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Glücksspiel Symposium an der Universität Hohenheim 2019

Martin Hill, 19. Dezember 2018, Sport & Spiel

Glücksspiel-Entwicklung (Bildquelle)

Das Glücksspiel hat sich über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte unlängst gewandelt. Die Digitalisierung hat im großen Maße Einzug gehalten. Sportwetten, Casinos, Pokern und weitere Formen stehen im World Wide Web zur Verfügung. Nur die Regulierung von Seiten des Staates konnte sich bislang der Geschwindigkeit bei den Änderungen nicht anpassen. Am 12. und 13. März 2019 findet an der Universität Hohenheim ein Symposium zum Thema Glücksspiel statt. Dabei stehen einige Themen auf der Tagesordnung, die uns im letzten Jahr ebenfalls beschäftigt haben.

Änderungen beim Glücksspiel stehen ins Haus. Doch bislang ist nicht vollends klar, in welche Richtung sich gerade das Online-Spiel entwickeln wird. Erhalten virtuelle Casinos Lizenzen vom Staat? Dürfen Sportwetten-Anbieter in größerer Anzahl konzessioniert werden? Wird es im Gesetz eigene Abschnitte zum Poker oder für Fantasy Football geben? Auf dem Symposium der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim finden entsprechende Diskussionen statt.

Podiumsdiskussionen an der Uni Hohenheim: Politik und Verbände

Bereits um 10.30 Uhr am Morgen des 12. März 2019 eröffnen die Professoren Dr. Stephan Dabbert und Dr. Tilman Becker die Veranstaltung. Die erste Podiumsdiskussion startet bereits um 11.30 Uhr des gleichen Tages. Über zwei Stunden äußern sich Vertreter diverser Verbände und geben dabei ihre Auffassung zur Thematik der Regulierung in Deutschland preis. Anwesend sind Matthias Dahms als Präsident des Deutschen Sportwettenverbandes, Jürgen Häfner vom Deutschen Lotto- und Totoblock, Dr. Dirk Quermann als Präsident des Deutschen Online Casinoverbandes, sowie Georg Stecker vom Vorstand der Deutschen Automatenwirtschaft und Otto Wulferding als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Spielbankenverbandes. Diese Personen sind tagtäglich nah am Geschehen und haben daher eine unternehmensnahe Ansicht hinsichtlich des Glücksspiels.

Die zweite Podiumsdiskussion startet am darauffolgenden Tag, dem 13. März 2019, um 9 Uhr in der Früh. Thematisch wird die Glücksspielprävention als öffentliche Aufgabe von Vertretern der Parteien des Landtages Baden-Württemberg vorgestellt. Auch diese Veranstaltung dauert über zwei Stunden an. Im Fokus wird hierbei einerseits die Verantwortung des Staates gegenüber den Bürgern gerückt werden. Gleichwohl dürfen sich die Politiker den modernen Wegen, auch im Glücksspiel, nicht verschließen. Vielleicht lässt sich letztlich spätestens durch die Statements der politischen Vertreter in der Diskussion heraushören, in welche Richtung die Überarbeitung des Staatsvertrages, welche ebenfalls für das Jahr 2019 angedacht ist, einschlagen wird. Wer als Redner von den Parteien auftritt, ist im Programm der Universität Hohenheim bislang nicht angegeben.

Weitere Tagesordnungspunkte zum Glücksspiel und Ausblick auf 2019

Wohin führt die Regulierung in Deutschland? (Bildquelle)

Neben den beiden Podiumsdiskussionen finden an der Universität in Hohenheim noch diverse Vorträge statt. Darunter sind spannende Themen zu finden, in denen wir im Jahr 2019 ebenfalls Bewegung erwarten. Daher nutzen wir diesen Abschnitt einerseits als Rückblick auf das Jahr 2018, gleichwohl als Ausblick auf das Symposium und auf das kommende Kalenderjahr. Denn mit der Überarbeitung des Staatsvertrages stehen insbesondere dem Online-Glücksspiel ohne jeden Zweifel Veränderungen ins Haus. Ob diese in einer strikteren Regulierung, in mehr Erlaubnissen und Lizenzen oder gar in beidem gipfeln, ist noch offen.

