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Glücksspiel-Sponsoren in England vor dem Aus? Folgt Deutschland?

Dieter Maroshi, 25. Februar 2019, Wirtschaft

Fußball, Werbung und das Sport-Sponsoring (Bildquelle)

Sportwetten und Fußball scheinen derzeit unzertrennbar miteinander verbandelt zu sein. Auf der Suche nach Profi-Vereinen, die noch keinen Glücksspielanbieter als Partner vorweisen können, tuen wir uns denkbar schwer. Nehmen wir den Buchmacher Betway als Beispiel. In England fungiert das Unternehmen als offizieller Hauptsponsor von West Ham United. In Deutschland werden die Teams Hannover 96, SV Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf unterstützt. Die Engländer bekämpfen derzeit ihr Spielsucht-Problem und machen gegebenenfalls auch vorm Sponsoring nicht halt.

Allein als Hauptsponsor sind es in der englischen Premier League neun von 20 Teams, die auf einen Glücksspielanbieter setzen. In der Championship, die zweite Liga in England, sind es nochmals 17 von 24 Mannschaften. Und wir reden hier nur vom Hauptsponsor. Bandenwerbung und weitere Vermarktungen gar nicht eingeschlossen. In England sollen 450.000 junge Menschen im Alter zwischen elf und 16 Jahren wöchentlich Glücksspiele ausüben. Ein Grund zu handeln. Und die Glücksspielwerbung bei Sport-Events ist hier fest im Blick einiger Politiker.

Englische Fußballclubs sollen Partnerschaft mit Glückspiel-Sponsoren überdenken

Der Profi-Fußball ist ein Geschäft, welches vom Geld regiert wird. Gerade in England sind die Zahlen astronomisch. 2015 wurde ein Deal geschlossen, welcher den Clubs in den Jahren 2016 bis 2019 eine Summe von 6,9 Milliarden Euro einbringt. Die Rede ist vom TV-Vertrag. Finanziell stehen die Engländer seit diesem Vertragsabschluss, zumindest finanziell, vor den anderen Spitzennationen im Fußball. Und trotzdem versucht ein Unternehmen und als solches werden viele Vereine heute geführt, seine Einnahmen zu maximieren. Daher wird beim Sponsoring ebenfalls auf die Zahlen geschaut. Je höher die Einnahmen, desto mehr Geld kann in neue Spieler oder in den Vertrag der bestehenden Kicker investiert werden. Der Ausbau des Stadions, vom Trainingsgelände oder der Neubau einer Jugendakademie sind ebenfalls Ausgaben, welche dem entgegenstehen. Die Partner aus der Branche der Glücksspiele sind diesbezüglich ein Baustein für den finanziellen Erfolg.

Doch könnte zumindest dieser Finanzfluss in Zukunft unterbunden werden. Miriam Davies ist Mitglied des Parlaments im Vereinigten Königreich.  Sie hat die Teams im Profi-Fußball angezählt: „Die Sportclubs müssen darauf hinarbeiten, eine gesunde Beziehung zu ihren Sponsoren aufzubauen.“ Dabei zielt die Sportministerin darauf ab, dass viele junge Menschen Fußball schauen und von der Werbung beeinflusst werden. Die Clubs vermitteln den Eindruck, als würde das Wetten zum Fußball dazugehören. Allerdings hat zumindest der englische Fußballverband FA ein Zeichen gesetzt, wie Davies bestätigte: „Der FA hat zum Beispiel entschieden, dass ein bestimmter Sponsor nicht zu ihnen gepasst hat.“ Weiterhin führt die Ministerin aus, dass bei konkreten Beweisen zur Unvereinbarkeit von Glücksspiel-Sponsoren und Jugendschutz Maßnahmen zu ergreifen sind.

In Großbritannien gehören Wetten zum guten Ton. Ob es um die royale Hochzeit geht, den Namen des nächsten Kindes in der Thronfolge oder auch nur um die Hutfarbe der Queen bei einem offiziellen Auftritt, der Brite an sich wettet gerne.

Von England nach Deutschland: Stehen die Sponsoren in der Kritik?

Jugendschutz im Sport praktizieren (Bildquelle)

Das Stadion in Düsseldorf heißt aktuell Merkur Spiel-Arena. Die Top-Clubs in Deutschland, der FC Bayern München und Borussia Dortmund, werben für Tipico und bwin. Knapp 30 Anbieter von Sportwetten finden wir vor, wenn wir die Banden, Trikots und Werbeeinblendungen im Fernsehen während der Spiele betrachten und addieren. Die Ausgaben der Unternehmen belaufen sich auf 43 Millionen Euro. Und wenn eine Firme bereit ist, eine größere Summe zu investieren, dann ist diesbezüglich mit einer Gegenleistung zu rechnen. Potentielle Kunden werden auf die eigene Dienstleistung aufmerksam. Beim Fußball handelt es sich zudem um eine junge Kundschaft, die mit Glück über viele Jahre dem Unternehmen treu bleibt.

Und im Gegensatz zur FA, hat sich die DFL einen Partner aus der Branche des Glücksspiels zugewandt. Tipico hat sich eingekauft und investiert insgesamt 11,05 Millionen Euro im Jahr in den Sport. Brisant ist dieses Thema insbesondere dahingehend, als das viele Glücksspielunternehmen derzeit bestenfalls in einer Grauzone agieren. Denn die Ministerpräsidenten beraten aktuell über den neuen Glücksspielstaatsvertrag und die Vergabe von Konzessionen. Derzeit kann sich kein Sportwetten-Unternehmen auf eine deutsche Lizenz berufen – bestenfalls auf eine EU-Konzession aus Malta. Trotzdem wird das Glücksspiel-Sponsoring in der Bundesrepublik größtenteils akzeptiert und nur selten hinterfragt. Einen kleinen Aufschrei gibt es bestenfalls, wenn ein Idol wie Bastian Schweinsteiger für Automatenspiele wirbt. Derzeit ist daher nicht damit zu rechnen, dass die Wettanbieter und Casinos ein Werbeverbot erhalten. Doch wenn Studien aus Großbritannien zu dem Schluss kommen, dass der Jugendschutz dadurch gefährdet wird, so könnte das Thema sich bis nach Deutschland ausbreiten.

Ein Hauch von Legalität: Durch das Sponsoring in Deutschland ergibt sich noch ein positiver Nebeneffekt für die Unternehmen. Denn obwohl Online-Glücksspiele hierzulande nicht grundsätzlich erlaubt sind, erhalten die Buchmacher dadurch einen legalen Anstrich.

Härtere Regeln für Rubbellose in England

Die Sponsoren im englischen Fußball sind auch bei der Debatte um die Scratchcards (Rubbellose) wieder kritisiert worden. Hierbei geht es ebenfalls um den Jugendschutz. Das Alter für den Erwerb von Rubbellosen soll in England auf 18 Jahren angehoben werden. Aktuell versuchen dort 15 Prozent der Jugendlichen im Alter von 11 bis 16 Jahren regelmäßig ihr Glück mit Rubbellosen. In Deutschland ist die Altersgrenze bereits auf 18 Jahre gesetzt.

Glücksspiel-Sponsoren in England vor dem Aus? Folgt Deutschland? 1200 1000 2019-02-25 10:36:14 Online-Casino.de

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