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Glücksspielverbot: Folgt nach Österreich die Slowakei?

Dieter Maroshi, 12. Oktober 2016, Recht & Gesetze

Länderumriss der Slowakei

Ist Österreich liegt das Glücksspielmonopol bei der zum Teil verstaatlichten Casino-Austria AG. Da Casino-Spiele in vielen Teilen des Landes untersagt sind, wandern die Spieler kurzfristig aus. Regelmäßig fahren beispielsweise Busse von der österreichischen Hauptstadt Wien los und finden sich in der slowakischen Hauptstadt Bratislava wieder.

An Bord befinden sich Personen, welche es auf eine gemütliche Zeit im Casino abgesehen haben. Allerdings ist der Slowakei und dort der Politik der Casino-Tourismus bekannt. Bratislavas Stadtoberhaupt Ivo Nesrovnal möchte dem einen Riegel vorschieben und empfiehlt bereits vorab, sich bereits nach anderen „Ausflugszielen“ umzusehen. So wird es auch bei DerStandard berichtet.

Wien: Spielen verboten

Das kleine Glücksspiel, gemeint sind hier die Automatenspiele, ist in der Hauptstadt Österreichs seit Beginn des Jahres 2015 untersagt. Kritiker der Verbote sehen sich bestätigt. Das Glücksspiel endet nicht mit dem Verbot. Es sucht sich nur neue Wege. Die einen nehmen den Bus in die „Nachbarschaft“. Andere wenden sich dem illegalen Glücksspiel zu oder suchen sich Wege im Internet.

Es stellt sich daher erneut die Frage: Ist ein Glücksspielverbot die Lösung oder treibt es die Gelegenheitsspieler und Süchtigen gleichermaßen in den Untergrund? Zumindest der kurze Weg nach Bratislava soll in Kürze gestoppt werden. Denn Nesrovnal möchte das Glücksspiel mit den Spielautomaten auch in Bratislava untersagen.

Sind Glücksspielautomaten eigentlich Verlustspielautomaten?

Diese Auffassung vertritt der Bürgermeister und gelernte Jurist Nesrovnal. Auf dieser Argumentation basiert sein Fundament, die Automaten verbannen zu wollen. Er hat sich jedoch einiges vorgenommen. Denn in Bratislava gibt es derzeit 232 Spielhallen. Diese häufen sich insbesondere in den Plattenbauten Petrzalka

Nesrovnal führt weiter aus, dass insbesondere sozial Schwache auf die Verlockung des schnellen Geldes hereinfallen und dabei nur noch tiefer abrutschen. Die Lösung scheint für das Stadtoberhaupt schnell gefunden: Ein Automatenverbot muss her. Entsprechende Gesetze werden aktuell vorbereitet.

Das Ziel sei eine Verordnung, welche sämtliche Spielautomaten in der Stadt verbietet. 136.000 Menschen haben sich für das Verbot von Glücksspiel ausgesprochen. Es handelt sich immerhin um ein knappes Drittel der Stadtbevölkerung, welche sich beim Volksbegehren für diesen Weg ausgesprochen hat. 50.000 Stimmzettel sind zudem verloren gegangen. Dies wird, auch weil das Ergebnis gescannt wurde, die Prozedur nicht verlangsamen.

Der Bürgermeister rechnet aber mit heftigem Widerstand. Immerhin verzichtet die Stadt hier auf ungefähr 4 Millionen Euro an Einnahmen. Auch rechtlich, insbesondere von Seiten der Betreiber von Spielhallen, ist Bewegung zu erwarten. Für die Wiener, die zum Spielen in die wenige Kilometer entfernte Hauptstadt Bratislava fahren, ergeben sich natürlich keine Rechtsansprüche. Es müssten sich tatsächlich neue Ziele gesucht werden.

Bildquelle: Fotolia/Ilyes Laszlo (Bild-ID: #85080311)

Glücksspielverbot: Folgt nach Österreich die Slowakei? 300 250 2016-11-03 11:44:52 Online-Casino.de

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