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Glücksspiel Studie zeigt Regulierungsbedarf auf

Martin Hill, 22. November 2017, Sport & Spiel

Gambling Industry Report (Bildquelle)

Das Handelsblatt Research Institute hat eine Glücksspiel Studie herausgegeben. Der Titel lautet „Die Digitalisierung des Glücksspiels“. Allerdings wird in dieser Ausarbeitung nicht nur die Verbreitung der Glücksspiel-Angebote im Internet aufgezeigt. Weiterhin werden neue Herausforderungen offenkundig, für die Deutschland nicht gerüstet ist. Eine Regulierung ist längst überfällig. Doch die Bundesländer und ihre Ministerpräsidenten kommen bislang nicht auf einen Nenner.

Die Glücksspiel Studie des Handelsblatt Research Institute umfasst 140 Seiten. Im Fazit zur Regulierung heißt es, „dass sich die digitale Entwicklung des Glücksspiels in Deutschland nicht aufhalten lassen wird“. Dies ist eine Einschätzung die wir teilen. Daher sind strikte Verbote nicht zielführend. Auch andere Europäische Staaten, wie Großbritannien und Dänemark, sind zu diesem Schluss gekommen. Dort wurde der Markt geöffnet und gezielt reguliert.

Die Politik muss Kontrolle über den Glücksspiel-Markt im Web bekommen!

Prinzipiell gibt es für die Politik in Deutschland zwei Lösungen. Entweder die bisherige Linie wird beibehalten. Aktuell sind Online-Glücksspiel mit Ausnahme des Toto Lotto-Blocks und der privaten Sportwetten als illegal einzustufen. In diesem Fall müssten Verbraucher entsprechend gewarnt, Werbung von Casinos und Co. unterbunden und Maßnahmen betreffend des Spielverbots von Deutschland aus ergriffen werden. Obwohl das Gesetz beispielsweise ein Verbot von Online-Casino-Spielen vorsieht, kam es nie zur Vollstreckung dieses Gesetzes. Das mag auch daran liegen, dass die Anbieter in Deutschland brav ihre Steuern zahlen.

Rücken die Politiker hingegen von ihrem strikten Verbot ab, so sollten weitere Spielformen zugelassen werden. Zu dieser Überzeugung sind auch die Autoren des Handelsblatt Researchs gekommen. Denn mit dem Online-Casino und Online-Poker sind zwei große Bereiche bislang nicht bedacht worden. Mit eSports und der virtuellen Realität drängen neue Herausforderungen auf den Markt. Tatsächlich ist die Digitalisierung des Glücksspiels, daher vermutlich auch der Titel der Studie, kaum zu stoppen. Ob es zu einer Regulierung kommt oder nicht, im World Wide Web wird gespielt werden. Schafft die Politik hingegen einen Rahmen, so kann das Internet-Glücksspiel in Bahnen gelenkt werden.

Sturheit deutscher Politiker: Nicht nur Dänemark und Großbritannien machen es vor. Selbst eine wachsende Zahl von US-Bundesstaaten folgt dem Vorbild der europäischen Glücksspielregulierung. Das Ziel ist ein attraktiver Online-Markt, der durch Liberalisierung an Seriosität und durch Regulierung an Sicherheit gewinnt. Maßnahmen des Spielerschutzes haben eine größere Aussicht auf Erfolg, als wenn Spieler anonym auf dem Schwarzmarkt im Web oder innerhalb einer Grauzone agieren – so wie aktuell.

