rabatt auf den Listenpreis. Den hat der Händler aber vorher eventuell auch nicht verlangt. Häufig ist es nicht mal ein wirklicher Preisnachlass. Deshalb empfehlen Experten hier schon im Vorfeld die Preise zu vergleichen. Doch es ist ein Werbeversprechen, welches Kunden zum Kauf animieren soll. Und diese Art der Werbung ist erlaubt. Daher stellt sich schon die Frage, warum gerade ein Online-Casino nicht auf diese Art und Weise werben dürfen soll. Und wie ist es mit den Bonusbedingungen? Auch hier fällt uns eine Parallele ein. Ein Pullover kostet 20 Euro, zwei Pullover bekommst du für 35 Euro. Um hier vom Vorteil zu profitieren, musst du einen höheren Warenwert umsetzen.

Bonus-Aktionen für Neukunden: Die lohnenden Boni richten sich an neue Spieler. Profis nutzen häufig einen Casino Bonus und springen dann sogleich zum nächsten Anbieter weiter. Denn dort wartet in der Regel schon die nächste Promotion auf den Casio-Kunden.

Wie sieht es mit den VIP-Club Vorteilen im Online-Casino aus?

Money Management trotz Bonus wichtig! / Shutterstock.com

Aus unserer Sicht haben auch diese eine Entsprechung im wirklichen Leben – nämlich den Treuepunkten. Wenn du im Supermarkt einkaufst, so kannst du dir über eine Karte Punkte gutschreiben lassen. Wenn du genügend Punkte gesammelt hast, tauscht du diese wiederum gegen Prämien ein. Je nach Anbieter mag es sich dabei um frei auszuwählende Waren oder um eine Gutschrift beim nächsten Einkauf handeln. Kommen wir vom Supermarkt zurück zum Online-Casino. Dort sammelst du für die Einsätze im Spielautomaten oder am Tischspiel, sofern ein VIP-Club vorhanden ist, ebenfalls Punkte. Und auch dort steht dir die Möglichkeit offen, diese einzutauschen. Je nach Anbieter unterscheiden sich die Möglichkeiten. Manche Casinos haben direkt einen angeschlossenen Shop. Andere bieten sogar eine Auszahlung in Bargeld. Und wieder andere tauschen die Treuepunkt gegen Bonusaktionen um. In diesem Fall wäre es beispielsweise möglich sich die Punkte gegen Freispiele eintauschen zu lassen.

Unser Kernargument für den Erhalt des Casino-Bonus lautet also wie folgt: Warum sollten Supermärkte, Kleidungsgeschäfte und Online-Händler Werbeaktionen starten dürfen, zukünftig lizenzierte Casinoseiten jedoch nicht? Sportwetten-Anbieter, die in Deutschland schon seit vielen Jahren erlaubt sind, werben ebenfalls mit einem Bonus. Tatsächlich scheint es aktuell keinen Grund zu geben entsprechende Offerten zu untersagen. Für die Anbieter selber sind die Boni ebenfalls ein wichtiges Argument. Denn mit finanziellen Anreizen oder Freispielen für Spieler ist es möglich sich von der Konkurrenz abzuheben. Obendrein müssen die legalen Angebote in Sachen Attraktivität mit den illegalen Wettbewerbern mithalten. Sonst ist anzunehmen, dass die Kunden sich vom regulierten Markt abwenden.

Jugendschutz und Spielersicherheit: Im neuen Glücksspielstaatsvertrag sollen diverse Maßnahmen hinterlegt sein, damit Kinder und Jugendliche nicht in Kontakt mit Glücksspielen kommen. Gleichwohl sind dort Regeln aufgestellt, damit Kunden nicht über ihre Verhältnisse spielen. Diese Maßnahmen müssen so ausgestaltet sein, dass sie ihren Zweck erfüllen. Wenn die Spieler bestimmte Limits nicht überschreiten können, ist ein Bonus-Verbot unnötig.

Glücksspiel-Regulierung: Casino-Bonus ist kein Streitthema 1200 1000 2020-12-09 10:41:17 Online-Casino.de

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