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GlüStV 2021 in Kraft: Ängste & Hoffnungen zum neuen Gesetz

Glücksspielstaatsvertrag 2021 - GlüStV in Kraft / Bild: Shutterstock.com

Am 1. Juli 2021 trat der neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) in Kraft. Darin enthalten sind weitreichende Änderungen zu Online-Casinos, Spielhallen und Online-Poker. Auch andere Aspekte des Glücksspiels sind dort umfassend reglementiert. Dass es bei der Planung im Vorfeld gehakt hat, lässt sich bereits erkennen. So ist die Behörde in Sachsen-Anhalt längst noch nicht arbeitsfähig. Sie soll im Jahr 2022 erste Aufgaben übernehmen. Bis dahin ist die Verantwortung auf die einzelnen Bundesländer aufgeteilt. Wenn die Behörde besetzt ist, gilt es die Limitdatei einzuführen und das unerlaubte Glücksspiel auszutrocknen. Damit ergeben sich bereits erste Problemfelder.

Ein neues Gesetzt tritt in Kraft. Und weder die Gesetzesgeber, noch die Spieler oder Betreiber von Glücksspielen können jetzt schon mit Gewissheit sagen was die Zukunft bringt. Doch die Branche hat natürlich Hoffnungen. Ängste gibt es jedoch ebenso. Und deshalb widmen wir uns in diesem Artikel genau diesen beiden Bereichen. Eines ist jedoch unstrittig: Den GlüStV 2021 haben alle Parteien herbeigesehnt. Bei der Umsetzung gibt es jedoch noch offene Fragen. Auch die Spieler müssen sich teilweise umgewöhnen. Und Spielhallen-Betreibern kann die neue Rechtsprechung sogar den Job kosten. Dementsprechend fangen wir gleich mit den Ängsten an.

Ängste zum neuen GlüStV 2021: Was befürchten Spieler und Betreiber?

Verharren wir doch bei den Spielhallen. Gesetzlich ist im GlüStV verankert, dass ein Mindestabstand zur nächsten Spielhalle einzuhalten ist. 500 Meter dürfen die Etablissements voneinander entfernt liegen. Näher ist nicht erlaubt. Gleiches gilt zum Abstand in Bezug auf Kindergärten oder Schulen. Zum Glück dürfen die Bundesländer die Regeln über ihre landesbasierten Gesetze selber noch individualisieren. Baden-Württemberg hat jedoch schon angekündigt, das Gesetz dem Wortlaut nach konsequent umsetzen zu wollen. Tatsächlich ist seit Jahren bekannt, dass die Mindestabstand-Regel in Kraft tritt. Daher sollten Spielhallen-Betreiber vorbereitet sein. Dennoch sind die Ängste groß. Denn der Automatenverband fürchtet eine Schließung von 80 Prozent der Spielhallen. Damit ist im gleichen Maße ein Wegfall von Jobs verbunden.

Spielhallen-Betreiber verlieren ihre Jobs. Die Angestellten genauso. Im Gegenzug wird das Online-Casino, zumindest in Bezug auf die Spielautomaten, legalisiert. Dass ist ein wenig paradox. Doch den Betreibern wird die Freiheit genommen, Tischspiele anzubieten. Auch diesbezüglich gibt es Befürchtungen. Denn nicht wenige Kunden im Online-Casino versuchen sich am Roulette und Blackjack. Jetzt fehlen diese Spiele. Doch bei der ausländischen Konkurrenz, die sich nicht um eine deutsche Lizenz bemüht und sich an entsprechende Regeln halten muss, sind die Tischspiele noch vorhanden. Daher ist eine greifbare Angst durch den GlüStV 2021, dass die Spieler zu Internet-Casinos abwandern, die sich außerhalb der deutschen Gesetzgebung bewegen. Pikant: Wer eine Lizenz möchte, muss sich schon jetzt an die Regeln halten. Dabei greift die Überwachung noch gar nicht vollständig. Illegale Anbieter können derzeit scheinbar noch nicht vom Markt ausgeschlossen werden.

Sorge der Spielerschützer: Auch Experten für Suchtprävention treibt eine Angst um. Zwar ist inzwischen ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro monatlich in Kraft getreten. Doch halten viele Suchtexperten dieses Limit für zu hoch angesetzt. Denn für viele Spieler entspricht dies locker der Hälfte oder ein Drittel des Netto-Lohns.

Hoffnungen für den neuen GlüStV 2021: Worauf hoffen Behörden und Anbieter?

GlüStV gilt seit 1. Juli 2021. Bild: Shutterstock.com

Die Behörden wollen endlich Ordnung ins Glücksspielrecht bekommen. Der letzte Versuch aus den Jahren 2011/12 ist gescheitert. Die EU-Kommission kippte das Gesetz. Schleswig-Holstein vergab eigene Lizenzen. Und damit war ein Kuddelmuddel beim Zocken vorprogrammiert. Jetzt soll es klare Richtlinien geben. Online-Casinos sind erlaubt. Doch das Spieleangebot ist eingeschränkt. Sportwetten sind gestattet. Doch bestimmte Einzel- und Live-Wetten gehören verboten. Und selbst Online-Poker ist im GlüStV 2021 reglementiert. Die große Hoffnung ist, dass die Regulierung das Glücksspiel in geordnete Bahnen lenkt, den Spielerschutz gewährleistet und darüber hinaus Geld in die Kassen spült. Gleichzeitig soll die Glücksspielsucht mit Einzahlungs- und Einsatzlimits, sowie mit einer übergeordneten Kontrollinstanz für die Spieler gewährleistet werden. Bei dieser Hoffnung schwingt jedoch die Sorge mit, dass die Kunden sich der deutschen Regulierung entziehen und zum Teil auf dem Schwarzmarkt aktiv werden.

Wenngleich es sich zunächst paradox anhört, so hoffen auch die Glücksspielanbieter auf den Glücksspielstaatsvertrag. Denn schließlich handelt es sich hierbei um Unternehmen. Diese waren jetzt seit Jahren in einem Graubereich tätig. Sie sahen sich durch EU-Gesetze legitimiert. Doch in Deutschland galten Online-Casinos eigentlich als verboten. Jetzt ist das Internet-Glücksspiel also legal. Der Wehrmutstropfen sind die Regularien. Hier bleibt es abzuwarten, wie viele Spieler sich mit den Einschränkungen bezüglich des Einsatzes und des Spieleangebots anfreunden können. Ein Dorn im Auge der Anbieter ist die Steuer in Höhe von 5,3 Prozent auf den Spieleinsatz. Dadurch muss nämlich die Gewinnchance heruntergefahren werden, was sie im Vergleich zu den illegal tätigen Anbietern ins Hintertreffen bringt.

Weiterführende Informationen: Natürlich wollen wir die wichtigsten Dokumente zum neuen GlüStV 2021 hier verlinken. Das sind einmal die Neuregulierung selber und dann natürlich das Rennwett- und Lotteriegesetz mit den Steuervorschriften.

Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland (GlüStV 2021)

Entwurf vom Deutschen Bundestag zur Gesetzesänderung des Rennwett- und Lotteriegesetzes

GlüStV 2021 in Kraft: Ängste & Hoffnungen zum neuen Gesetz 1200 1000 2021-07-02 09:00:15 Online-Casino.de

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