Glücksspiel-Studie: Herausforderung der Digitalisierung im Glücksspiel erkennen

Wann folgt ein zeitgemäßes Glücksspielgesetz? (Bildquelle)

Sportwetten und Online-Casinos sind unlängst in Deutschland angekommen. Millionen Spieler greifen auf entsprechende Dienstleistungen zurück. Die Regulierung ist nicht zeitgemäß und weitere Geschäftsmodelle drängen bereits auf den Markt. Zu nennen ist hier einerseits Fantasy Football. Erste Anbieter richten sich auf Europa und auf Deutschland aus. Spieler können hier ein Team von Football Spielern aufstellen, die anhand von Punkten bewertet wird. Das Spiel funktioniert ähnlich dem Kicker Managerspiel, nur dass ein Echtgeldeinsatz nötig ist. Ein weiterer Markt sind eSports. Unlängst verdienen Computerspieler Millionen. Und bei den Online-Buchmachern darf auf entsprechende Teams oder Spieler gewettet werden. Virtueller Sport, wo zwei Computerteams gegeneinander antreten, ist ein weiterer Faktor. Und Social Gambling nimmt auf den sozialen Netzwerken immer weiter zu. Hierbei wird das Glücksspiel nur simuliert. Dadurch ist es jedoch auch nicht an die prozentuale Gewinnausschüttung von echten Glücksspielen gebunden. Einsätze und Gewinne von echtem Geld sind hier nicht möglich.

Durch die fehlende Regulierung scheint Deutschland nicht nur in Hinblick auf bestehende Angebote, Online-Casinos und Online-Poker, sondern auch auf neue Herausforderungen kaum reagieren zu können. Dabei öffnet sich der Markt weltweit für das Glücksspiel. Bestes Zeichen ist die Verlautbarung von Google ab 2017 den Download von Glücksspiel-Apps wieder zu erlauben. Dies war im Zeitrahmen von 2013 an verboten. In Frankreich und Großbritannien ist dies inzwischen schon wieder erlaubt. Die Bundesrepublik soll folgen. Was eine weitere „Baustelle“ offenlegt. Denn Casino-Spiele, Sportwetten und Lotto – diese Spiele können problemlos von den mobilen Devices aus erfolgen. Eine Steigerung dazu ist die Virtuelle Realität. Es ist praktisch schon möglich über die VR-Brille an einem Poker-Spiel teilzunehmen.

Höchste Zeit: Der Gesetzgeber sollte nicht mehr lange warten, um das Glücksspiel in Deutschland zu regulieren. Online-Casinos und Sportwetten, Poker und Virtuelle Realität, eSports und virtueller Sport, Social Gambling und mobiles Spielen – die Arten Online-Glücksspiel zu betreiben nehmen immer weiter zu. Die Restriktive Politik in Bezug auf eine Regulierung scheint immer weniger zielführend.

Entwicklung des Glücksspiel-Marktes in Deutschland in Zahlen

Die nachfolgenden Statistiken sind allesamt der Studie des Handelsblatt Research Institute entnommen. Diese beziehen sich wiederum auf die Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder und auf weitere Quellen. So ist der globale Bruttospielertrag von 2006 bis 2016 von 263,2 auf 367,9 Milliarden Euro angestiegen. Der Online-Markt hat sich in diesem Zeitrahmen fast verdoppelt. Sportwetten nehmen mit 50 Prozent noch den größten Teil des Online-Glücksspiels ein. Der deutsche Markt ist beim Glücksspiel von 2013 bis 2016 von 11,2 Milliarden Euro auf 12,7 Milliarden Euro angewachsen. Der Online-Markt hat hierbei einen Sprung von 1,5 auf 2,1 Milliarden Euro gemacht. Das nicht regulierte Online-Glücksspiel soll bereits 2015 ein Volumen von 1,8 Milliarden Euro ausgemacht haben, ein Großteil davon im Sektor Online-Casinos.

In Großbritannien wurde der Markt inzwischen geöffnet. Dort ist der Bruttospielertrag von 2009 und 8,1 Milliarden Euro, auf 13,8 Milliarden Euro 2016 angestiegen. Gleichwohl hat das Online-Spiel in diesem Zeitraum von 0,8 Milliarden auf 4,4 Milliarden Euro zugelegt. England hat bereits 2014 mit der Einführung des Gambling Licensing and Advertising Act reagiert, welcher das bestehende Gesetz aus 2005 und das Online-Spiel geschickt erweitert hat.

Glücksspiel Studie zeigt Regulierungsbedarf auf 300 250 2017-11-22 15:49:18 Online-Casino.de

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