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Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV): Wann kommt die Regulierung?

Dieter Maroshi, 28. März 2018, Sport & Spiel

Rechte und Pflichten im Online-Glücksspiel (Bildquelle)

Der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) hat in Deutschland zuletzt unter schlechter Presse gelitten. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass der Staat am aktuellen Schlamassel einen großen Beitrag geleistet hat. Die Gesetze gehen mit Europa nicht konform. Außerdem wurde der Schwarzmarkt durch die Annahme der Steuern stillschweigend geduldet und damit durch die Hintertür legalisiert. Eine Regulierung hat kaum stattgefunden. Lotto Hessen hat kürzlich die Entwicklung seit der Einführung des Glücksspielstaatsvertrages kritisiert. Diesbezüglich liegen uns einige, interessante Statistiken vor.

Für Lotto Hessen ist die Sachlage klar: Erst mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2006 zum Wettmonopol, ging es mit den staatlichen Anbietern bergab. Seit diesem Zeitpunkt profitieren die illegalen Anbieter Jahr für Jahr mehr, während der Staat ein immer kleineres Stück vom Kuchen abbekommt. So war der Glücksspielstaatsvertrag sicherlich nicht gedacht.

Einsätze im deutschen Glücksspiel: Wohin wandert das Geld?

Spitzenreiter, zumindest bezogen auf die vom Gesetz abgedeckten staatlichen Glücksspiele, ist das Spiel Lotto 6aus49. Inzwischen folgt der Eurojackpot, noch vor dem Spiel77. Die Sofortlotterie, damit sind Rubbellose gemeint kommt als nächstes. Die Super6 und Glücksspierale weisen ebenfalls noch bemerkenswerte Zahlen auf. Oddset befindet sich seit Jahren im Abschwung, ebenso wie Toto und Plus5 befinden sich die jährlichen Einsätze im Abschwung. Lediglich das im November 2017 neu eingeführte Genau und die Sportlotterie können Zuwächse verzeichnen. Im Durchschnitt ist, im Vergleich zum Jahr 2016, im vergangenen Jahr ein Rückgang von 3,55 Prozent zu vermelden. Und es handelt sich nicht um das erste Jahr, wo es mit den Zahlen der staatlichen Glücksspielprodukte abwärts geht.

Quelle: Lotto Hessen

 

Die rückläufigen Einsätze wirken sich ebenfalls auf das Gemeinwohl aus. Immerhin fließen 20% (127 Millionen Euro) der Einnahmen zweckgebunden in den Sport, die Kultur, Soziales, den Denkmalschutz und die Umwelt. 48% (307 Millionen Euro) fungieren dazu, die Kosten an Personal, Sach- und Werbeaufwand, sowie Provisionen zu decken. Weitere 16% (105 Millionen Euro) wandern in Steuern. Und nochmals 16% (100 Millionen Euro) sind Gewinne, die wiederum an die Kunden ausgeschüttet werden. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2017, so berichtet die Pressestelle von Lotto Hessen.

So haben sich die Einsätze im DLTB entwickelt

Der Deutsche Lotto- und Toto-Block (DLTB) beklagt sich über die Einsatzentwicklung in den vergangenen 15 Jahren. Waren es 2001 noch 8,48 Milliarden Euro, die von Spielern eingesetzt wurden, verringerte sich die Zahl in den folgenden Jahren, mit dem Tiefstand 2001, auf 6,66 Milliarden Euro. Das Internetverbot 2008 für die Glücksspielvermittlung hatte an diesem Rückgang großen Anteil. 2012 wurde diese Entscheidung korrigiert. Außerdem wurde der Eurojackpot eingeführt und der Einsatz beim Lotto 6aus49 auf 1,00 Euro erhöht. Dadurch stiegen die Zahlen langsam wieder an und erreichten 2016 7,31 Milliarden Euro. Zu 2017 ist erneut ein Rückgang auf 7,05 Milliarden Euro zu verzeichnen, was der DLTB mit der starken Konkurrenz der Schwarzlotterien erklärt.

Quelle: Lotto Hessen
(Archiv- und Informationsstelle des DLTB)

 

Bei den Sportwetten ist es besonders deutlich. Gingen 2001 noch 513 Millionen Euro an den DLTB, waren es 2011 nur noch 152 Millionen Euro. Wenngleich der Anstieg zum Jahr 2017 auf 166 Millionen Euro vorhanden ist, so haben die zahlreichen online Sportwettenanbieter doch in einem größeren Ausmaß profitiert.

Die Werbung als Zünglein an der Waage: Ausgaben für Marketing

Dass Werbung die Menschen beeinflusst, ist nicht neu. Im Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) und in den Glücksspielgesetzen der Länder sind den staatlichen Anbietern jedoch Werbebeschränkungen auferlegt wurden. Aggressives Werben ist somit nicht möglich. Wer die aktuellen Spots von Bwin, Mr Green, Betway, Btty und Co vor Augen hat, der merkt schnell, dass sich private Buchmacher an derlei Regeln nicht gebunden fühlen. Daraus erwächst ein Vorteil, der sich schon 2017 auf den Markt auswirkt. Beim Werbebudget des vergangenen Jahres, ist für 2018 erneut nichts Gutes für die staatlichen Glücksspiele zu erwarten. Lotto Hessen schlägt entsprechend Alarm.

Quelle: Lotto Hessen
(tlw. gemäß Nielsen Media Research; Strategie und Planung des DLTB aus „Entwicklung des Werbemarktes für Glücksspiele in Deutschland 2017“)

 

Allein für die Wetten auf Lotterieergebnisse war Lottoland im Jahr 2017 für 83% der Werbeausgaben verantwortlich. Dabei wird gar nicht auf die ursprüngliche Lotterie gesetzt, sondern lediglich eine Wette auf die Ziehung des Spiels abgegeben.

Einbruch der Einnahmen aus Glücksspiele im DLTB

Der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) war für das staatliche Lotto keine positive Entwicklung. Tatsächlich haben sich das Bruttoinlandsprodukt und das verfügbare Einkommen in den vergangenen 46 Jahren konstant nach oben entwickelt. Zunächst sind die Umsätze des Deutschen Lotto- und Totoblocks gleichsam angestiegen. Im Jahr 2006, wo das Bundesverfassungsgericht zum Wettmonopol in Deutschland urteilte, gibt es einen deutlichen Knick in der Kurve. Ab diesem Zeitpunkt mussten die staatlichen Anbieter die Wettsucht bekämpfen. Allerdings flossen die Einsätze dadurch nur am Staat vorbei, hin zu derzeit illegalen Anbietern.

Quelle: Lotto Hessen

 

Fazit zur statistischen Feststellung des Deutschen Lotto- und Totoblocks:

Während seit 2006 strikte Vorschriften in Bezug auf Werbung und den Spielerschutz für staatliche Anbieter in Kraft getreten sind, brauchten sich private Unternehmen aus dem Ausland nicht im gleichen Maße an diese Bestimmungen zu halten. Die gewünschte Bekämpfung der Kriminalität findet nicht statt, im Gegenteil! Denn derzeit werden die meisten Glücksspielanbieter als illegal betrachtet. Selbst mit dem Europarecht scheint sich die deutsche Glücksspielgesetzgebung nicht zu decken. Bislang ist jeder Versuch einer Neuregulierung gescheitert. Da derzeit die deutschen Gesetze gewissermaßen ausgehebelt sind, soll neu verhandelt werden. Als Termin für eine Annährung wird der Sommer 2018 ins Auge gefasst.

Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV): Wann kommt die Regulierung? 1200 1000 2018-03-28 16:26:30 Online-Casino.de

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