Was jedoch feststeht, ist die Überarbeitung selber. Denn das aktuelle Glücksspielrecht hat ein Ablaufdatum. Für die Verbände, die Unternehmen im Sektor des Glücksspiels und den Staat ist es Zeit, diverse Teilbereiche aus der Grauzone zu holen. Umso wichtiger scheint die Absicht, alle Sichtweisen zu durchdenken. Beim Symposium in Hohenheim kommen Vertreter der Branche an einen Tisch und können sich über das heikle Thema austauschen.

Tagesordnungspunkte auf dem Symposium der Uni Hohenheim:

„Regulierung aus Sicht einer Lotteriegesellschaft“ nennt sich der erste Vortrag von Goerg Wacker als Geschäftsführer der Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg. Thematisch wird unter anderem das Lottomonopol behandelt werden. Wir haben das staatliche Monopol schon im Januar auf dem Prüfstand gesehen. Sekundärlotterien, wie Lottoland, graben den staatlichen Anbietern die Kunden ab und führen dabei keine Gelder für das Allgemeinwohl ab. Hier wünschen sich die Lotto-Verbände Änderungen in 2019.

Das „Vorgehen gegen illegales Glücksspielangebot“ wird ebenfalls thematisiert. Inbegriffen ist hierbei die „Überprüfung und Zertifizierung von Online-Glücksspiel“. Zunächst sollte gegenüber den Anbietern Klarheit geschaffen werden, inwiefern die europäische Dienstleistungsfreiheit gilt und was die 2012 vergebenen Lizenzen aus Schleswig-Holstein heute noch wert sind. Viele Online-Casinos und Buchmacher berufen sich noch auf diese Art der Legitimation.

Das Ministerium des Inneren des Landes Baden-Württemberg bringt sich mit „Vollzug und Vollzugsdefizite“ Darin enthalten sind die Erfahrungen der „Glücksspielregulierung in Schleswig-Holstein“, aber auch die „Bedeutung der Regulierung von Werbung“. Gerade wer auf Sky Fußball schaut, der sieht praktisch nur Sportwetten-Clips. Daher fragten wir bereits im April 2018, ob die Werbe-Offensive den Spielerschutz überwiegt.

Gleich mehrere Vorträge beschäftigen sich mit dem Spielerschutz und der Glücksspielsucht, sowie deren Prävention. Diese Tagesordnungspunkte mit Namen „Glücksspielsucht: Organisation der Forschung, Hilfe und Prävention in den Bundesländern“, sowie „Suchtprävention – Zusammenarbeit zwischen Anbietern und Suchthilfe: Geht das?“ sind notwendig. Weiterhin sollte unbedingt erforscht werden, wie deutschlandweite Spielersperren, auch im World Wide Web, durchzusetzen sind. Immerhin findet auch die „Blockchain-Technologie“ in diesem Zusammenhang Erwähnung. Gleiches gilt für die Biometrie (Stichwort: Gesichtserkennung), sowie die Gefühlserkennung und der damit zusammenhängende Datenschutz.

Die Gebühr für die Teilnahme am Symposium beziffert sich auf 350 Euro. Weitere 25 Euro für das Abendessen am ersten Tagungstag sind optional. Studenten und Mitarbeiter von Behörden oder der Suchthilfe bekommen ab 100 Euro Einlass. Der Anmeldeschluss ist der 25. Februar 2019. Was aus unserer Sicht in jedem Fall angesprochen werden sollte, sind die Themen Poker und Fantasy Football. Denn wenn im Jahr 2019 eine Überarbeitung des Glücksspielstaatsvertrages erfolgt, sollten möglichst alle Facetten abgedeckt sein. Dabei ist es nötig, den Blickwinkel über Online-Sportwetten und das Online-Casino hinaus zu erweitern.

Glücksspiel Symposium an der Universität Hohenheim 2019 1200 1000 2018-12-19 16:46:41 Online-Casino.de

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